„Die Grünen sind kapitalistischer als wir in unseren schlimmsten Zeiten“, so das Fazit des CSV-Oppositionsführers im Gemeinderat der Stadt Luxemburg anlässlich einer Pressekonferenz. Laurent Mosar skizzierte ausführlich die „Pannenserie“ des Verkehrsschöffen François Bausch in Sachen „Vel’oh!“-Vertrag mit der Werbefirma Decaux. Dabei berief er sich ausdrücklich auf ein Interview der Gebrüder Decaux in „La Tribune“. Dort erläutern die beiden Co-Direktoren, worum es ihrem Unternehmen – für Mosar offenbar völlig überraschend – in der Hauptsache geht: Um Profitmaximierung. Nun wirft der studierte Wirtschaftsanwalt Mosar dem aktuellen Schöffenrat vor, dieser habe sich bei den Verhandlungen „über den Tisch ziehen lassen“. „Gréng gët deier“, so der CSV-Politiker – die Stadt-Luxemburger würden jetzt zur Profitsteigerung des Decaux-Unternehmens herangezogen. Dass Decaux seit Jahrzehnten mit Luxemburg Geschäfte macht und unter anderem die Werbeflächen an mehreren Hundert Bushäuschen exklusiv vermarktet, scheint Mosar nicht mehr gegenwärtig zu sein. Ausgehandelt wurde der Deal seinerzeit von einem Schöffenrat, dem die CSV angehörte. Damals hieß es, die Stadt spare Millionen, da Decaux die durchweg maroden Bushäuschen durch seine weltweit standardisierten windigen, aber umso werbefreundlicheren Kabinen ersetze. Wer wurde wohl damals über den Tisch gezogen?
Demokratie durch die Gender-Brille
Frauen fühlen sich politisch weniger gut vertreten, bewerten Gleichstellung skeptischer und fordern häufiger gezielte Maßnahmen, während Männer sich stärker für Politik interessieren und dem politischen System insgesamt mehr Vertrauen entgegenbringen. Das ist eines der zentralen Ergebnisse der Polindex-Studie 2025, in deren Rahmen zwischen Mai...

