Willis Tipps: Oktober 2020

Lieder der jüdischen Arbeiter*innenbewegung

Isabel Frey ist eine militante Sängerin und Gitarristin und hat ein hochinteressantes Debutalbum aufgenommen. Es enthält 16 politische Lieder auf Jiddisch. Die kämpferischen Gesänge des jüdischen Teils der Arbeiter*innenbewegung sind ziemlich in Vergessenheit geraten. Deshalb ist es sehr erfreulich, dass die in Wien geborene und aus einer jüdischen Familie stammende Frey dieses Erbe der europäischen Jud*innen wieder auf die Tagesordnung setzt. Der Titel des Albums Millenial Bundist bezieht sich auf die 1897 gegründete Organisation jüdischer Sozialist*innen „Der Bund“. Die Lieder hat Isabel Frey meist sparsam begleitet aufgenommen. Viele dieser Stücke sind weitgehend unbekannt, aber manche Hörer*innen werden sich noch an „Im Kamf“ erinnern, ein Streiklied, das der russische Anarchist David Edelshtat geschrieben hat und auch von den Klezmer-Innovatoren The Klezmatics aufgenommen wurde. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: September 2020

Mit Selma nach Mosambik

Selma Uamusse ist eine junge Sängerin, die schon 2018 mit ihrem ersten Album einen starken Eindruck hinterließ. Sie lebt in Portugal, stammt aber aus Mosambik, und die dortigen musikalischen Traditionen sind die Basis für ihr aktuelles musikalisches Schaffen, obwohl sie mit Gospel, Soul und Jazz begonnen hatte. Erst spät entdeckte sie das musikalische Erbe ihres Herkunftslandes wieder. In ihrer Musik spielen die Klänge der Timbila, dem mosambikanischen Xylophon, eine wichtige Rolle und sind in ihren ganz modernen Stil harmonisch eingebettet. Die Instrumentierung und das Arrangement sind ansonsten rockig-soulig mit markantem Beat. Auf dem neuen Album Liwoningo findet sich auch ein Stück, bei dem die brasilianische Funktruppe Bixiga 70 scharfe Bläsersätze beisteuert. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: August 2020

Amparo Sánchez – Schwere Zeiten

Amparo Sánchez ist eine der starken Frauen der spanischen Musikszene. Viele kennen die Aufnahmen ihrer Gruppe Amparanoia und ihre Soloplatten. Sie stammt eigentlich aus Grenada, hat aber lange in Barcelona gelebt. Grob gesprochen, konnte man sie in die dortige rockige Mestizo-Szene einordnen. Sie hatte aber immer ihren speziellen Sound, der sie aus der Masse heraushob. Es ist vor allem ihre ausdrucksstarke Stimme, die man sofort wiedererkennt. Auf ihren Soloalben streckte sie ihre Fühler auch nach Mexikanischem aus und arbeitete mit Calexico zusammen, der Gruppe aus Arizona. 2014 veröffentlichte sie einen autobiografischen Roman, in dem sie unter anderem ihre schlimmen Erfahrungen mit Gewalt in der Ehe verarbeitet hat. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Juli 2020

Junger Ghana-Highlife

Highlife war in den 1950/60er Jahren die angesagte Musik in Teilen Westafrikas. Der Nigerianer Fela Kuti hatte mit Highlife begonnen und ihn dann mit Soul und Jazz zum Afrobeat weiterentwickelt. Als Highlife-Hotspot gilt Ghana. Einer der dortigen Superstars war in den 1950er Jahren E.T. Mensah und auch heute noch sind alte Haudegen dieses Stils, wie Ebo Taylor und Gyedu-Blay Ambolley aktiv. Santrofi ist eine achtköpfige Truppe jüngerer Musiker, die bei den alten Meistern in die Lehre gegangen sind und auf Alewa zeigen, dass dieser sehr melodische Musikstil keineswegs zum nostalgischen Rentnerzeitvertreib verkommen ist. Mit scharfen Bläsersätzen, funky Gitarrenläufen, einem dichten Mid-Tempo-Groove und harmonischem Gesang beweisen Santrofi, dass der Highlife lebt und immer noch begeistert. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Juni 2020

