Willis Tipps: November 2019

Miriam Makeba remastert

Miriam Makeba hat als erste afrikanische Künstler*in 1968 die Pop-Hitparaden Europas und Amerikas mit ihrem Lied Pata Pata erobert. Sie hatte das in der Sprache der Xhosa gesungene Stück schon Jahre vorher einmal in ihrer Heimat, der Republik Südafrika, aufgenommen. Nach einer Auslandsreise 1959 ließ das weiße Apartheidsregime sie nicht zurück und mit Unterstützung des Sängers und Bürgerrechtlers Harry Belafonte setzte sie ihre Karriere in den USA fort. Trotz ihres Charterfolges führte ihr Engagement für die US-Bürgerrechtsbewegung zu Repressalien, die sie zwangen, in das westafrikanische Guinea zu gehen. Auch hier blieb sie eine laute und scharfe Kritikerin von Apartheid und Rassismus. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Oktober 2019

Mísia zwischen Hölle und Himmel

Zwei Jahre lang kämpfte die in Porto geborene Mísia gegen eine schwere Erkrankung und hat diese schlimme Zeit auf ihrem aktuellen Album verarbeitet. Pura Vida (Banda Sonora) hat Ecken und Kanten und ist gerade deshalb sehr berührend. Mísia hat ihr erstes Album 1991 veröffentlicht und begeisterte seitdem mit 13 Platten die Aufgeschlossenen und verschreckte die Fado-Puristen nicht nur damit, dass sie sich nicht an die kanonisierte Instrumentalisierung hielt. Im Begleittext zur aktuellen CD erklärt sie, dass es sich nicht um eine Fado-Platte handelt, Fado sei aber durchaus enthalten. Bemerkenswert ist der Einsatz der verzerrten E-Gitarre, die die Hölle, die sie erlebt hat, symbolisiert, während die traditionelle portugiesische Gitarre mit ihrem zarten Klang den Himmel darstellt. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: September 2019

Santana und Buika erkunden Afrika

Carlos Santana bei den Weltmusiktipps? Temporäre geistige Umnachtung beim Rezensenten? Keineswegs! Der Mexikaner hat immer gut in die Rockschublade gepasst, aber seit Anbeginn war sein Stil eindeutig von der Musik Lateinamerikas geprägt und Indien hat ihn zeitweilig auch inspiriert. 2014 erschien das Album Corazón, mit klarem Schwerpunkt auf Lateinamerika und jetzt kommt Afrika Speaks. Hier erkundet er die Beziehungen zwischen Afro-Amerika und Afrika. Das Album ist vor allem auch deshalb stark, weil Buika, die explosive, spanische Free-Flamenco-Sängerin mit afrikanischen Wurzeln, am Mikrofon steht. Natürlich ist Santanas einmaliger Gitarrenstil immer präsent. Der 72-jährige Mexikaner und die 47-jährige Spanierin haben hier eine Platte produziert, die wegen der Afrika-basierten Perkussion stets bestens groovt, auch in den ruhigeren Stücken. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: August 2019

Neues vom Mali-Rocker

Nach zwei ausgezeichneten Live-Alben in Folge hat Oumar Konaté sein drittes Studioalbum I Love You Inna veröffentlicht. Dem jungen Sänger und Gitarristen aus Gao in Nordmali und seiner Band ist es bestens gelungen, die hitzige Atmosphäre seiner Liveauftritte auch ins Studio zu bringen. Konaté, auch ein starker Sänger, zeigt wieder seine bemerkenswerten Gitarrenkünste zwischen virtuoser Akustik und rockiger, teilweise mit Wah-Wah-Effekten verstärkter Elektrik. Bass und Drums schaffen eine kraftvolle Basis und bei vielen Stücken sorgen traditionelle Instrumente, wie die Kamele Ngoni und Kalebassen, aber auch eine gelegentliche Violine für zusätzliche westafrikanische Erdung. Auch ohne das totgedudelte 12-taktige Schema hat Konaté eine bluesige Stimmung, weil diese in Mali traditionell verwurzelt ist. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Juli 2019

