Antibiotika im Hähnchenfleisch

von | 12.01.2012

In Deutschland sind in 11 von 20 untersuchten Proben von Hähnchen-fleisch antibiotikaresistente Keime gefunden wurden, wusste die deutsche Presse dieser Tage zu berichten. Diese Erreger können im Zuchtbetrieb und später bei der Zubereitung des Fleisches auf den Menschen übertragen werden und zur Bildung von Resistenzen gegen lebensrettende Medikamente führen. In einer dringenden Anfrage fordert der Europaapgeordnete Claude Turmes die EU-Kommission jetzt auf, konkrete europaweite Regelungen zu unterbreiten, mit denen der prophylaktische Einsatz von Antibiotika in der Viehzucht stufenweise eingestellt wird. Zudem wünscht er sich eine stärkere Kontrolle der Verschreibung von Antibiotika in der Tierzucht. „Die EU-Kommission steht aus Gründen des Gesundheits- und Tierschutzes in der Pflicht, Antibiotika in der Tierzucht zu verbieten. Das kann konsequenterweise nur durch eine andere, naturnahere Landwirtschaft geschehen. Die EU-Agrarreform ist eine Chance, diesen Umstieg anzugehen“, erklärt Claude Turmes. Eigentlich ist der Einsatz von Antibiotika nur im Krankheitsfall erlaubt. Doch zu oft setzten Landwirte sie auch vorbeugend ein – auch um den Profit zu erhöhen. Die Zugabe von Antibiotika, erhöht zwar den Fleisch- oder Milchertrag, doch führt eine weitverbreitete Verwendung von Antibiotika zu möglichen Resistenzen bei den Tieren, so dass bakterielle Tierseuchen sich rasant ausbreiten können.

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