Im Kino: Quo Vadis, Aida?

Mit ihrem immersiven Historiendrama greift die bosnische Filmemacherin Jasmila Žbanic eines der größten Massaker der Menschheitsgeschichte auf.

Als Dolmetscherin hat Aida zwar Privilegien, ihre Macht stößt jedoch schnell an ihre Grenzen. (Quelle: Elevation Pictures)

Bosnien-Herzegowina 1995: Als bosnisch-serbische Milizen die ostbosnische Stadt Srebrenica besetzen, suchen die rund 30.000 Einwohner*innen in und vor einem Lager der Vereinten Nationen Schutz. Dieses war 1993 zur Sicherheitszone erklärt worden. Wenige Tage später sollen 8.000 von ihnen – vor allem Männer – in Massenhinrichtungen ermordet werden.

„Quo Vadis, Aida?“ blickt durch die Augen einer Frau auf dieses historische Ereignis. Die Bosnierin Aida (Jasna Ðuricic) arbeitet während des Bosnienkrieges als Übersetzerin bei der UN. mehr lesen / lire plus

Auf Netflix: My Octopus Teacher

„My Octopus Teacher” ist eine Doku über den ausgebrannten Filmemacher Craig Foster und seine beste Freundin: ein Oktopus-Weibchen. Sie begeleiten einander ein Jahr lang durch einen südafrikanischen Algenwald. Die Unterwasseraufnahmen sind faszinierend, unerwartete Ereignisse sorgen für Spannung und feuchte Augen. Die Doku ist 2021 für den Oscar in der Kategorie „Bester Dokumentarfilm” nominiert.

Auf Netflix.

Bewertung der woxx: XXX mehr lesen / lire plus

Dans les salles : Chun jiang shui nuan

Enfin sort dans les salles luxembourgeoises ce « Séjour dans les monts Fuchun » qui a tant fait parler de lui au début de l’année 2020. L’attente est pleinement récompensée.

Une idylle se noue sur le fleuve Fuchun. (Photos : ARP Sélection/Dadi Film/Factory Gate Film)

On l’a évoqué plusieurs fois déjà dans ces colonnes : l’ouverture – exceptionnelle en Europe – des cinémas au grand-duché nous vaut de voir des films qui sinon n’auraient pas atteint nos écrans. Preuve s’il en est de la frilosité des salles luxembourgeoises, qui ont quand même réussi à snober pendant plus d’un an ce film fleuve remarqué au Festival de Cannes 2019 et auréolé d’un succès critique important en janvier 2020. mehr lesen / lire plus

Auf Netflix: Seaspiracy

„Seaspiracy“ von Ali Tabrizi und Kip Andersen („Cowspiracy“) ist eine Doku über den Einfluss der Fischindustrie auf Tier- und Menschenleben. Die Bilder sind schockierend, die Enthüllungen folgen Schlag auf Schlag. Der Film ist ein Meer aus Zahlen . Ein teilweise unübersichtlicher Abriss des Grauens, den Umweltliebhaber*innen und Fischesser*innen dennoch sehen sollten.

Auf Netflix.

Bewertung der woxx: XX mehr lesen / lire plus

Im Kino: Nomadland

Was heißt „Heimat“ eigentlich? Die Regisseurin Chloé Zhao erzählt in „Nomadland“ von modernen Nomad*innen in den USA. Ein berührender Film – ohne moralischen Zeigefinger, dafür aber mit starken Frauenfiguren.

Fern (Frances McDormand) ist eine sechzigjährigen Nomadin, die sich mit Erinnerungen und Verlusten auseinandersetzen muss. (Quelle: otakukart.com)

„Home, is it just a word? Or is it something that you carry within you?”, prangt als Tattoo auf dem Unterarm einer Arbeitskollegin von Fern (Frances McDormand). Was nach abgedroschenen Kalendersprüchen oder billiger Wanddeko klingt, gewinnt in „Nomadland“ an Bedeutung. Die Regisseurin Chloé Zhao porträtiert in ihrem Film Nomad*innen, deren Zuhause Amerikas Straßen sind. „Nomadland“ basiert auf dem gleichnamigen Sachbuch von Jessica Bruder aus dem Jahr 2017. mehr lesen / lire plus

Dans les salles : Space Boy

Le film est bien calibré pour les enfants à l’approche des vacances scolaires, et c’est déjà quelque chose. Pour les adultes, le mélange entre onirisme et humour ne prend pas vraiment, l’histoire navigant souvent dans une zone de confort sympathique et connue sans jamais se lâcher.

