Jäger: Schweres Geschütz

von | 13.02.2014

(lm) – Die Wahlen vom 20. Oktober beförderten nicht nur die Grünen – erstmalig – in die Regierung und die CSV in die Opposition. In gewisser Weise ist auch der Mouvement écologique an der Regierung beteiligt – und die Jägerschaft in der Opposition. Am 4. Februar begrüßte der Mouvement per Kommuniqué mehrere Neuerungen im Jagdkalender 2014-15, wie die Begrenzung der Treibjagden auf acht Wochen im Herbst und die Abschaffung der „Selektionskriterien über das Geweih“ bei der Jagd auf den Hirsch. Wichtigster Kritikpunkt des Mouvement am Kalender: „Nicht ein einziger Monat im Jahr wäre jagdfrei!“ Die NGO schlug vor, ab März eine viermonatige vollständig jagdfreie Periode einzuführen. Tags darauf meldete sich der Staatssekretär für Nachhaltigkeit, Camille Gira, ein ehemaliger Mouvement-Aktivist, zu Wort: Der Jagdkalender stamme von seinem Amtsvorgänger, er habe aber immerhin die Begrenzung der Treibjagd durchgesetzt und die Jagd auf den Hirsch vereinfacht, um „die Trophäenjagd nicht zu begünstigen“. Eine der Prioritäten bei der Erstellung des nächsten Jagdkalenders sei die Einführung einer generell jagdfreien Ruheperiode für das Wild, so Gira. Auf die beiden in sachlichem Ton gehaltenen Kommuniqués folgte am 11. Februar eines der Jägerföderation mit dem Titel „Realitätsverleugnung, Unwahrheiten, Populismus, Widersprüche, Vetternwirtschaft: der neue Regierungsstil?“ Die FSHCL bestreitet, dass das Ministerium keine Zeit gehabt habe, den Jagdkalender anzupassen und unterstreicht, die Begrenzung der Treibjagden sei auf ihre Initiative erfolgt. Dass das Ministerium betont, es wolle die Trophäenjagd nicht begünstigen, diene dazu, „dem Bedürfnis der Demagogie Genüge zu tun“. Laut Jägerföderation ist es auch wildbiologisch sinnvoll, „alte und reife Hirsche“ heranwachsen zu lassen. Einen inhaltlichen Konflikt scheint es aber nur bei der Forderung nach einer Ruheperiode zu geben. Die FSHCL bemängelt, dass innerhalb des Conseil supérieur de la chasse diese Position nur vom Vertreter des Mouvement écologique vertreten werde – und vom zuständigen Staatssekretär. Dies sei ein Fall von „Vetternwirtschaft und Klientelismus“. Abschließend versichert die Föderation, sie sei einem „konstruktiven Dialog und einer positiven Zusammenarbeit keineswegs abgeneigt“. Dabei klingt das Kommuniqué eher wie eine Kriegserklärung. Doch weder die eventuellen Missdeutungen und Unterstellungen des Staatssekretärs, noch der Dissens in Sachen Ruheperiode lassen den agressiven Ton der FSHCL nachvollziehbar erscheinen. Die Jägerschaft hat wohl Schwierigkeiten, ähnlich wie die CSV, ihre jahrzehntelange Vormachtstellung aufzugeben und die Oppositionsrolle zu akzeptieren.

Dat kéint Iech och interesséieren

NEWS

Bardella : retour à la matrice antisémite

C’est la bombe politique de la semaine en France : Mediapart a exhumé des écrits antisémites du président du RN, Jordan Bardella, lorsque celui-ci entamait sa fulgurante ascension au sein du parti lepéniste, il y a un peu plus d’une dizaine d’années. « Toutes les banques sont détenus (sic) par des juifs », écrit-il par exemple, faute...

NEWS

Logement : des ménages pour qui tout va bien

« Les bailleurs sont fortement surreprésentés parmi les ménages les plus aisés : ils constituent une part importante des ménages à hauts revenus et la majorité des hauts patrimoines », conclut une note du ministère du Logement, publiée ce 28 septembre. Consacrée au profil des ménages bailleurs au Luxembourg, l’étude évalue qu’« entre 30.000 et...

NEWS

Richtung 22 und frEsch gehen vor Gericht

Kommende Woche startet ein Gerichtsprozess zwischen dem Künstler*innenkollektiv „Richtung 22“ und der „frEsch asbl”. Letzteres ist der Verein, über den die Gemeinde Esch einige ihrer Aktivitäten im Kulturbereich abwickelt. Ab dem 8. Oktober wird darüber verhandelt, ob Richtung 22 im „Batîment 4“ bleiben darf. Seit 2024 gibt es zwischen den...