Jemen-Pop aus Israel

A-WA ist eine Gruppe von drei Schwestern, deren Eltern aus dem Jemen stammen. Tair, Liron und Tagel Haim verbrachten ihre Jugend im ariden Süden Israels und wuchsen mit der arabisch geprägten Musik der jemenitischen Juden auf. Die Pop-Sängerin Ofra Haza hatte die Traditionen des Jemen bereits 1984 popularisiert. A-WA geht einen Schritt weiter und mixt das mit Rock, Hip-Hop und Electronics. Diese aufregende Mischung der Gruppe hatte schon 2016 mit dem Song „Habib Galbi“ die Clubs selbst in Europa erreicht. Auf ihrem zweiten Album Bayti Fi Rasi geht es genauso rasant weiter. Dazu kommen kritische Texte, die u.a. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Juni 2019

Das junge Argentinien

Wer bei Argentinien nur an Tango denkt, liegt falsch. Die jungen Musiker*innen dort orientieren sich längst pan-(latein)amerikanisch und auch global, vergessen dabei aber keineswegs ihre Wurzeln. La Yegros – eigentlich Mariana Yegros – stammt aus dem Norden Argentiniens, wo der volkstümliche Chamamé und auch brasilianische Rhythmen beliebt sind, und lebt heute in Buenos Aires und Frankreich. Ihren Stil bezeichnet sie als „Nu Cumbia“. Er verbindet alles, was Lateinamerika musikalisch zu bieten hat, mit Electronics und Rap, mit klarer Betonung auf akustischen Instrumenten. Auf La Yegros’ jetzt veröffentlichtem dritten Album Suelta hört man ganz oft die indianische Andenflöte und auch das Akkordeon ist stets präsent. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Mai 2019

Syrische Melancholie

Waed Bouhassoun ist eine der wenigen Frauen, die die arabische Oud-Laute spielen. Sie stammt aus dem Süden Syriens, hat in Damaskus das Konservatorium besucht und ist später nach Frankreich gegangen. Waed Bouhassoun singt auch und war bereits Mitglied im Ensemble des Experten für Alte Musik, Jordi Savall. Bouhassouns Debutalbum erschien 2009 und jetzt ist ihre vierte Platte Safar: les âmes retrouvées erhältlich. Teils handelt es sich bei den Aufnahmen um Eigenkompositionen und Traditionelles aus Syrien, teils sind es Lieder aus anderen Gegenden, wie aus der Türkei oder dem historischen Andalusien. Die Grundstimmung ist melancholisch. Bouhassoun wird von der türkischen Saz, Perkussion und der Ney-Flöte begleitet, die unter anderem vom berühmten türkischen Sufi-Spezialisten Kudsi Erguner beigesteuert wird. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: April 2019

Aufregendes Karelien

Das Quartett Suistamon Sähkö gehört in die musikalische Abteilung der finnischen Wilden und hat ein besonders prickelndes zweites Album veröffentlicht. Die Akkordeonistin und Sängerin Anne-Mari Kivimäki erforschte in ihrer Doktorarbeit die Musik Kareliens und der Region Suistamo, hat dies dann mit ihrem Duo „Puhti“ musikalisch umgesetzt und führt es nun mit dieser Band fort. An Kivimäkis Seite stehen der renommierte Elektroniker Eero Grundström, sowie eine Sängerin und ein Sänger. Der Titel des Albums Etkot pectopah ja etnoteknoa beschreibt, worum es geht: erst in die russische Kneipe und dann Ethno-Techno. Inhaltlich verarbeitet die Gruppe die Geschichte Kareliens, die von gewaltsamen Auseinandersetzungen und Feindschaft geprägt war und das heute zu Finnland und Russland gehört. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: März 2019