Großmeister des Maloya

Die Musikstile auf den verschiedenen Inseln des Indischen Ozeans vor der Ostküste Afrikas sind unterschiedlich und haben sich doch gegenseitig beeinflusst. Für die Überschneidungen sind der französische Kolonialismus und spätere Migrationen verantwortlich. Der Maloya ist der typische Stil La Réunions, der mit dem Séga auf Mauritius und Madagaskar verwandt ist. Charakteristisch für den Maloya sind Call-and-Response-Gesang und die fast ausschließliche Begleitung durch Perkussionsinstrumente. Der bedeutendste Maloya-Musiker ist der 65-jährige Danyèl Waro, der sein erstes Album vor über dreißig Jahren herausbrachte. Auf dem aktuellen Album Tinn Tout singt er wieder mit hoher Stimme auf Kreol und die Kayamb, das typische, flache, kastenartige Schüttelinstrument ist allgegenwärtig. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Mai 2020

Russland – erstaunliche Vielfalt

Die riesige Russische Föderation ist in Westeuropa – abgesehen von Klassik, den Don Kosaken und Tuva – in musikalischer Hinsicht Terra incognita. Jetzt gibt es aber eine üppige Doppel-CD, die bestens geeignet ist, um in die Vielfalt der dortigen Roots-orientierten Musik einzutauchen. Die Folk-Expertin Daryana Antipova aus dem Sibirischen Krasnojarsk hat Folk & Great Tunes from Russia fachkundig zusammengestellt. Enthalten sind überwiegend aktuelle Aufnahmen vom westlichen Russland bis ins fernste Sibirien. So hört man unter anderem Klezmer aus Sankt Petersburg mit Dobranotch, alte westsibirische Lieder von Daryna Antipovas eigener Gruppe Vedan Kolod, Khöömii-Klänge von Radik Tyulyush aus Tuva und schamanische Gesänge des Frauentrios Ayarkhaan aus Jakutsien mit viel Maultrommeleinsatz. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: April 2020

Aynur – die kurdische Diva

Das Schicksal der Kurd*innen schlägt sich eindringlich im neuen Album von Aynur nieder. Die kurdische Sängerin wurde hier zuerst durch Fatih Akins Istanbul-Film „Crossing the Bridge“ bekannt und musste die Türkei verlassen, nachdem man ihr vorgeworfen hatte, mit dem Lied „Keçe Kurdan“ den bewaffneten Kampf zu unterstützen. Das neue Album trägt den Titel Hedûr (Trost) und fordert zur Selbstbesinnung auf, um den Klang des eigenen Menschseins zu entdecken. Die berührenden kurdischen Lieder mit türkischer und englischer Übersetzung im Booklet werden unter anderem mit Piano und Streichquartett eindrucksvoll in Szene gesetzt. Die Interpretation der Kompositionen geht über pure traditionelle Formen hinaus und schließt auch freie, jazzige Akzente mit ein. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: März 2020

Ambolley quicklebendig

Nicht nur in Nigeria, sondern auch in Ghana stand die Wiege des Afrobeat, als dessen bekannteste Protagonisten Fela Kuti und Tony Allen gelten. Entwickelt hat er sich in beiden Ländern aus dem Highlife. Der Ghanaer Gyedu-Blay Ambolley ist einer der Musiker, die in Europa zu lange im Schatten der großen Namen standen. Der heute über siebzigjährige wurde in der Stadt Sekondi geboren und hat mehr als 30 Platten veröffentlicht. Einige seiner alten Scheiben sind in letzter Zeit wiederveröffentlich worden. 2017 erschien eine neue Platte und jetzt gibt es wieder eine: 11th Street, Sekondi. Die Stücke bewegen sich zwischen swingendem Highlife und Afrobeat mit seinem beeindruckenden Groove. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Februar 2020

