Fairphone 3: Unsere Thumbs ups

von | 03.11.2019

Ein neues Fairphone 3 kaufen? Der von der woxx vorgestellte Bericht des Fachmagazins ct ist keine schlechte Entscheidungshilfe. Das Fazit würden wir allerdings relativieren.

Ersetzt keine Profikamera, reicht aber für sonnige Selfies.
(Fairphone CC BY-NC-SA)

Dass ein neues Fairphone auf dem Markt ist, lässt alle, die an einem nachhaltigen Lebensstil interessiert sind, aufhorchen. Die Erfahrungen mit den Modellen 1 und 2 waren für viele Nutzer*innen durchwachsen, doch das neue Modell ist preisgünstiger und sollte auch ausgereifter sein. Ein Testbericht des als Referenz geltenden Magazins ct arbeitet Stärken und Schwächen des Fairphone 3 heraus – doch nicht alle Argumente sind gleichermaßen überzeugend.

Das neue faire Smartphone sei eigentlich zu teuer für ein Mittelklassemodell – eine Einschätzung, die die ct-Autoren dann gleich wieder relativieren. Eigentlich aber ergibt diese Bemerkung keinen Sinn: Wer faire Schokolade kauft, weiß schließlich auch, dass sie oder er einen Preisaufschlag zahlt und dass es, wie beim Fairphone, billigere Alternativen gibt. Vergleichen kann man höchstens die Preise von, sagen wir mal, Zotter, Vivani und Bonneterre – auf dem Telefonmarkt dagegen ist das Fairphone konkurrenzlos.

Zwei oder fünf Jahre Nutzungsdauer?

Die ct geht so weit, am Nachhaltigkeitsbonus der Fairphone-Geräte zu zweifeln – trotz der Bemühungen des Herstellers um umwelt- und sozialverträgliche Rohstoffe und Arbeitsbedingungen. Gewiss, nicht alles ist nachprüfbar, aber wir finden diese Kritik ein bisschen streng, um nicht zu sagen, unfair.

Bedenkenswert ist allerdings alles, was die ct-Experten zu den Komponenten des Fairphone 3 zu sagen haben. Insbesondere die Untere-Mittelklasse-Kamera und der etwas schwache Prozessor können ein Grund sein, vom Kauf abzusehen. Dies gilt auch, wie die ct korrekt anmerkt, im Hinblick auf die nachhaltige Nutzung: Wenn Poweruser*innen das Fairphone 3 schon nach zwei Jahren ersetzen, weil es die gewünschte Leistung nicht mehr bringt, ist das alles andere als ressourcenschonend.

Austauschbarer Akku und viele Slots

(Fairphone CC BY-NC-SA)

Wer kurzfristig keine vielseitig nutzbare Kamera im Handy benötigt, kann sich allerdings damit trösten, dass vermutlich nach einiger Zeit ein Upgrade-Modul verfügbar sein wird. Das ergibt beim Mainboard aber keinen Sinn – hier kann man nur darauf spekulieren, dass sich der Leistungsbedarf von Android demnächst stabilisieren wird, wie dies bei den Windows-Betriebssystemen der Fall gewesen ist.

Einige technische Details, die im ct-Bericht leicht zu übersehen ist, gehören eigentlich hervorgehoben: Mit Komponenten wie Fingerabdrucksensor und USB-C-Anschluss ist das Fairphone 3 durchaus zeitgemäß. Außerdem verfügt es über Features, die mittlerweile selten bis unauffindbar sind: Austauschbarer Akku, Kopfhörerbuchse, Slot für microSD-Speicherkarte und zusätzliche Steckplätze für Dual-SIM-Betrieb.

Rechenleistung und Nachhaltigkeit

Ist das Fairphone 3 also ein Must für umweltbewusste Nutzer*innen? Das auch wieder nicht. Wer damit rechnet, nach kurzer Zeit unzufrieden zu sein und es ersetzen zu wollen, statt es die vorgesehenen fünf Jahre einzusetzen, sollte die Finger davon lassen. Wer sich dagegen häufiger fragt, ob ihr oder sein Smartphone nicht überdimensioniert ist, für den ist das Fairphone 3 eine Option. Grundsätzlich sollte die Sorge um das Leistungsniveau nicht als Freibrief genommen werden, um „vorsichtshalber“ das beste Modell zu kaufen, womöglich jährlich.

Es ist ähnlich wie beim Reisen: Die umweltschonendsten Optionen sind nicht in allen Fällen realistisch – wer aber auf Auto oder Flugzeug zurückgreift, sollte dafür schon gute Gründe haben. Dass es mit dem Fairphone 3 eine sinnvolle Alternative zu Smartphones aus „grauer“ Fertigung gibt, zwingt auch beim Handykauf zum Nachdenken. Das allein macht das Fairphone-Projekt unterstützenswert.

Unser Beitrag über den ct-Bericht (mit Links auf den Magazin-Content): Fairphone 3 – Details und Empfehlungen.

 

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