Palästinensisches im Doppelpack


Zwei ganz unterschiedliche palästinensische Platten sind jetzt erschienen. Die drei Brüder vom berühmten Trio Joubran haben acht Jahre gebraucht, um The Long March herauszubringen. Wie schon auf früheren Platten hört man die Stimme des Poeten Mahmoud Darwish und auch Pink Floyds Roger Waters ist beteiligt. Die drei Ouds der Ausnahmekünstler aus Nazareth stehen im Zentrum. Der Pariser Produzent Renaud Letang hat sie aber in elektronische Klänge gebettet, woran man sich erst einmal gewöhnen muss. Die 25 Musikstudentinnen, die sich Daughters of Jerusalem nennen, kommen aus dem arabischen Osten dieser Stadt. Auf ihrer CD findet man volkstümlich klingende, palästinensische Lieder von Größen wie Rim Banna und den Rahbani Brüdern in beeindruckendem Chorgesang mit Begleitung von Cello, Kontrabass, Perkussion und Kanun. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Februar 2019

Burkina-Faso-Groove

Zwischen Mali und Ghana liegt Burkina Faso, ein Land, das in der Weltmusikszene ein Schattendasein führt, obwohl es dort ganz Aufregendes zu entdecken gibt, wie die aktuelle CD von Baba Commandant & The Mandingo Band beweist. Die zweite Platte der Gruppe heißt Sira Ba Kele und enthält sechs Tracks mit ansteckenden Grooves, die sich auf die traditionelle Musik des Mandinka-Volkes stützen, aber auch nicht verleugnen, dass die Band sich mit Afrobeat auskennt. Bass und Schlagzeug bilden die polyrhythmische Basis für die kantige Stimme des „Kommandanten“ Mamadou Sanou, der auch die Kamele-Ngoni-Spießlaute spielt. Aus dem rechten Lautsprecher tönen unaufhörlich die perkussiven Klangkaskaden des Balafons und von links kommen die nervösen Funk-Sounds der elektrischen Gitarre. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Januar 2019

Salif Keitas starkes letztes Stück

Das sei sein letztes Album, hat Salif Keita erklärt. Keita, eine der größten Stimmen Afrikas, stammt aus dem höchsten malischen Adel und hätte deshalb gar nicht Musiker werden dürfen. Trotzdem ging er Ende der 1960er Jahre als Sänger zur legendären Rail Band in Bamako und dann zu Les Ambassadeurs. Mitte der 1980er zieht es ihn nach Paris und er veröffentlicht 1987 die Meilensteinplatte „Soro“. Zeitgleich mit Mory Kanté („Yeke Yeke“) erobert er damit das neugierige Publikum Europas, indem er die traditionelle Musik Malis mit Synthesizerklängen auf den neusten Stand bringt. Später widmet er sich zeitweilig auch akustischen Klängen, nutzt dann aber weiter überwiegend elektrische Sounds. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Dezember 2018

Lettische Frauenpower

Die Musik Skandinaviens hat schon seit Langem eine treue Fangemeinde. Wer solche Klänge mag, darf die Scheibe dieser baltischen Band auf keinen Fall verpassen. Tautumeitas ist eine sechsköpfige Frauenvokalgruppe aus Lettland, die sich selbst mit zwei Violinen und dem Akkordeon begleitet. Zur Verstärkung haben sie Blasmusiker, einen Bassisten und einen Schlagzeuger, der auch den Synthesizer bedient, ins Studio geholt. Die flotten Kompositionen haben einen engen Bezug zu den traditionellen Gesängen Lettlands, in denen ich Ähnlichkeiten zur finnischen Musik entdecke. Neben starken Solostimmen besticht vor allem der mächtige Chorgesang, der auf einem voluminösen instrumentalen Teppich steht und hochmodern klingt. Vor einigen Monaten hatte die Gruppe bereits ein spannendes Album gemeinsam mit einem Dudelsackensemble veröffentlicht („Auli & Tautumeitas“). mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: November 2018