Haiti trifft New Orleans

Es ist schon eigentümlich, dass auf der karibischen Insel Hispaniola zwei ganz unterschiedliche Musikstile nebeneinander existieren. Im Osten, in der Dominikanischen Republik, findet man spanisch geprägte Latinoklänge. Im Westen, also in Haiti, das von Frankreich besetzt war, gibt es einen ganz spezifischen kreolischen Sound mit unüberhörbar afrikanischen Wurzeln. Die Folgen des verheerendes Erdbebens im Jahre 2010 sind im bitterarmen und krisengeschüttelten Land bis heute nur unzureichend behoben worden. In der Folge dieses Unglücks gründeten alte und junge Musiker*innen des Landes die Band Lakou Mizik, die jetzt ihr zweites Album veröffentlicht hat. Für HaitiaNola haben sie den Kontakt zu Musiker*innen aus New Orleans, unter anderem Cyril Neville und Leyla McCalla, gesucht; gar nicht abwegig, denn dort leben viele Nachkommen von Haitianer*innen, die vor 200 Jahren flüchteten. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Januar 2020

Frauen-Gnawa-Funk

Gnawa-Musik ist – war – eine strikt männliche Domäne: Die erst 23-jährige Marokkanerin Asmaâ Hamzaoui schreibt mit ihren Mitstreiterinnen von Bnat Timbouktou ein neues Kapitel der langen Gnawa-Geschichte. Gnawa sind die Nachkommen verschleppter schwarzafrikanischer Sklav*innen in Nordafrika mit einem ganz besonderen, gleichnamigen Musikstil. Typisch dafür ist der Call-and-Response-Gesang, die rhythmische Begleitung mit den Metallkastagnetten Qraqab und der Klang der jahrhundertealten großen Gmiimbri-Laute, die mächtige Basstöne beisteuert. Asmaâ Hamzaoui lernte bei ihrem Vater, einem hochgeachteten Gnawa-Experten. Kritik von Traditionalist*innen, die eine weibliche Gnawa-Band unschicklich finden, ignoriert sie konsequent. Auf dem Album Oulad Lghaba hört man starke Stimmen, treibenden Qraqab-Groove und Hamzaouis virtuoses, höchst perkussives Gimbrispiel. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Dezember 2019

Westpapua – eine musikalische Anklage

1998 verübten indonesische Einheiten auf der Insel Byak (Biak) im besetzten Westpapua ein Massaker an unbewaffneten Demonstrant*innen, die für die Unabhängigkeit eintraten. Das Land war in den Jahrhunderten zuvor unter Kontrolle von niederländischen, britischen und deutschen Kolonialtruppen gewesen und wurde 1963 auf Druck der USA von der UNO Indonesien zugesprochen. Die Greueltaten während des sogenannten Byak-Massakers wurden 2013 im Rahmen eines unabhängigen Tribunals aufgearbeitet. Das australische Wantok Label hat die wichtigsten Ergebnisse dieser Untersuchung jetzt in musikalischer Form als CD mit einem großformatigen Booklet aufbereitet. Zahlreiche Musiker*innen aus Westpapua und benachbarten Ländern haben das Werk eingespielt. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: November 2019

Miriam Makeba remastert

Miriam Makeba hat als erste afrikanische Künstler*in 1968 die Pop-Hitparaden Europas und Amerikas mit ihrem Lied Pata Pata erobert. Sie hatte das in der Sprache der Xhosa gesungene Stück schon Jahre vorher einmal in ihrer Heimat, der Republik Südafrika, aufgenommen. Nach einer Auslandsreise 1959 ließ das weiße Apartheidsregime sie nicht zurück und mit Unterstützung des Sängers und Bürgerrechtlers Harry Belafonte setzte sie ihre Karriere in den USA fort. Trotz ihres Charterfolges führte ihr Engagement für die US-Bürgerrechtsbewegung zu Repressalien, die sie zwangen, in das westafrikanische Guinea zu gehen. Auch hier blieb sie eine laute und scharfe Kritikerin von Apartheid und Rassismus. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Oktober 2019

