Die feministische Plattform „Jif Luxembourg“ ruft anlässlich des internationalen Frauentags am 8. März zur „Marche féministe“ auf. Thematischer Schwerpunkt ist dieses Jahr die Gesundheit von Frauen. Bei ihrer Pressekonferenz vergangenen Montag betonte die Jif, dass Gesundheit nicht nur vom Zugang zu medizinischer Versorgung abhänge, sondern von den gesamten Lebensbedingungen wie Wohnen, Bildung, sinnvolle und gut bezahlte Arbeit sowie Gewalterfahrung. Besonders besorgniserregend ist hierbei: 45 Prozent der Frauen in Luxemburg haben ab dem Alter von 15 Jahren körperliche oder sexuelle Gewalt erlebt. Damit liegt Luxemburg 14 Prozentpunkte über dem EU-Durchschnitt. „Der Fortschritt einer Gesellschaft misst sich daran, wie Frauen, Mädchen und Jugendliche behandelt, gestärkt und geschützt werden“, sagte Line Wies (Déi Lénk), Mitorganisatorin der Jif während der Pressekonferenz. Die Politikerin kritisierte die nach wie vor unzureichende psychiatrische Versorgung für Kinder und Jugendliche – trotz der kürzlichen Eröffnung einer Tagesklinik mit 15 Plätzen. Hinzu kommt ein strukturelles Problem in der Medizin selbst: Bis in die 1990er-Jahre galt der männliche Körper als Norm. Bis heute sind Frauen in klinischen Studien unterrepräsentiert; viele frauenspezifische Erkrankungen werden nach wie vor unter- oder spätdiagnostiziert. Der Demonstrationszug startet in diesem Jahr um 14 Uhr auf der Place de Paris und führt über die Avenue de la Liberté zum Knuedler. Begleitet wird der Marsch von einem ausschließlich weiblich besetzten feministischen Orchester.
WHO erinnert an Notlage im Sudan
In einem Statement vom vergangenen Samstag erinnert der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, an die aktuelle Notlage im Sudan. „Der Sudan steht vor einer der schwersten humanitären und gesundheitlichen Notlagen der Welt. Mehr als 33,7 Millionen Menschen – über die Hälfte der Bevölkerung des Landes...