Von Neapel um die Welt


Über Floriana Cangiano, kurz FLO, die gerade ihr drittes Album herausgebracht hat, gibt es zahlreiche Artikel im Internet, aber ausschließlich in Italienisch. Sie lebt in Neapel, ist Singer-Songwriterin und Schauspielerin und in Italien sehr bekannt. Ihr Album La Mentirosa wurde von Daniele Sepe produziert, der als Musiker seit den 1990ern musikalische Grenzen überschreitet. So ist denn auch FLOs Platte ein spannendes, multikulturelles Projekt geworden, in dem traditionelle süditalienische Taranta-Musik unter anderem auf Brasilianisches von Milton Nascimento und Mexikanisches trifft. Besonders eindrucksvoll ist das Lied über die mexikanische Legende Chavela Vargas. Die Platte mit zwölf Stücken ist voller Überraschungen, sowohl was die Musik, als auch was die Instrumentierung angeht. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Oktober 2018

Endlich wieder Mariachi

Es gibt Klassiker, die pur und ohne modischen Schnick-Schnack auch heute noch begeistern. Mariachi Reyna de Los Angeles wurde 1991 gegründet und entspringt der großen Bevölkerungsgruppe in L.A., die ihre Wurzeln in Mexiko hat. Ungewöhnlicherweise ist es eine zehnköpfige reine Frauenkapelle, die sowohl in der Latino-Gemeinschaft der USA wie auch in Mexiko großes Ansehen genießt. Sie hat alles dabei, was den Mariachi ausmacht: schmachtende Geigen, überdrehte Trompeten, emotionsgeladene Stimmen und Sombreros. Dadurch, dass der Mariachi jahrzehntelang als kitschiges Soundklischee für sämtliche Hollywoodschinken mit mexikanischen Bezügen missbraucht wurde, hielten ihn viele schließlich für einen nicht ernst zu nehmenden musikalischen Witz. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps
: September 2018

Brillantes indisches Debut

Anandi Bhattacharya ist eine erst 22-jährige indische Sängerin, die gerade ein bemerkenswertes Debutalbum herausgebracht hat. Über ihren Vater, den renommierten Slidegitarristen Debashish Bhattacharya, ist sie mit traditioneller indischer Musik wohlvertraut, zählt aber auch Ella Fitzgerald und Joni Mitchell zu ihren Einflüssen. Infolgedessen hat sie kein puristisches Album produziert, sondern ein Werk, das im Indischen fußt und sich doch stellenweise in andere Sphären wie den Flamenco hineinbewegt. Joys Abound belegt, dass sie den indischen Scat-Gesang, der die komplizierten Rhythmen der Tabla-Trommel imitiert, perfekt beherrscht und ihren Vortrag feindosiert mit Jazz zu würzen versteht. Diese Platte, bei der auch ihr Vater mitgewirkt hat, lässt die Hörer und Hörerinnen an der überschäumenden Freude teilhaben, die sie beim Einspielen im Studio hatte. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: August 2018

Hypnotische Maghreb-Grooves

Ammar 808 ist ein Sextett, das aus Marokko, Algerien und Tunesien kommt und zeigt, wie man Roots und Moderne knackig verbinden kann. Der kreative Kopf der Gruppe ist Sofyann Ben Youssef, der vorher schon mit Bargou 08 Aufmerksamkeit erregte. Sein Rezept besteht darin, überlieferten nordafrikanischen Gesang mit traditionellen Instrumenten durch dichte, treibende Arrangements aufzuheizen und einen massiven Bass-Beat unterzulegen, der dem Synthesizer-Urgestein TR-808 entlockt wird. Während der algerische Raï in seiner Blütezeit zu seichtem Pop neigte, bleibt es auf Maghreb United authentisch kratzig, geht aber doch in die Beine und erzeugt ein zwanghaftes, rhythmisches Kopfnicken beim Zuhörer. Anschließend fragt man sich, warum nicht schon vorher jemand darauf gekommen ist. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps
: Juli 2018

