Am 30. September veröffentlichte das Ministerium für Geschlechtergleichstellung und Diversität (Mega) den Tätigkeitsbericht 2024 des Observatoire de l’égalité entre les genres. Die Analyse zeigt: In Luxemburg bestehen weiterhin deutliche geschlechtsspezifische Ungleichheiten – etwa bei häuslicher Gewalt (1.178 Polizeieinsätze), Teilzeitarbeit (36 Prozent bei Frauen, 8 Prozent bei Männern) oder der Repräsentation in Führungspositionen. Auch beim Einkommen gibt es Differenzen: Trotz leicht höherem Stundenlohn bei Frauen verdienen Männer im Jahresvergleich mehr. Eine vom Laboratoire d’études queer, sur le genre et les féminismes (LEQGF) im Auftrag des Ministeriums ausgearbeitete Studie zur statistischen Erfassung nicht-binärer Menschen soll aufzeigen, wie sich Daten künftig außerhalb der klassischen Zweigeschlechtlichkeit erheben lassen. Auf Nachfrage der woxx hieß es, die Ergebnisse würden Mitte November dem wissenschaftlichen Begleitkomitee des Observatoriums vorgestellt und später veröffentlicht werden. Die Studie soll zudem in die Arbeit des interministeriellen Ausschusses zur möglichen Abschaffung des Geschlechtseintrags auf Ausweisdokumenten einfließen. Damit bewegt sich das Mega sichtbar in Richtung einer inklusiveren Gleichstellungspolitik – ein Schritt, den viele zivilgesellschaftliche Akteur*innen seit Langem fordern. Erstmals basiert der Bericht auf einer gesetzlichen Grundlage, die dem Observatorium institutionelle Stabilität verleiht.
Weibliche Genitalverstümmelung in Luxemburg
Im Nachgang einer UNICEF-Studie zu weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) in Luxemburg, die im April 2026 veröffentlicht wurde, hatten die LSAP-Abgeordneten Claire Delcourt und Mars Di Bartolomeo eine parlamentarische Anfrage zum Thema gestellt. Vergangenen Montag erfolgte die Antwort, der sich neben den drei adressierten Minister*innen der...

