Best Wishes: Meine sanfte Mobilität der Zukunft

Während die Regierung sich schwer tut mit der Spritpreiserhöhung und sonstigen Angeboten, um das liebe Volk zu einer CO2-freien Mobilität zu bewegen, denkt die woxx-Redaktion weiter und beschreibt, wie die autolose Zukunft in gut 30 Jahren aussehen könnte.

Foto: Pixabay

Des pédalos pour les estivants !

(lm) – Le refus de Greta Thunberg de voyager en avion représente un symbole fort. Mais la solution qu’elle a choisie pour traverser l’Atlantique ne peut guère servir d’exemple. Si tout le monde se mettait à voyager en petits voiliers high-tech, dont la construction consomme énormément de ressources, il ne nous faudrait plus « seulement » 1,7 Terre, mais trois ou quatre. Pour le déplacement sur l’eau, comme pour celui sur la route, l’alternative est évidente : pédaler ! Et, bien sûr, on a droit à de petits moteurs électriques (vitesse limitée à 13,5 nœuds si vous voulez toucher la prime étatique), pour remonter les pentes des vagues déferlantes. Il faudra aussi installer des bornes de recharge au milieu des océans, alimentées par des panneaux solaires flottants. À côté des pédalos individuels et familiaux, on peut aussi imaginer des navires de croisière poussés par des centaines de vélos stationnaires installés dans la cale. Cela créera des emplois pour les victimes de la transition énergétique et celles de l’appauvrissement généralisé lié au changement climatique. Comme quoi l’écologie conduit toujours au win-win.

In Nullkommanichts von A nach B

(tj) – Wir schreiben das Jahr 2050. Nach jahrzehntelanger Forschung ist die Teleportation seit fünf Jahren der gesamten erwachsenen Weltbevölkerung als Transportmittel zugänglich. Die Anzahl an weltweit betriebsfähigen Teleportationszellen beläuft sich mittlerweile auf eine Million. Auch wenn sich der Autoverkehr seit 2045 um ein Sechstel verringert hat, so schätzen Wissenschaftler*innen, dass etwa das Fünfzigfache an Teleportationszellen notwendig wäre, um Autofahrten gänzlich obsolet zu machen. Nach wie vor darf nicht in Gebäude und Transportmittel rein- beziehungsweise rausteleportiert werden, was zwar nicht bei allen, jedoch bei einem Großteil gut ankommt. Eine Petition, die es luxemburgischen Staatsbürger*innen erlauben würde, auch in Nicht-EU-Länder zu teleportieren, schaffte es zwar in die Chamber, die politischen Verantwortlichen verwiesen jedoch erneut auf die Notwendigkeit, dies auf EU-Ebene zu entscheiden. Skeptiker*innen befürchten unkontrollierbare Tourist*innenanstürme, sollte es irgendwann möglich werden, sich per Teleportation über den gesamten Erdball hinweg zu bewegen. Bisher bin ich persönlich sehr zufrieden mit dieser neuen Fortbewegungsart, hoffe aber, dass Profitorientierung und Deregulierung nicht auch sie zu einer Gefahr für den Planeten werden lassen.

Der schnellste Weg zum Ziel …

(ja) – ist über den Stau drüber! Deswegen haben wir von DRUBER uns eine innovative Methode des urbanen Nahverkehrs ausgedacht, mit der Sie nie wieder an Stau denken müssen. Vergessen Sie PKWs, Taxis, Fahrräder, Elektrotretroller, Hundeschlitten und sogar die Tram. DRUBER wird ab Januar 2020 exklusiv in Luxemburg-Stadt und den Nachbargemeinden getestet. Unsere Idee ist bestechend einfach: Wenn am Boden nichts mehr geht, müssen wir einfach durch die Luft. Mit der DRUBER-App finden Sie das nächstgelegene DRUBER-Katapult, das Sie in Sekundenschnelle an Ihren Zielort katapultiert. Dort wartet auch schon das patentierte DRUBER-Graphitfasernetz, das Sie sicher auffängt. So verkürzt sich die Reisezeit zwischen dem Hauptbahnhof und dem „Héichhaus“ in Kirchberg auf gerade mal eine Minute. Mit insgesamt 14 verschiedenen DRUBER-Stationen mit Katapult und Netz an den wichtigsten Knotenpunkten sind unsere Kund*innen bestens vernetzt. Bitte beachten Sie jedoch, dass bei starken Windböen der Verkehr mit DRUBER nur eingeschränkt möglich ist.