Eine ivorische Diva

Die Elfenbeinküste und die Stadt Abidjan waren lange das Mekka für afrikanische Kunst und Musik, bis Militärputsch und Bürgerkrieg dem ein trauriges Ende setzten. Um so schöner ist es, wieder etwas von Dobet Gnahoré zu hören, die 1999 von dort fliehen musste. Sie hat nach ihrem Debut 2004 jetzt mit Miziki ihre fünfte Platte herausgebracht, die alles, was man von modernen Produktionen klanglich erwarten kann, enthält und unüberhörbar ivorisch ist. Gnahoré singt auf Französisch und auf Bété – einer der 70 Sprachen in der Côte d’Ivoire – Balladen und muntere Up-Tempo-Nummern, die auch mal richtig rockig werden. Bis auf ein Stück stammen alle Kompositionen von Gnahoré. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps
: Juni 2018

Palästinensisches Vermächtnis

Die bedeutendste palästinensische Sängerin der letzten Jahrzehnte war Rim Banna aus Nazareth, die zunächst vergessene Kinderlieder ausgrub und sich dann zu einem Sprachrohr des Kampfes für die palästinensische Selbstbestimmung entwickelte. Im März dieses Jahres hat die 51-Jährige, die vor einigen Jahren an Krebs erkrankte, den langen Kampf gegen die Krankheit verloren. Krankheit und Therapie schädigten ihre Stimmbänder; dennoch konnte sie vorher noch 15 Lieder aufnehmen, die Persönliches und Politisches miteinander verbinden und nun posthum veröffentlicht worden sind. Der norwegische Pianist Bugge Wesseltoft und das tunesische Elektronik-Kollektiv „Checkpoint 303“ haben für die instrumentelle Begleitung gesorgt und dabei auch Scans von Rim Bannas Körper, die während ihrer Therapie angefertigt wurden, in elektronische Klänge transformiert. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps
: Mai 2018

(Be-)stechendes zypriotisches Trio

Dieses Trio ist musikalisch und in seinen Texten frech und unangepasst. Folgerichtig nennt es sein drittes Album Angathin (Stachel). Monsieur Doumani kommt aus Zypern und setzt Tzouras-Laute, akustische Gitarre und Posaune ein. Vor allem letztere bereichert die Musik mit einer ungewöhnlichen Klangfarbe und auch rhythmisch spannenden Elementen. Die Kompositionen der Gruppe basieren auf der Tradition Zyperns, in der sich Elemente aus Griechenland und Kleinasien besonders intensiv vermischt haben. Rhythmisch sind die 13 Lieder überwiegend flott, fast rockig und geprägt von einer rebellischen Attitüde. Die engagierten Texte verarbeiten Themen wie Umweltzerstörung, Ungerechtigkeit, Rassismus und Korruption und sind erfreulicherweise in englischer Übersetzung im Booklet enthalten. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps
: April 2018

Afrobeat – 2 × Kuti

Der von Fela Kuti und Tony Allen in den 1960er-Jahren aus der Vermischung von nigerianischen Elementen, Jazz und Funk geschaffenene Afrobeat erfreut sich weltweit bei Musikern großer Beliebtheit. Viele Epigonen schaffen es allerdings nicht, den hochkomplexen Rhythmusteppich zu erzeugen, der diesen Stil so unwiderstehlich macht. Felas Söhne Femi Kuti und Seun Kuti und ihre Bands beherrschen diesen schweißtreibenden Groove jedoch perfekt. Auf den aktuellen Alben der beiden sind auch die Bläsersätze messerscharf und die Texte politisch bissig, zugespitzt, mal zornig, mal kämpferisch optimistisch. Beide Platten sind verschieden, aber gleichwertig. Bei Femi klingt es wegen seiner Stimmlage und des allgegenwärtigen Keyboards gelassener, Seun ist aggressiver. mehr lesen / lire plus