Willis Tipps
: April 2018

von | 12.04.2018

Afrobeat – 2 Ă— Kuti

Der von Fela Kuti und Tony Allen in den 1960er-Jahren aus der Vermischung von nigerianischen Elementen, Jazz und Funk geschaffenene Afrobeat erfreut sich weltweit bei Musikern großer Beliebtheit. Viele Epigonen schaffen es allerdings nicht, den hochkomplexen Rhythmusteppich zu erzeugen, der diesen Stil so unwiderstehlich macht. Felas Söhne Femi Kuti und Seun Kuti und ihre Bands beherrschen diesen schweißtreibenden Groove jedoch perfekt. Auf den aktuellen Alben der beiden sind auch die Bläsersätze messerscharf und die Texte politisch bissig, zugespitzt, mal zornig, mal kämpferisch optimistisch. Beide Platten sind verschieden, aber gleichwertig. Bei Femi klingt es wegen seiner Stimmlage und des allgegenwärtigen Keyboards gelassener, Seun ist aggressiver. Beide Aufnahmen sind bester Afrobeat!


Femi Kuti – One People One World (Knitting Factory Records)

Seun Kuti & Egypt 80 – Black Times (Strut Records)


Roma-Perlen wiederbelebt

Der Balkan-Blaskapellen-Boom verdeckt oft, dass es auch andere Seiten der Roma-Musik gibt. Eva Salina, die in Kalifornien in engem Kontakt zu Einwanderern vom Balkan aufwuchs, hat das Ziel, musikalische Schätze, die außerhalb Südost-Europas unbekannt geblieben sind, einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Ihr vorheriges Album „Lema Lema“ war dem Romasänger Saban Bajramovic gewidet. Auf ihrer neuen CD Sudbina präsentiert sie bewegende Lieder der Romasängerin Vida Pavlovic, die 2005 verstarb und in Serbien 1 Million Platten verkauft hat. Die Neuaufnahmen sind ganz schlicht gehalten; die beeindruckend leidenschaftliche Stimme Salinas wird lediglich vom virtuosen Akkordeonspiel Peter Stans begleitet, der selbst serbischer Roma ist. Eine sehr gelungene Einspielung in ganz intimer Stimmung.

Eva Salina & Peter Stan – Sudbina (Vogiton)


Psychedelische Mexikaner

Sonido Gallo Negro, eine 8-köpfige Band aus Mexiko-City, hat jetzt ihre dritte, vorwiegend instrumentale Platte Mambo Cósmico veröffentlicht. Sie mischt alles, was der südliche Teil Amerikas an musikalischen Stilen zu bieten hat, inklusive Mambo, Cha-Cha-Cha und Cumbia. Egal, was die Gruppe in die Hand nimmt, es wird von ihr in den peruanischen psychedelischen Chicha-Sound getaucht. Eine quietschige Vintage-Orgel trifft auf eine in Hall getränkte Melodiegitarre; dazu gibt es kosmische Klänge des Elektronikfossils Theremin, und hinten groovt die heiße Rhythmus-Sektion. Das klingt stark wie das, was u.a. in Filmen vor 50 Jahren als lateinamerikanische Musik nach Europa schwappte. Schwer retro, aber trotzdem ganz von heute; fesselnd und mit verbindlicher Aufforderung zum Tanz!

Sonido Gallo Negro – Mambo CĂłsmico (Glitterbeat)

 
 

April – Top 20

1. Monsieur Doumani – Angathin (Monsieur Doumani) Zypern
2. El Naán – La Danza de las Semillas (El Naán) Spanien
3. Gabacho Maroc – Tawassol (10h10/Cristal) F/Marokko
4. Seun Kuti & Egypt 80 – Black Times (Strut) Nigeria
5. 3MA – Anarouz (Six Degrees) Mali/Marokko/Madagaskar
6. Catrin Finch & Seckou Keita – Soar (Bendigedig) GB,Wales/Senegal
7. Samurai Accordion – Te (Visage Music) It/Es/Irl/Finnland
8. DjĂ©nĂ©ba & Fousco – Kayeba Khasso (Lusafrica) Mali
9. TootArd – Laissez Passer (Glitterbeat) Golan Höhen
10. Okra Playground – Ääneni Yli Vesien (Nordic Notes) Finnland
11. Son Palenque – Kutu Prieta pa Saranguiá (Palenque) Kolumbien
12. Sara Tavares – Fitxadu (Sony Music) Portugal
13. Omar Sosa & NDR Bigband – Es:Sensual (Otá) Kuba/D
14. Eva Salina & Peter Stan – Sudbina (Vogiton) USA/Serbien
15. Femi Kuti – One People One World (Knitting Factory) Nigeria
16. Koum Tara – Koum Tara (Obradek) F/Algerien
17. Kora Jazz Trio – Part IV (Cristal) F/Senegal
18. Elena Ledda – LĂ ntias (S’ard Music) Italien
19. Park Jiha – Communion (tak:til/Glitterbeat) SĂĽdkorea
20. Guy One – (Philophon) Ghana

Die TWMC TOP 20/40 bei: http://www.transglobalwmc.com/ und bei Facebook „Mondophon auf Radio ARA“ und www.woxx.lu/author/Klopottek.

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Willis Tipps: April 2026

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