L’évaluation du woxx : X

Tous les horaires sur le site. mehr lesen / lire plus

Im Kino: Blackbird

Das Thema Sterbehilfe steht im Zentrum des Dramas „Blackbird”. Leider bietet der Film, statt einer ernsthaften Auseinandersetzung mit dem selbstbestimmten Lebensende, vor allem seinem hochkarätigen Schauspieler*innen-Ensemble die Möglichkeit, alle Register zu ziehen.

Gemeinsam mit ihrem Mann Paul (Sam Neill) hat Lily (Susan Sarandon) die Entscheidung getroffen, ihr Leben selbstbestimmt zu beenden, bevor ihre Krankheit sie daran hindert. (Foto: rogerebert.com)

Die Architektin Lily (Susan Sarandon) leidet an einer nicht näher definierten, degenerativen Krankheit und hat zusammen mit ihrem Mann (Sam Neill) den Entschluss gefasst, dass sie ihrem Leben ein Ende setzen möchte. Deshalb hat sie ihre Familie und ihre beste Freundin für ein letztes Wochenende eingeladen, um Abschied zu nehmen. mehr lesen / lire plus

Auf arte.tv: Fast Fashion

„Fast Fashion. Die dunkle Seite der Billigmode“ ist keine Mode- sondern eine Horrorshow: Die Doku führt hinter die Kulissen der Textilindustrie und offenbart unter anderem moderne Sklaverei in Europa. Was selbst vermeintlich ökofreundliche Mode mit der Umwelt und der Gesundheit ganzer Bundesstaaten in Indien anrichtet, macht sprachlos. Eine schockierende, sehenswerte Doku!

Bis zum 6. Juni in der Arte-Mediathek

Bewertung der woxx: XXX mehr lesen / lire plus

Im Kino: The Human Voice

Mit seinem Kurzfilm zeigt Pedro Almodóvar die ganze Palette seines Könnens. Es ist ein Augenschmaus, der bis zur letzten Sekunde unterhält.

Die Protagonistin aus „The Human Voice“ kann noch nicht fassen, dass ihre Beziehung zu Ende ist. (Copyright: Onda Cero)

Eine Frau, isoliert in ihrer Wohnung, ist kurz davor durchzudrehen. Als der spanische Filmemacher Pedro Almodóvar und die US-amerikanische Schauspielerin Tilda Swinton sich für ein gemeinsames Projekt genau dieser inhaltlichen Prämisse entschieden, ahnten sie noch nichts von der Corona-Pandemie. Ob der Film dadurch bedeutungsvoller wurde, wie Almodóvar vergangene Woche in einem Interview mit Vulture meinte, sei dahingestellt. Es ist zumindest ein interessanter Zufall. mehr lesen / lire plus

Dans les salles : Mr Jones

Agnieszka Holland a la main un peu lourde dans la démonstration pour cette évocation de la famine ukrainienne de 1932-1933, mais le propos est très intéressant sur le plan historique et réserve quelques scènes fortes, voire insoutenables (âmes sensibles d’abstenir).

L’évaluation du woxx : XX

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Dans les salles : This Is Not a Burial, It’s a Resurrection

Choc culturel garanti : « This Is Not a Burial, It’s a Resurrection » transporte les cinéphiles au royaume du Lesotho, pays montagneux et enclavé dans l’Afrique du Sud. Une petite pépite africaine qui apporte diversité et âme sur le grand écran.