Hüpf, Hüpf, Hurra!

(is) – Setzen Sie sich hin, wir müssen reden, Frau Dieschbourg. Wir müssen Ihnen was gestehen. Die Sache mit dem Eco-Sac, mit seinem großen Erfolg, mit den bahnbrechenden Verkaufszahlen – das ist alles nicht echt. Dahinter stecken keine umweltbewussten Kund*innen, dahinter steckt die woxx. Ja, wir sind es, die die Erfolgssäckchen horten. Das hier geht auch an alle Leinen- und Kartoffelsäckchen, an alle Superbags: Ihr seid als nächstes dran! Warum? Weil wir für Sackhüpfen für alle sind. Schon bald errichten wir an jeder Bushaltestelle und an allen Bahnhöfen des Landes Garderoben, ausgestattet mit den besten, nachhaltigsten Säckchen und Tütchen für kleine und große Hüpfer*innen: abhängen, reinschlüpfen, loshüpfen. First come, first served. Wir setzen dafür (wie immer) auf Spenden. Parallel bieten wir demnächst Sackhüpf-Seminare an. Hüpfen auf der Straße will gelernt sein. Nie wieder Stau! Nie wieder warten auf Tice-Busse oder verspätete CFL-Züge – und Bewegung gibt es gleich dazu! Wir lehnen uns ja ungern zu weit aus unseren dreifachverglasten Fenstern, aber wir sind sicher, dass wir hüpfend sogar schneller ans Ziel kommen. Sehen Sie, Frau Dieschbourg, die Erfolgsgeschichte des Eco-Sac endet für einen guten Zweck. Eine erste, kollektive Übungseinheit ist zur Springprozession in Echternach geplant.

Das Bergauffahrrad

(rg) – Schon im Jahre 2019 waren die Statistiken eindeutig: In urbanen Gebieten war die Durchschnittsgeschwindigkeit des motorisierten Verkehrs unter 12 Stundenkilometer gefallen. Somit war ein Zustand erreicht, der mit dem Postkutschenzeitalter gleich kam. 30 Jahre später werden in manchen Stadtkernen sogar nur mehr Durchschnittsgeschwindigkeiten gemessen, die mit denen von Fußgänger*innen vergleichbar sind. Damit steht eindeutig fest: Nur noch öffentliche Verkehrssysteme, die auf ihren eigenen Trassen verkehren, erreichen Reisegeschwindigkeiten, die eine andere Fortbewegung als das Zufußgehen überhaupt noch sinnvoll erscheinen lassen. Für die „letzte Meile“ entdecken deshalb viele das Fahrrad für sich zurück. Pech allerdings für all jene, die oben am Berg leben und deren nächster Bus-, Zug- oder Tramhalt sich tief unten im Tal befindet. Doch 164 Jahre nach der Anmeldung des ersten Benz-Patent-Motorwagens konnte jetzt die Luxemburger Startup Downhill eine neues, spektakuläres Patent anmelden: Ein Fahrrad mit unterschiedlich großen Rädern an Hinter- und Vorderachse, einem drehbaren Sattel sowie Hinter- und Vorderlenker. Mit dieser famosen Konstruktion sind Bergauffahrten kein Problem mehr: der Fahrer oder die Fahrerin drehen den Sattel einfach so, dass das kleinere Rad vorne ist und das Gefälle, das so entsteht, die Steigung ausgleicht. Als kleiner, zusätzlicher Vorteil ergibt sich auch eine wesentlich komfortablere Sitzposition, bei der man bei einem starken Anstieg nicht mehr riskiert, nach hinten umzukippen. Wer in einer besonders bergigen Gegend lebt, kann für ein noch kleineres Vorderrad optieren. Der Drehsattel erlaubt es, umgekehrt bei einer steilen Bergabfahrt fast horizontal zu sitzen und die Landschaft langsam in die Pedale tretend zu genießen.