Mísia zwischen Hölle und Himmel

Zwei Jahre lang kämpfte die in Porto geborene Mísia gegen eine schwere Erkrankung und hat diese schlimme Zeit auf ihrem aktuellen Album verarbeitet. Pura Vida (Banda Sonora) hat Ecken und Kanten und ist gerade deshalb sehr berührend. Mísia hat ihr erstes Album 1991 veröffentlicht und begeisterte seitdem mit 13 Platten die Aufgeschlossenen und verschreckte die Fado-Puristen nicht nur damit, dass sie sich nicht an die kanonisierte Instrumentalisierung hielt. Im Begleittext zur aktuellen CD erklärt sie, dass es sich nicht um eine Fado-Platte handelt, Fado sei aber durchaus enthalten. Bemerkenswert ist der Einsatz der verzerrten E-Gitarre, die die Hölle, die sie erlebt hat, symbolisiert, während die traditionelle portugiesische Gitarre mit ihrem zarten Klang den Himmel darstellt. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: September 2019

Santana und Buika erkunden Afrika

Carlos Santana bei den Weltmusiktipps? Temporäre geistige Umnachtung beim Rezensenten? Keineswegs! Der Mexikaner hat immer gut in die Rockschublade gepasst, aber seit Anbeginn war sein Stil eindeutig von der Musik Lateinamerikas geprägt und Indien hat ihn zeitweilig auch inspiriert. 2014 erschien das Album Corazón, mit klarem Schwerpunkt auf Lateinamerika und jetzt kommt Afrika Speaks. Hier erkundet er die Beziehungen zwischen Afro-Amerika und Afrika. Das Album ist vor allem auch deshalb stark, weil Buika, die explosive, spanische Free-Flamenco-Sängerin mit afrikanischen Wurzeln, am Mikrofon steht. Natürlich ist Santanas einmaliger Gitarrenstil immer präsent. Der 72-jährige Mexikaner und die 47-jährige Spanierin haben hier eine Platte produziert, die wegen der Afrika-basierten Perkussion stets bestens groovt, auch in den ruhigeren Stücken. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: August 2019

Neues vom Mali-Rocker

Nach zwei ausgezeichneten Live-Alben in Folge hat Oumar Konaté sein drittes Studioalbum I Love You Inna veröffentlicht. Dem jungen Sänger und Gitarristen aus Gao in Nordmali und seiner Band ist es bestens gelungen, die hitzige Atmosphäre seiner Liveauftritte auch ins Studio zu bringen. Konaté, auch ein starker Sänger, zeigt wieder seine bemerkenswerten Gitarrenkünste zwischen virtuoser Akustik und rockiger, teilweise mit Wah-Wah-Effekten verstärkter Elektrik. Bass und Drums schaffen eine kraftvolle Basis und bei vielen Stücken sorgen traditionelle Instrumente, wie die Kamele Ngoni und Kalebassen, aber auch eine gelegentliche Violine für zusätzliche westafrikanische Erdung. Auch ohne das totgedudelte 12-taktige Schema hat Konaté eine bluesige Stimmung, weil diese in Mali traditionell verwurzelt ist. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Juli 2019

Jemen-Pop aus Israel

A-WA ist eine Gruppe von drei Schwestern, deren Eltern aus dem Jemen stammen. Tair, Liron und Tagel Haim verbrachten ihre Jugend im ariden Süden Israels und wuchsen mit der arabisch geprägten Musik der jemenitischen Juden auf. Die Pop-Sängerin Ofra Haza hatte die Traditionen des Jemen bereits 1984 popularisiert. A-WA geht einen Schritt weiter und mixt das mit Rock, Hip-Hop und Electronics. Diese aufregende Mischung der Gruppe hatte schon 2016 mit dem Song „Habib Galbi“ die Clubs selbst in Europa erreicht. Auf ihrem zweiten Album Bayti Fi Rasi geht es genauso rasant weiter. Dazu kommen kritische Texte, die u.a. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Juni 2019

