Schon gestreamt? The Marvelous Mrs. Maisel

von | 04.02.2018

Nicht nur äußerst unterhaltsam, sondern auch schön anzusehen: Amy Sherman-Palladinos „The Marvelous Mrs. Maisel“ überzeugt in jeder Hinsicht.

(©jewishboston.com)

Miriam „Midge“ Maisel (Rachel Brosnahan) hat alles, was sie sich erträumt hat: einen reichen Mann, zwei Kinder, eine luxuriöse Wohnung in der Newer Yorker Upper West Side. Kein Trick, den sie nicht kennt, um ihre Rolle als Mutter und Hausfrau aufs Sorgfältigste zu erfüllen. Wir befinden uns im Jahr 1958 und mit ihrer Lebenssituation hat Midge scheinbar das große Los gezogen. Doch dann ändert sich auf einen Schlag alles: Ihr Mann Joel (Michael Zegen) verkündet, dass er sie für seine Sekretärin verlässt.

In „The Marvelous Mrs. Maisel“ geht es um die Zeit danach. Neben neuen Bekanntschaften gibt es vor allem eine große Veränderung: Eher zufällig entdeckt Midge ihr Talent für Stand-up Comedy. Genau genommen wird sie von der Kneipeninhaberin Susie (vorzüglich gespielt von Alex Borstein) entdeckt, die sich prompt als ihre Managerin anbietet. Doch Midge ist hin- und hergerissen. Einerseits unterhält sie ihre Mitmenschen leidenschaftlich gerne mit lustigen Geschichten. Ihren Beobachtungen und Erlebnissen etwas Humorvolles zu entlocken fällt ihr leicht. Doch ob Stand-up das Richtige für sie ist?

„Auf keinen Fall“, lautet das einstimmige Urteil ihrer zutiefst konservativen Familie. Sie fürchtet um den sozialen Abstieg ihrer Tochter; die Vorstellung von ihr als einer arbeitenden, alleinstehenden Frau bringt sie alle um den Schlaf.

„Mrs. Maisel“ zeigt den Kontrast zwischen diesen beiden Welten. Was Midge jeweils reizt, ist klar: Während die eine Lebensperspektive ihr Sicherheit und Bequemlichkeit bietet, winkt die andere mit neuen Erfahrungen und Zielen, schreckt zugleich aber durch große Herausforderungen ab. Das Publikum entdeckt die Welt der Stand-up Comedy gemeinsam mit Midge, Susie figuriert für beide als Mentorin. So können wir uns zu jeder Zeit in Midges Erlebnisse einfühlen: jeder Schritt außerhalb ihrer gesellschaftlich vorgeschriebenen Rolle ist aufregend und beängstigend zugleich.

Geschaffen wurde „Mrs. Maisel“ von Amy Sherman-Palladino, die bereits hinter„Gilmore Girls“ steckte. Gemein sind beiden Serien die schnellen, cleveren Dialoge. Erstere besticht zusätzlich durch ihren bunten 50er-Jahre-Look.

Innerhalb von zehn Folgen veranschaulicht „The Marvelous Mrs Maisel“ auf überaus unterhaltsame Weise die feministische Sprengkraft der Entscheidung gegen ein Leben nach vorgegebenen Geschlechterrollen. Die energiegeladene Darstellung Brosnahans steigert den Sehgenuss nochmal um ein Vielfaches.

Auf Amazon Prime. Die erste Folge wurde von Amazon auf Youtube veröffentlicht.

Dat kéint Iech och interesséieren

PODCAST

Am Bistro mat der woxx #390 – KI an Aarbecht

All Woch bitt d’woxx Iech an hirem Podcast en Abléck an hir journalistesch Aarbecht. "KI geet d'Aarbechtswelt revolutionéieren" heescht et dacks wenn et um déi Diskussioun um d'Auswierkunge vu KI op eis Liewe geit. Och de Premier Luc Frieden beschreift Lëtzebuerg als eng Land déi "Pro-Tech" an "Pro-KI" ass. Mee wéi gesäit dat Ganzt wierklech...

PODCAST

Am Bistro mat der woxx #388 – Blutspende: Anhaltende Diskriminierung

All Woch bitt d’woxx Iech an hirem Podcast en Abléck an hir journalistesch Aarbecht. Erst im Mai hat das Luxemburger Rote Kreuz erneut Alarm geschlagen wegen niedriger Blutreserven – und das, obwohl potenzielle Spender hierzulande nach wie vor diskriminiert werden. Schwule und bisexuelle Männer müssen nämlich seither 12 Monate zölibatär leben,...

PODCAST

Am Bistro mat der woxx #387 – KI-Wahn: Wann wird aus einem Etwas ein Jemand?

All Woch bitt d’woxx Iech an hirem Podcast en Abléck an hir journalistesch Aarbecht. Et ginn ëmmer méi Berichter iwwer Leit, déi duerch d'Notzung vu KI-Chatbots a Wahnzoustänn geréie sinn. Mä wéi genau geschitt dat? A firwat versoen d'Sécherheetsmecanisme vun dëse Systemer? D'Melanie Czarnik huet mam Psychiater a Psychotherapeut Marc Augustin...