GROßBRITANNIEN: Sparen und strafen

Nach den Riots greifen britische Gerichte durch. Konservativen Politikern wird vorgeworfen, mit ihren Forderungen an die Justiz die Gewaltenteilung zu untergraben. Die Liberalen versuchen indes, sich als Kritiker harter Urteile zu profilieren.

Nach den Randalierern kommen die „broom brigades“: Bewohner des Londoner Stadtteils Hackney beteiligen sich an den Aufräumarbeiten.

Michael Fitzpatrick, ein 18-Jähriger aus Manchester, bekannte sich vor Gericht schuldig. Er hatte einen geplünderten Laden betreten, Turnschuhe aufgehoben, wieder fallengelassen und später geplünderten Champagner mitgetrunken. Dafür verurteilte ihn das Amtsgericht zu zwei Jahren und vier Monaten Haft im Jugendgefängnis. Der 23-jährige Nicholas Robinson aus London hatte eine Kiste Wasser geklaut. Das Urteil: sechs Monate Haft. mehr lesen / lire plus

GROßBRITANNIEN: Reha für den Redakteur

Der britische Premierminister David Cameron und die Medienunternehmer Rupert und James Murdoch geben an, von illegalen Aktivitäten ihrer Mitarbeiter nichts gewusst zu haben. Doch im Abhörskandal um News of the World wurden neue Fakten bekannt, die das zweifelhaft erscheinen lassen.

Düstere Aussichten: Mehr als 50 Prozent der Briten beurteilen die Leistung von Premierminister David Cameron als mangelhaft.

Der Skandal um die Recherchepraktiken der inzwischen eingestellten britischen Sonntagszeitung „News of the World“ (NoW), der auch als Hackgate bezeichnet wird, hat die Chefetage erreicht. Am Dienstag der vergangenen Woche sagten Rupert Murdoch und sein Sohn James vor dem Kulturausschuss des britischen Unterhauses aus. mehr lesen / lire plus

GROßBRITANNIEN: Brüten für die Bombe

Trotz der Atomkatastrophe in Japan will die britische Regierung acht neue Reaktoren errichten. Nach Investoren wird allerdings noch gesucht.

Hier fand der erste Atomunfall in Großbritannien statt: 1956 brach im Brutreaktor Windscale bei Sellafield ein Feuer aus, worauf tagelang große Mengen Radioaktivität freigesetzt wurden.

Chris Huhne hat es nicht eilig. Der liberaldemokratische Energieminister sagte nach der Atomkatastrophe in Fukushima, man wolle keine überhasteten Entscheidungen treffen. Die britische Regierung hat eine Untersuchung über die Sicherheit der britischen Reaktoren in Auftrag gegeben. Deren Ergebnisse, die im Mai erwartet werden, wolle man abwarten.

Der Energieminister gilt eigentlich als Atomkraftgegner. In der Opposition hatte er als energiepolitischer Sprecher der Liberaldemokraten noch im Jahr 2007 die Nuklearenergie als eine „gescheiterte Technologie“ bezeichnet und ein Ende der politischen Unterstützung der Atomindustrie gefordert. mehr lesen / lire plus

GROßBRITANNIEN: Sparen bei den Ärmsten

Die von der britischen Regierung angekündigten Sparmaßnahmen sind sogar in der konservativ-liberalen Koalition umstritten. Sie betreffen vor allem Bildungs- und Gesundheitswesen.

Hat kein offenes Ohr für Kritik an seinen Sparplänen: der konservative britische Erziehungsminister Michael Gove.

Abgeordnete der konservativ-liberalen Regierungskoalition haben wenig Freude an den Schlagzeilen, die in der vergangenen Woche durch die britische Presse gingen. Der konservative Erziehungsminister Michael Gove hatte zuvor angekündigt, das von der ehemaligen Labour-Regierung aufgelegte Programm zum Um- und Neubau von 400 britischen Schulen zu streichen, um so eine Milliarde Pfund einzusparen. Zunächst stiftete Gove Verwirrung, weil unterschiedliche Listen der betroffenen Schulen kursierten. Als dann endlich klar war, welche Schulen nicht mehr renoviert werden sollen, brach bei vielen Abgeordneten Zorn aus, da sie durch das Mehrheitswahlrecht stark an ihre Wahlkreise gebunden sind. mehr lesen / lire plus

GROSSBRITANNIEN: Ein drittes Pferd im Rennen

Seit Jahrzehnten wechseln sich in Großbritannien Labour Party und Konservative an der Regierung ab. Das könnte sich im Mai ändern.

„Change“ ist ein Losungswort, das auch in Großbritannien derzeit gut ankommt: Der liberaldemokratische Spitzenkandidat Nick Clegg auf einer Parteikonferenz im März in Birmingham.

Wenn die Briten am 6. Mai ein neues Unterhaus wählen, könnte es Überraschungen geben. Nach einem eher schleppenden Vorlauf ist in den vergangenen zwei Wochen Bewegung in den Wahlkampf gekommen. Der Grund dafür ist Nick Clegg, der Spitzenkandidat der oppositionellen Liberaldemokraten. Nach überzeugenden Auftritten in zwei Fernsehduellen mit Premierminister Gordon Brown von der Labour Party und David Cameron, dem Vorsitzenden der Konservativen Partei, wird Clegg inzwischen sogar als potenzieller Premierminister gehandelt. mehr lesen / lire plus