Das junge Argentinien

Wer bei Argentinien nur an Tango denkt, liegt falsch. Die jungen Musiker*innen dort orientieren sich längst pan-(latein)amerikanisch und auch global, vergessen dabei aber keineswegs ihre Wurzeln. La Yegros – eigentlich Mariana Yegros – stammt aus dem Norden Argentiniens, wo der volkstümliche Chamamé und auch brasilianische Rhythmen beliebt sind, und lebt heute in Buenos Aires und Frankreich. Ihren Stil bezeichnet sie als „Nu Cumbia“. Er verbindet alles, was Lateinamerika musikalisch zu bieten hat, mit Electronics und Rap, mit klarer Betonung auf akustischen Instrumenten. Auf La Yegros’ jetzt veröffentlichtem dritten Album Suelta hört man ganz oft die indianische Andenflöte und auch das Akkordeon ist stets präsent. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Mai 2019

Syrische Melancholie

Waed Bouhassoun ist eine der wenigen Frauen, die die arabische Oud-Laute spielen. Sie stammt aus dem Süden Syriens, hat in Damaskus das Konservatorium besucht und ist später nach Frankreich gegangen. Waed Bouhassoun singt auch und war bereits Mitglied im Ensemble des Experten für Alte Musik, Jordi Savall. Bouhassouns Debutalbum erschien 2009 und jetzt ist ihre vierte Platte Safar: les âmes retrouvées erhältlich. Teils handelt es sich bei den Aufnahmen um Eigenkompositionen und Traditionelles aus Syrien, teils sind es Lieder aus anderen Gegenden, wie aus der Türkei oder dem historischen Andalusien. Die Grundstimmung ist melancholisch. Bouhassoun wird von der türkischen Saz, Perkussion und der Ney-Flöte begleitet, die unter anderem vom berühmten türkischen Sufi-Spezialisten Kudsi Erguner beigesteuert wird. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: April 2019

Aufregendes Karelien

Das Quartett Suistamon Sähkö gehört in die musikalische Abteilung der finnischen Wilden und hat ein besonders prickelndes zweites Album veröffentlicht. Die Akkordeonistin und Sängerin Anne-Mari Kivimäki erforschte in ihrer Doktorarbeit die Musik Kareliens und der Region Suistamo, hat dies dann mit ihrem Duo „Puhti“ musikalisch umgesetzt und führt es nun mit dieser Band fort. An Kivimäkis Seite stehen der renommierte Elektroniker Eero Grundström, sowie eine Sängerin und ein Sänger. Der Titel des Albums Etkot pectopah ja etnoteknoa beschreibt, worum es geht: erst in die russische Kneipe und dann Ethno-Techno. Inhaltlich verarbeitet die Gruppe die Geschichte Kareliens, die von gewaltsamen Auseinandersetzungen und Feindschaft geprägt war und das heute zu Finnland und Russland gehört. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: März 2019

Palästinensisches im Doppelpack


Zwei ganz unterschiedliche palästinensische Platten sind jetzt erschienen. Die drei Brüder vom berühmten Trio Joubran haben acht Jahre gebraucht, um The Long March herauszubringen. Wie schon auf früheren Platten hört man die Stimme des Poeten Mahmoud Darwish und auch Pink Floyds Roger Waters ist beteiligt. Die drei Ouds der Ausnahmekünstler aus Nazareth stehen im Zentrum. Der Pariser Produzent Renaud Letang hat sie aber in elektronische Klänge gebettet, woran man sich erst einmal gewöhnen muss. Die 25 Musikstudentinnen, die sich Daughters of Jerusalem nennen, kommen aus dem arabischen Osten dieser Stadt. Auf ihrer CD findet man volkstümlich klingende, palästinensische Lieder von Größen wie Rim Banna und den Rahbani Brüdern in beeindruckendem Chorgesang mit Begleitung von Cello, Kontrabass, Perkussion und Kanun. mehr lesen / lire plus