Im Kino: Dune

Langsamer Spannungsaufbau, ästhetische Bilder und Frauenfiguren, die es in sich haben: Diese für Denis Villeneuves Filme mittlerweile typischen Elemente zeichnen auch den ersten Teil seiner „Dune“-Verfilmung aus.

Mindestens genau so wichtig für die Handlung wie Paul, ist seine Mutter Jessica. (© 2021 Warner Bros. )

Die Trailer von Denis Villeneuves „Dune“ führen in zweierlei Hinsicht in die Irre: Der 155-minütige Streifen ist weder eine Aneinanderreihung von Kampfszenen, noch sind es ausschließlich Männer, die die Handlung vorantreiben. Auch die Information, dass es sich hierbei nur um den ersten Teil von „Dune“ handelt, ist in den Trailern auffallend abwesend.

Die Handlung von „Dune“, dessen Kinostart pandemiebedingt mehrfach verschoben werden musste, beruht auf dem gleichnamigen Roman von Frank Herbert aus dem Jahr 1965. Im Zentrum steht der Wüstenplanet Arrakis. Abgesehen von den indigenen Fremen würde sich wohl kaum jemand dorthin wagen, wäre da nicht die kostbare Ressource Spice, um die die planetaren Mächte miteinander wetteifern. Zugleich handelt „Dune“ vom 15-jährigen Thronfolger Paul Atreides (Timothée Chalamet), der als möglicher Heilsbringer der Fremen nach Arrakis kommt.

In Villeneuves Film dominieren die ruhigen Momente. Statt von einem Spannungsmoment zum nächsten zu eilen, wird ausreichend Raum gelassen, um die Figuren und Wesen dieser komplexen Welt kennenzulernen. Für einen Fantasyfilm ist „Dune“ ungewöhnlich ästhetisch, sowohl Action- als auch Arthouse-Fans wird etwas geboten.

Den Eindruck, dass „Dune“ genau dann aufhört, wenn die eigentliche Handlung beginnt, werden wohl nur eingefleischte Fans der Buchvorlage haben. Als eigenständiger Film funktioniert der erste Teil nämlich auch. Gleichzeitig ist klar, dass das Ende des Films der Anfang eines neuen Kapitels ist. Zu gerne würde man die Figuren noch ein wenig länger auf ihrer Reise begleiten – im Grunde doch eine ideale Voraussetzung, um Vorfreude auf den zweiten Teil zu wecken.

Wirklich schade ist allerdings, dass die Perspektive der indigenen Bevölkerung von Arrakis eine untergeordnete Rolle gegenüber derjenigen der Eindringlinge spielt. Dass mit Paul ein weißer Mann die indigene Bevölkerung von Arrakis ins Paradies führen soll, hinterlässt ebenfalls einen faden Beigeschmack. Bleibt abzuwarten, ob Herberts Hinterfragung des White-Savior-Narrativs im zweiten Teil der Verfilmung zum Tragen kommt.

Ob Warner Bros. diesen zweiten Teil finanzieren wird, steht aktuell jedoch noch in den Sternen. Dafür will man nämlich erst die Einnahmen des ersten Teils abwarten. Wie bei solchen Produktionen nicht unüblich, ist die Strategie, um dieses Ziel zu erreichen, bis ins letzte Detail durchdacht: Für US-amerikanische Produktionen eher ungewöhnlich, lief „Dune“ Mitte September zuerst in zahlreichen europäischen Ländern an. Ein möglicher Grund dafür: Der Streifen feierte am 3. September bei den Filmfestspielen in Venedig Weltpremiere; ein solcher PR-Boost gilt generell als optimale Voraussetzung für einen anschließenden Kinostart. In den USA fällt dieser erst auf den 22. Oktober, zwei Wochen nach der US-Premiere auf dem New York Filmfestival. Dass der zweite Teil grünes Licht bekommt, ist momentan gar nicht so unwahrscheinlich: Bei Redaktionsschluss hatte der geschätzt 165 Millionen teure Streifen schon mehr als 37 Millionen US-Dollar eingespielt.


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