Doppelter Standard: Pestizide im Morgenkaffee

von | 26.06.2026

Pestizidrückstände sind nicht nur in Äpfel oder im Mais, sondern auch oft in der täglichen Tasse Kaffee zu finden. Denn bis zu 159 unterschiedliche Wirkstoffe wie Glyphosat werden weltweit weiterhin beim Kaffeeanbau eingesetzt, so eine neue Studie der NGOs „Coffee Watch“, „Pesticide Action Network UK“, „Deutsche Umwelthilfe“ und „Inkota“. Von den Pestiziden sind 59 Prozent wegen ihrer gesundheits- oder umweltschädlichen Wirkung in der EU verboten, weil sie zu Krebs, verminderter Fruchtbarkeit, hormonellen oder neurologischen Erkrankungen führen können. Was dennoch erlaubt ist: ihre Herstellung und den anschließenden Export – dies, obschon die EU-Kommission 2020 schon ein diesbezügliches Verbot versprach. Bevor sie als Rückstände in Kaffeebohnen zurück in die EU importiert werden, werden sie in Ländern wie Kenia oder Kolumbien eingesetzt, zu Lasten der Ökosysteme und lokaler Landwirt*innen, die laut den NGOs „akute Pestizidvergiftungssymptome“ aufweisen. „Die Bäuerinnen und Bauern sind den gefährlichen Stoffen meist schutzlos ausgesetzt“, kritisiert Inkota. So würden in der Dominikanischen Republik etwa 87 Prozent der Landwirt*innen weder Masken noch Handschuhe tragen. Laut einer Studie vom „Pesticide Action Network“ aus dem Jahr 2024 ist der Anteil der in der EU verbotenen Pestizidrückstände im Kaffee zwischen 2011 und 2022 ums Zehnfache gestiegen. Neben dem beliebten Getränk sind auch Lebensmittel wie Gewürze, Tee und Hülsenfrüchte oft mit Pestizidrückständen kontaminiert. Die NGOs rufen zu einem Exportverbot auf: „Was in der EU nicht verkauft werden darf, darf nicht mehr produziert und auch nicht anderswo eingesetzt werden.“ Mehr Informationen zur Petition an die EU-Kommission: www.inkota.de/giftexporte

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