Une incarnation habitée : Mary Twala joue la veuve Mantoa, farouche et déterminée. (Photo : Trigon Film)

La caméra se faufile lentement dans un bar, montre des visages neutres, s’arrête enfin sur un conteur. Muni de son lesiba, un arc à bouche érigé en instrument national au Lesotho, il narre, chante et produit d’étranges notes vibrantes. Déjà sa voix et son instrument nous bercent et nous expédient dans une sorte de transe : place au plaisir de la veillée, alors que le monde extérieur est comme suspendu. mehr lesen / lire plus

LuxFilmFest: Hytte

Der luxemburgische Geograf Luc befindet sich auf Sinnsuche im wunderschön gefilmten norwegischen Spitzbergen. Statt sich seinen väterlichen Pflichten zu widmen, bandelt er mit der Lehrerin Ingrid an und versucht die Hütte von Mike, einem Luxemburger Touristen zu finden. Ein etwas anderer Midlife-Crisis-Film, der trotz verwirrendem Ende ein sehenswertes Stück heimischen Kinos ist.

Bewertung der woxx: XX mehr lesen / lire plus

LuxFilmFest: Becoming Mona

Die hart anzusehende Charakterstudie zeigt auf nuancierte Weise die Nachwirkungen innerfamiliärer Gewalt auf.

Mona und ihr Bruder sind nicht älter als zehn als ihre Mutter bei einem Verkehrsunfall ums Leben kommt. Der Vater lernt einige Zeit später die charismatische Marie kennenlernt, sie werden zur glücklichen Patchwork-Familie. Doch irgendetwas stimmt nicht.

Wie schon in der niederländischen Buchvorlage steht auch im Film des Regisseur*innen-Ehepaars Sabine Lubbe Bakker und Niels van Koevorden Monas Perspektive im Zentrum. Mit ihr sind wir Zuschauer*innen anfangs dazu geneigt, Mitleid für Marie zu empfinden. Einmal liegt sie mit tränenüberströmtem Gesicht im Bett, Monas Vater scheint der Grund für ihre Trauer zu sein. mehr lesen / lire plus

LuxFilmFest: Ar Condicionado (Air Conditioner)

In „Ar Condicionado“ von Fradique fallen in Luanda Klimaanlagen vom Himmel. Dazu läuft Jazz. Über ein Märchen, das irritiert und verzaubert.

Copyright: Geração 80

Die Haushaltshilfe Zézinha (Filomena Manuel) und der Sicherheitsbeauftragte Matacedo (José Kiteculo) sollen die defekte Klimaanlage ihres Bosses reparieren. In ihrer Heimatstadt Luanda stürzen seit geraumer Zeit Klimaanlagen in die Tiefe oder geben den Geist auf. Menschen sterben, erschlagen von den Geräten. Warum das passiert, bleibt ein Rätsel. Genauso wie der Film „Ar Condicionado“ (Air Conditioner) von Regisseur Fradique.

Fradique erzählt langsam, nimmt sich Zeit für die Kunst der Kinematographie. Bald wirkt das Mysterium um die herunterfallenden Klimaanlagen nebensächlich. mehr lesen / lire plus

LuxFilmFest: Songs of Repression

Der Dokumentarfilm „Songs of Repression“ zeigt die Gesichter hinter der haarsträubenden Geschichte der deutschen Colonia Dignidad in Chile.

Was früher eine Folterkammer war, ist heute eine Sauna mit Wandtapete. © Final Cut for Real

Das Paradies am Fuße Chiles ist hässlich. Hässlich, weil an diesem Ort über Jahrzehnte hinweg Menschen vom christlichen Prediger Paul Schäfer und seinen Anhänger*innen missbraucht und gequält wurden. Sonnenschein und blauer Himmel machen das Schicksal der Bewohner*innen der deutschen Villa Baviera, bekannt als Colonia Dignidad, auch nicht erträglicher. In „Songs of Repression“ treffen die Dokumentarfilmer*innen Estephan Wagner und Marianne Hougen-Moraga auf zerstörte Identitäten, denen ihre Traumata im Gesicht geschrieben stehen. mehr lesen / lire plus

LuxFilmFest: Aristocrats

Auch wenn „Aristocrats“ durchaus gelungene Elemente enthält, so machen die unnahbaren Figuren und verwirrende Erzählstruktur ihn zu einem mittelmäßigen Seherlebnis.

© Mariko Yamauchi/SHUEISHA, „Aristocrats“ Film Partners

Miki (Kiko Mizuhara) und Hanako (Mugi Kadowaki) sind zwei junge Frauen, die beide in Tokio leben. Damit wären ihre Gemeinsamkeiten bereits alle aufgezählt, wäre da nicht ein gemeinsamer Bekannter: Koichiro (Kora Kengo). Während Miki eine Affäre mit dem angehenden Politiker hat, ist die Beziehung zwischen Hanako und ihm nicht nur ernster, sondern auch offiziell.

