Eichen-Prozessionsspinner: Gefährliche Raupen auf dem Vormarsch?

von | 24.07.2018

Seit Anfang Juni sorgt der Eichen-Prozessionsspinner in Luxemburg für Aufregung. Wie werden die haarigen Raupen bekämpft?

Foto: CC-BY Karl-Ludwig Poggemann

Eigentlich sind Eichen-Prozessionsspinner kleine, unscheinbare Nachtschmetterlinge. Als Raupen gehen sie in Gruppen auf die Suche nach Nahrung, wobei sie sich prozessionsartig hintereinander fortbewegen. Die älteren Raupen ziehen sich tagsüber in große, spinnwebenähnliche Nester zurück. In einem späten Stadium bilden sie Brennhaare aus. Die sind für den Menschen sehr gefährlich: Quaddeln, Hautentzündungen und anhaltende Papeln wie bei Insektenstichen, sowie Reizungen der Atemwege und Augen können die Folgen beiKontakt sein.

Vom 14. Juni an mussten Teilstücke zweier Radwege in Luxemburg gesperrt werden, um Nester von Eichen-Prozessionsspinnern entfernen zu können. Der CSV-Abgeordnete Laurent Zeimet wollte nun in einer parlamentarischen Anfrage an die Umweltministerin wissen, welche Daten man zu den haarigen Raupen habe, und wie sie bekämpft werden.

Umweltministerin Carole Dieschbourg (Déi Gréng) antwortete, dass ein Monitoring besteht, bei dem die erwachsenen Eichen-Prozessionsspinner mittels Pheromonfallen angelockt und gezählt werden. Außerdem dokumentiert die Naturverwaltung die Fälle, die ihr gemeldet werden. Die gefährlichen Raupen kommen vor allem in der Moselregion, im Süden und im Zentrum Luxemburgs vor, nördlich von Diekirch wurden die wärmeliebenden Falter und ihre Brut bisher nicht gesichtet.

Das Gesundheitsministerium arbeitet gemeinsam mit der Naturverwaltung an einem Aktionsplan, um besser auf die Eichen-Prozessionsspinner vorbereitet zu sein. Mit den steigenden Temperaturen, die der Klimawandel mit sich bringt, könnte die Art nämlich häufiger werden. Präventiv könnte es helfen, an vielbesuchten Orten wie Parks oder Schulen künftig keine Eichen mehr anzupflanzen.

Pestizide zur Bekämpfung lehnt das Umweltministerium ab – Insektengifte würden zu wenig selektiv wirken und ein effizienter Einsatz wäre kompliziert. Die Nester werden stattdessen mitsamt Raupen entfernt, meistens durch Absaugen.

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