Afrikanische Schweinepest: Geschlossene Grenze

von | 13.05.2019

Der Zaun, der Luxemburgs Landwirtschaft vor kranken Schweinen schützen soll, ist beinahe fertig. Nächster Schritt ist der Totalabschuss.

Wildschweine können die gefährliche Afrikanische Schweinepest auf das Hausschwein übertragen. (Foto: KarthiK/Pexels)

„Unser Management der Situation, gerade die Zusammenarbeit mit Belgien, wurde gelobt“, erklärte Landwirtschaftsminister Romain Schneider (LSAP) am Montag im Rahmen einer Pressekonferenz zum Thema Afrikanische Schweinepest. Am Sonntag und Montag war ein Experte der EU zu Besuch in Luxemburg, um sich mit den Behörden auszutauschen und Maßnahmen zur Eindämmung der Krankheit zu diskutieren.

Noch hat die Afrikanische Schweinepest Luxemburg nicht erreicht. Damit das so bleibt, wurde Ende März beschlossen, einen acht Kilometer langen Zaun entlang der belgischen Grenze zu errichten. Dieser beginnt nördlich von Petingen, geht durch Küntzig und bis nach Grass. Er folgt der ursprünglich geplanten Route – nach dem Bau will das Landwirtschaftsministerium mit privaten Grundbesitzer*innen diskutieren, um einen alternativen Verlauf zu ermöglichen. Die Kosten für den Bau liegen zwischen 400.000 und 500.000 Euro, spätestens in zwei Wochen soll der Zaun komplett fertig sein.

Auf der belgischen Seite der Grenze, wo es seit September 2018 rund 700 Fälle der Schweinepest gab, steht ebenfalls ein Zaun – und zwischen diesen beiden Grenzen wird nun eine „Zone blanche“ eingerichtet. Bis Ende Juli soll dieses Gebiet wildschweinfrei sein. Diese Pufferzone soll dann die luxemburgische Landwirtschaft vor den Auswirkungen der ansteckenden Krankheit schützen. Die ist für den Menschen zwar ungefährlich, ein Ausbruch würde jedoch viele Einschränkungen und Kontrollen für die Landwirtschaft und den Logistiksektor bedeuten.

Um alle Wildschweine in der Pufferzone zu töten, setzt die Regierung auf die Jäger*innen in der Region, mit denen in den letzten Wochen Gespräche geführt wurden. 100 Euro „indemnité sanitaire“ zahlt die Regierung pro Wildschwein, das danach untersucht und vernichtet werden soll. „Wir rechnen allerdings nicht mit vielen Tieren“, so Schneider, der sich dabei auf die Erfahrungen der Jäger*innen und der Natur- und Forstverwaltung stützte. Eine staatliche Jagd, bei der staatliche Jäger*innen die Wildschweine dezimieren würden, wird es also vorerst nicht geben.

100 Euro pro totem Wildschwein

Sollten die privaten Jäger*innen das Ziel nicht erreichen, müssten andere Maßnahmen getroffen werden. Neben staatlichen Jäger*innen könnte das auch das Aufstellen von Fallen sein. Sollte sich die Afrikanische Schweinepest in Belgien weiter nach Norden ausbreiten, müsste wohl auch der Zaun verlängert werden. Dazu würden bereits Vorbereitungsmaßnahmen in seinem Ministerium laufen, so Schneider.

Wer tote Wildschweine findet, ist aufgerufen, diese beim Landwirtschaftsministerium zu melden. Romain Schneider appellierte erneut an die Jäger*innen in der Überwachungszone im Südwesten Luxemburgs, möglichst viele Wildschweine zu schießen, um die Gefahr einer Übertragung der Schweinepest einzudämmen. Wie die Abschusszahlen sich in den letzten Wochen entwickelt haben, konnte der Minister jedoch nicht sagen.

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