Den beiden Frauen stellen sich unterschiedliche Hürden: Eine Heirat zwischen Miki und Koichiro kommt wegen ihrer divergierenden Klassenzugehörigkeiten nicht in Frage. mehr lesen / lire plus

LuxFilmFest: An Zéro – Comment le Luxembourg a disparu

Eine Dokufiktion zeigt, was bei einer Nuklearkatastrophe im Kernkraftwerk Cattenom passieren würde. Neben den unmittelbaren Auswirkungen werden auch kulturelle und soziale Folgen beleuchtet.

(Foto © Skill-Lab)

Vermutlich haben die meisten Einwohner*innen Luxemburgs das Szenario schon einmal in ihrem Kopf durchgespielt: Ein schwerwiegender Unfall im Atomkraftwerk Cattenom, und dann? Außer Jodtabletten und der Anweisung, das Radio zu hören, gibt es nicht viel offizielle Hilfestellung. Ähnlich ratlos verhalten sich auch die Protagonist*innen des Films „An Zéro – Comment le Luxembourg a disparu“. Da ist der Anwalt (Luc Schiltz), der seine Tochter von einem Termin beim Augenarzt in Luxemburg-Stadt abholt und zurück nach Esch-Alzette – in Richtung Gefahr also – fährt, um gemeinsam mit seiner Frau (Fabienne Hollwege) das Land verlassen zu können. mehr lesen / lire plus

Mongolie : Les déchirements des nomades

La projection du film « Les racines du monde » est l’occasion de scruter les conflits entre développement économique et préservation des traditions et de l’environnement en Mongolie.

Les brebis ne sont pas compatibles avec les pelleteuses. Photo du film « Les racines du monde ».

Le père vient chercher son fils à la sortie de l’école primaire. La vieille voiture faite de bric et de broc traverse un paysage de steppe, longe une rivière, le chemin du retour est long. La scène pourrait se situer dans la partie rurale d’un quelconque pays en voie de développement. Quand la voiture arrive, la mère attend devant la maison. mehr lesen / lire plus

LuxFilmFest: Los Lobos

„Los Lobos“ erzählt aus der Perspektive von zwei Kindern von einer prekär lebenden Einelternfamilie mit Migrationshintergrund. Es ist ein Film, der unter die Haut geht.

Copyright: trigon-film

Das Leben von Max (Maximiliano Nájar Márquez) und Leo (Leonardo Nájar Márquez) ist von Regeln geprägt: die Wohnung ordentlich halten, nicht rausgehen, nicht weinen. Die Disziplin, die die alleinerziehende Lucía (Martha Reyes Arias) von ihren beiden Söhnen verlangt, kommt nicht von ungefähr. Während sie den ganzen Tag arbeitet, müssen Max und Leo alleine zuhause bleiben. Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es wenige: Wenn die beiden gerauft, gezeichnet und mit einem Papierknäuel Fußball gespielt haben, sind ihre Optionen mehr oder weniger ausgeschöpft. mehr lesen / lire plus

LuxFilmFest: Once upon a Time in Venezuela

Mit ihrem Dokumentarfilm zeigt Anabel Rodríguez Ríos am Beispiel des Fischerdorfs Congo Mirador eindrucksvoll, wie sich die Spaltung und Verwahrlosung Venezuelas auf das Alltagsleben der Bevölkerung auswirkt.

Die Einwohner*innen vun Congo Mirador müssen auf Boote zurückgreifen, um vun einer Wohnung zur anderen zu gelangen. (Copyright: John Márquez)

An rund 260 Nächten im Jahr wird der Himmel am venezolanischen Maracaibo-See von Gewittern erleuchtet – so oft wie nirgendwo sonst auf der Welt. 2014 wurde das Naturphänomen ins Guinessbuch der Rekorde aufgenommen. Ebenjener Gegend rund um das Fischerdorf Congo Mirador ist der Dokumentarfilm „Once upon a Time in Venezuela“ gewidmet, der von den Bewohner*innen dieses zunehmend unbewohnbaren Orts handelt. mehr lesen / lire plus