Buchtipp: Für Anna. Eine Belichtung

von | 27.11.2025

(© AZUR)

Simone Scharberts „Für Anna. Eine Belichtung“ ist ein zärtliches literarisches Porträt der zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Botanikerin und Fotografin Anna Atkins (1799-1871). Die Wissenschaftlerin lernte Mitte des 19. Jahrhunderts das fotografische Verfahren der Cyanotypie kennen, bei der mithilfe von UV-Licht und Eisensalzen tiefblaue Bilder entstehen, und nutzte diese Erfindung, um Pflanzen exakt und systematisch abzubilden. Sie veröffentlichte als erster Mensch überhaupt ein rein mit Fotografien illustriertes Buch. Scharbert leuchtet Atkins Leben, das von Licht und Schatten, von beglückenden Entdeckungen und schmerzhaften Wendepunkten geprägt war, in ihrem Buch nie mit Schaulust aus, sondern erhellt es behutsam bis in kleinste biographische Verästelungen hinein. Ihre Trauer ob der vielen persönlichen Verluste, die sie über Jahrzehnte erleiden musste, schildert die Biografin mit einer solch bemerkenswerten poetischen Sorgfalt und Einfühlungsgabe, dass Atkins den Leser*innen als dreidimensionale Figur, als Mensch aus Fleisch und Blut entgegentritt. Eine spürbare Nähe entsteht, die ihren Abdruck hinterlässt.

Simone Scharbert: „Für Anna. Eine Belichtung“. 180 Seiten. Voland und Quist, 2025.

Dat kéint Iech och interesséieren

KULTURTIPP

ΙΣΤΟΣ / WEB – Contemporary Artists’ Books

Istos (ΙΣΤΟΣ) ist griechisch und steht für Geflecht, Netzwerk oder Verbindung. In der gleichnamigen Ausstellung verweben Künstler*innen die textuelle, visuelle und auditive Ebene, um die vielschichtige Beziehung zwischen Kunstschaffenden und (Kunst)buch zum Ausdruck zu bringen

KULTURTIPP

Buchtipp: Es ist hell und draußen dreht sich die Welt

Wenn man den Klappentext von Dita Zipfels „Es ist hell und draußen dreht sich die Welt“ liest, erwartet man einen Roman über Kinderwünsche und Urlaub unter Freund*innen. Doch die Geschichte um Felix und Matze, die seit der Schulzeit befreundet sind, und ihre Partnerinnen Eva und Linn entpuppt sich als vielschichtiger und komplexer.

KULTURTIPP

Comic-Tipp: Wald ohne Bäume

Der 25. April ist der internationale „Tag des Waldes“ – ideal also, um sich näher mit jenen Lebensräumen zu beschäftigen, die rund ein Drittel der Erdoberfläche bedecken. Mit „Wald ohne Bäume“ präsentiert Zeichnerin Hanna Harms einen Sachcomic, der so poetisch ist, dass er auch als Lyrikband durchgehen könnte.