Al-Lucilinburhuc und die Riesenratten aus dem All

(lc) – Wir schreiben das Jahr 2065, Al-Lucilinburhuc, der semi-autonome Satellitenstaat Dubais inmitten der Rest-Europäischen Union, hat endlich sein Wohnungsproblem gelöst. Nach erfolgreicher Umvolkung sämtlicher ADR-Anhänger*innen in die Wüste können die verbliebenen Luxemburger*innen nun fast umsonst in deren alten Bleiben hausen. Doch Sam Tanson, die weise und greise königliche Kanzlerin auf Lebenszeit, hat noch ein weiteres Problem: Der öffentliche Transport ist nach der Privatisierung durch Google-Transports am Ersticken. Von den regelmäßigen Stampeden an der Grenze abgesehen, sind die Züge so lang geworden, dass sie mehrere Stationen auf einer Strecke abdecken. Wer zum Beispiel von Schifflingen nach Luxemburg will, muss nach dem Einstieg die Strecke zu Fuß im Zug meistern. Und da die Straßen exklusiv für Bürger*innen der Original-Emirate reserviert sind, muss eine Lösung her. Da trifft es sich gut, dass der Space XXL-CEO Etienne Schneider, nach seiner dritten Heirat mit einem Avatar von Elon Musk nach Amerika umgesiedelt, seinem alten Heimatland immer noch verbunden ist.
Nach jahrzehntelangen Versuchen, mit Robotern Asteroiden und Kometen auszubeuten, hatte die Forschung neue Wege eingeschlagen: Statt dumpfen Maschinen sollten nun schlaue Ratten die Himmelskörper in Beschlag nehmen. Das ging natürlich nur, nachdem diese hochgezüchtet und resistent gemacht worden waren. So hatte Space XXL, gesponsert durch al-lucilinburhucsche Steuergelder, ab 2040 erfolgreich Mannschaften von Riesenratten ins All geballert. Die Teams hatten aber bei ihren Missionen nicht nur wertvolle Edelmetalle auf die Erde befördert, sondern auch eine merkwürdige neue Eigenschaft entwickelt: Die Parthenogenese – auch Jungfrauengeburt genannt. Zurück auf der Erde begannen die schlauen und eigentlich steril gezüchteten Riesenratten, sich wie verrückt zu vermehren, und da niemand es übers Herz brachte, sie einfach in einen riesigen Leinensack zu stecken und im Ozean zu ersäufen (es wäre ja auch ein wirtschaftlicher Verlust für die Firma gewesen), mussten sie anderswo eingesetzt werden. Die Research & Development-Abteilung von Space XXL schlug vor, die Chips in den Rattenhirnen neu zu programmieren, um die Tiere als Transportmittel nutzbar zu machen. Die meisten Exemplare hatten eh die Größe von Islandponys und ihr Körperbau machte sie sogar noch geländefähiger. Nach einigen Versuchen auf einer geheimen Testranch in Arizona ist es nun soweit: Al-Lucilinburhuc bekommt die ersten umprogrammierten Riesenratten mit eingebauten Sätteln geliefert. Und es ist ein Riesenerfolg! Die nützlichen Tiere, beliebt bei groß und klein – die Space XXL-Marketing-Abteilung hat die Ratten mit verschiedenen Farben und Motiven versehen – erobern die Herzen im Sturm. Die Züge werden von den Gleisen genommen und dem Entwicklungsland Schweden gespendet, das seit der Machtübernahme der Klima-Diktatorin Greta Thunberg den Anschluss an den Fortschritt verpasst hat und nicht weiß, dass diese Technologie definitiv der Vergangenheit angehört. Von jetzt an können die Al-Lucilinburhucer*innen auf ihren Riesenratten über die Bahngleise huschen, müssen sich an keine Abfahrtzeiten mehr halten und keine Verspätungen mehr befürchten. So macht Ökologie endlich wirklich Spaß und die Regierung setzt sogar noch einen drauf: In einem Anfall von Großzügigkeit eröffnet sie ab diesem Wochenende die Strecke nach Alt-Belgien, sodass die Bürger*innen von Al-Lucilinburhuc ab jetzt jedes Wochenende ihren Ritt zu den Stränden von Bastogne und dem Meerbad Arlon genießen können. Wer hätte das gedacht, dass das Space-Mining-Programm eines Tages unser Transportproblem lösen könnte?


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