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Die liberale Demokratie steht unter Beschuss: Aus dieser Schlussfolgerung heraus widmet die „forum“-Redaktion ihre Septemberausgabe der Demokratie und ganz besonders deren Verteidigung. Könnte man bei dem Coverbild – gezeigt wird das Europaparlament mit Absperrbändern während Renovierungsarbeiten – an die „ewige Baustelle“ denken, so stellen die Beiträge im Dossier eher die Frage, wie Demokratien sterben und wie sich dies verhindern lässt. Bereits der erste Beitrag, ein Interview mit Chamberpräsident Claude Wiseler (CSV) zeigt, dass diese Sorgen nicht bei allen gleich stark sind. Ein Beitrag des Soziologen Fernand Fehlen verdeutlicht, wo die Luxemburger Demokratie schwächelt: vor allem bei der Repräsentativität. Der Jurist Stefan Braum gibt Einsicht in die Prozesse, die in den USA die Justiz erodieren, eine Nabelschau zur dritten Gewalt des Großherzogtums fehlt jedoch. Gleich zwei Artikel befassen sich mit dem Einfluss der Digitalisierung auf die Demokratie, weitere mit feministischen Perspektiven und Bildungsaspekten. Eine Fehlstelle im ansonsten recht ausführlichen Dossier ist die Weiterentwicklung der Demokratie durch Bürger*innenbeteiligung und ähnliche Prozesse. Auch die Rolle von Protestbewegungen und Gewerkschaften wird ausgeklammert.

