Werbung im Dunkeln

von | 06.03.2014

(rg)
– Seit Anfang der 1990er Jahre finanziert der Luxemburger Staat die
sogenannte „pige publicitaire“. Sie umfasst die Erhebung der in den
Luxemburger Printmedien veröffentlichten Anzeigen, aber auch der von den
klassischen audiovisuellen Medien ausgestrahlten Werbespots. Aufgrund
der geltenden Preistabellen werden die Brutto-Werte des Werbeaufkommens
nach Medien, aber auch nach Produktbranchen zusammengestellt. Die
kontinuierliche Erfassung soll eine Einschätzung über längere Zeiträume
ermöglichen, ob es zu Verschiebungen im Werbemarkt kommt und zu welchen.
Konkret ging es anfangs darum, den Impakt der Einführung eines
täglichen Luxemburger Fernsehprogramms auf die gedruckte Presse zu
messen, was auch eine periodische Anpassung der Presshilfe legitimierte.
Das Aufkommen des Internets und die daraus entstandenen neuen
Werbemöglichkeiten stellte die „pige“ vor ganz neue Herausforderungen.
Die spannende Frage, welchen Teil des Werbekuchens Google und andere
Internetanbieter den traditionellen Medien wegschnappen, wird aber
unbeantwortet bleiben. Die Regierung und allen voran Medienminister
Xavier Bettel haben die Reißleine gezogen und werden die „pige“ ab April
stoppen. Das erspart dem Luxemburger Staat etwa 220.000 Euro pro Jahr,
doch wird eine ganze Branche in nächster Zeit wohl im Dunkeln tappen und
das in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.

Dat kéint Iech och interesséieren

NEWS

Droit du travail dans le monde : de mal en pis

Le droit du travail et les droits syndicaux étaient en recul partout dans le monde en 2025, constate la Confédération syndicale internationale (CSI), dans la treizième édition de son « Indice des droits ». Parmi les indicateurs les plus dégradés, elle pointe une hausse « des violations de la liberté d’expression et de réunion » (dans 50 % des...

NEWS

Lebensmittelpolitik scheitere an politischem Willen

Der 2019 gegründete Verein „Foodsharing“ äußerte diese Woche scharfe Kritik an der Lebensmittelpolitik der Regierung. Konkret ging es um den nationalen Aktionsplan für ein nachhaltiges Ernährungssystem, den das Landwirtschaftsministerium vergangenen April vorgestellt hatte (woxx 1882). Während die Regierung darin den Fokus jedoch auf...

NEWS

Kannerjugendtelefon: „100 Prozent“ menschlich

Angesichts der technologischen und gesellschaftlichen Entwicklung rund um sogenannte künstliche Intelligenz startete das Kanner-Jugendtelefon (KJT) vergangenen Dienstag die Kampagne „100 % menschlich“, um auf den Mehrwert menschlicher Beratung gegenüber KI-gestützten Alternativen aufmerksam zu machen. Urteilfreies Zuhören, menschliche Präsenz...

NEWS

Tripartite : Frieden dégaine le chéquier

La première tripartite de l’ère Frieden s’est ouverte ce mardi 2 juin. Les discussions, apaisées le premier jour, ont pris un tour plus vif dès le lendemain avec l’épineuse question du salaire social minimum, que les syndicats veulent voir davantage revalorisé.