HIV-Medikament: Profitstreben tötet

von | 31.07.2026

Zwischen dem 26. und 31. Juli fand im brasilianischen Rio de Janeiro die 26. internationale Aidskonferenz statt. Zu diesem Anlass kritisierte die Gesundheits-NGO „Ärzte ohne Grenzen“ (Médecins sans frontieres, MSF) den Pharmahersteller „Gilead“, weil dieser sein HIV-Medikament Lenacapavir nicht als Generika für Länder mit geringem und mittlerem Einkommen freigeben will. Lenacapavir kann sowohl zur Behandlung von HIV-Infektionen als auch zur Vorbeugung (Präexpositionsprophylaxe, Prep) eingesetzt werden. Neu an dem 2022 zugelassenen Wirkstoff ist, dass lediglich zwei Dosen im Jahr benötigt werden. Bisherige Prep-Medikamente müssen in der Regel täglich eingenommen werden. Davon könnten besonders Menschen in armen Ländern, Krisengebieten und solche, die oft stigmatisiert werden, etwa Männer, die Sex mit Männern haben, trans Personen oder Sexarbeiter*iunnen, profitieren. Gilead weigert sich jedoch, das Medikament an MSF direkt zu verkaufen. Auch wenn das Arzneimittel nächstes Jahr als Generika in manchen Ländern verfügbar werden soll, sollen andere Länder wie Brasilien, Argentinien, Mexiko und Peru davon ausgeschlossen werden – obwohl gerade dort die klinischen Studien für das Medikament durchgeführt wurden. MSF fordert, Gilead müsse Lenacapavir für 40 Dollar im Jahr pro Person überall verfügbar machen. Sollte das Pharmaunternehmen dies nicht tun, könnten Regierungen durch die Regeln der Welthandelsorganisation eine Ausnahme vom Patentrecht genehmigen.

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