Im Forschungsdschungel

von | 29.07.2011

Gleich mehrere Fragen zur Forschung musste der Hochschul- und Forschungsminister François Biltgen kürzlich beantworten. So wunderte sich der ADR-Abgeordnete Jean Colombera, warum das mit 25 Forschern besetzte „Centre for Systems in Biomedicine“ (LCSB) an der Uni Luxemburg bisher so wenig publiziert hat. Dieses Exzellenzzentrum für Forschung in Biomedizin soll neue Technologien für Bioinformatik sowie neue Strategien zur Behandlung von neurodegenerativen Krankheiten entwickeln. Biltgen weist in seiner Antwort darauf hin, dass das LCSB sich erst seit September 2009 im Aufbau befindet. So hätten die meisten Forscher erst zwischen Oktober 2010 und März 2011 ihre Tätigkeit aufgenommen. Immerhin seien in den letzten zwölf Monaten 13 wissenschaftliche Artikel publiziert worden. Zudem lasse sich der Erfolg des LCSB auch daran erkennen, dass es dem Zentrum innerhalb eines Jahres gelungen sei, als Partner in drei europäischen Forschungs-Konsortien die Federführung in der Bioinformatik zu übernehmen und dadurch fast eine Million Euro an Drittmittelgeldern nach Luxembourg zu holen. „Es gibt keinen Zweifel daran, dass die eingeschlagene Forschungsstrategie mit einer Priorisierung auf neurodegenerative Erkrankungen zum Erfolg führt“, so Biltgen. Optimistisch ist der Hochschul- und Forschungsminister auch was die internationale Zusammenarbeit anbelangt. Seit 2008 hat Luxemburg mit drei amerikanischen, Forschungsinstituten eine Partnerschaft. Colombera will in seiner Anfrage mehr über die Gewinnbeteiligung dieser Zusammenarbeit wissen. Laut Biltgen stünden für die gemeinnützigen Einrichtungen vor allem die wissenschaftliche Kooperation im Vordergrund. Luxemburg bietet diesen Instituten die Möglichkeit, eine wissenschaftliche Präsenz in Europa aufzubauen. Dagegen beruht die Zusammenarbeit des „Centre de Recherche Public Santé“ (CRP) mit dem Biodesign Institut „Partnership for personalized medicine“ auf einem Leistungsvertrag: Luxemburg hat einen Gesamtbetrag von 11,35 Millionen Euro über einen Zeitraum von dreieinhalb Jahren für die Durchführung eines Forschungsprojektes bezüglich Lungenkrebs bereitgestellt. Erträge aus der Vermarktung des geistigen Eigentums des Forschungsprojektes sollen zur Hälfte dem CRP Santé zukommen. Zurzeit schreitet laut Biltgen auch der Aufbau des Proteomiklabors zur molekular basierten Diagnose von Lungenkrebs voran. Anfang Dezember 2010 wurden erste Forschungsergebnisse bezüglich möglicher Proteomik-Biomarker erzielt, die es ermöglichen diejenigen Patienten zu identifizieren, welche besonders gut auf eine bestimmte Behandlung ansprechen. Jedoch sei die Suche nach neuen Biomarkern anhand der Proteomikforschung ein längerfristig ausgerichtetes Projekt, bei dem – aufgrund der umfangreichen Tests – erste Ergebnisse in der Therapie erst nach 5 bis 8 Jahren angewendet werden können.

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