Keine Nachtzüge für Luxemburg

von | 19.02.2021

Die Renaissance der Nachtzüge wird in Luxemburg verschlafen. Gründe sind laut Transportminister Bausch die geographische Lage und die geringe Anziehungskraft des Großherzogtums.

Foto: Wikimedia

Wenn Firmen – oder auch nur ihre Briefkästen – nach Luxemburg kommen, heißt es oft, dass sie das wegen der strategisch günstigen Lage des Landes tun würden. Auch die Strahlkraft des Finanzplatzes wird stets genannt. Für Nachtzüge scheint das jedoch nicht zu gelten. In einer parlamentarischen Anfrage an Transportminister François Bausch wollten Carlo Back und François Benoy (alle drei Déi Gréng) wissen, wie denn die CFL zu Nachtzügen stehe.

Damit Nachtzüge sich wirtschaftlich lohnen, müssten sie große Städte oder bevölkerungsreiche urbane Regionen verbinden, so der Minister in seiner Antwort. Außerdem sei eine gewisse Entfernung zwischen den Zielorten vonnöten, damit die Nachtzüge keine Konkurrenz zu Hochgeschwindigkeitszügen darstellten. Damit Luxemburg von einem Nachtzug profitieren könne, müsse es also auf einer Nachtzugstrecke liegen und nicht am Anfang oder Ende einer solchen Verbindung liegen.

Nach Frankreich gibt es keinerlei Möglichkeiten, weil man laut François Bausch ja gut mit TGV nach Paris und an die Mittelmeerküste gelangen könnte. An die bis 2016 bestehende Nachtzugverbindung nach Nice scheint sich der Minister nicht mehr erinnern zu können. Nachtzüge in Richtung Deutschland sieht Bausch ebenfalls als unrealistisch an, weil Zugverbindungen, die zum Beispiel Paris mit Berlin verbinden würden, Luxemburg umfahren: entweder im Norden über Köln oder im Süden über Straßburg.

Potenzial gäbe es allerdings für eine Nord-Süd-Verbindung, die beispielsweise von Brüssel über Luxemburg in die Schweiz oder Italien führe. Die CFL seien „in ständigem Kontakt“ mit der belgischen Eisenbahngesellschaft SNCB. Aus Belgien gäbe es im Moment allerdings keine Signale, eine solche Verbindung errichten zu wollen. Die Bauarbeiten auf der Strecke Luxemburg-Brüssel, die noch bis 2030 andauern sollen, würden ein weiteres Hindernis darstellen.

Wer trotzdem mit dem Nachtzug fahren will, kann laut François Bausch einfach mit der CFL nach Koblenz fahren und dort den ÖBB-Zug nehmen, der zwischen Brüssel und Wien fährt. Die andere Alternative wird wohl leider auf längere Zeit der Tram bleiben, der in wenigen Jahren zum Flughafen fährt. Der bedient zwar auch ein unbeliebtes, geographisch ungünstig liegendes Ziel, schafft es aber trotzdem irgendwie, einen Markt zu schaffen.

Dat kéint Iech och interesséieren

PODCAST

Am Bistro mat der woxx #394 – D’Enn vu Filmland

All Woch bitt d’woxx Iech an hirem Podcast en Abléck an hir journalistesch Aarbecht. An enger Woch maachen d'Filmstudioen „Filmland“ zu Keelen hir Dieren endgülteg zou. Domadder geet no dräizéng Joer eng Ära op een Enn, déi fir déi audiovisuell Produktioun zu Lëtzebuerg ganz wichteg war. D'Yolène Le Bras war fir eng Reportage an de Studioen...

PODCAST

Am Bistro mat der woxx #393 – Kuddelmuddel ronderëm de Projet Alpha

All Woch bitt d’woxx Iech an hirem Podcast en Abléck an hir journalistesch Aarbecht. Eng Etüd iwwert de Pilotprojet Alpha vun der franséischer Alphabetiséierung an der Grondschoul huet fir vill Debatte gesuergt. Virum allem well de Bildungsministère mat der Publicatioun vun der Etude ee puer méint gewaart huet. D'Resultater vun der Studien...

THEMATRANSPORT

Transports publics : Le TICE sur une route sinueuse

Les problèmes de personnel au TICE sont un serpent de mer. Un piquet de protestation organisé en septembre 2025 devait ouvrir un débat sur les conditions de travail au sein du réseau de bus du sud du pays. Mais la direction joue la montre, alors que le TICE changera de statut en 2027. L’État fera alors son entrée dans la structure, mais pour l’instant il ne dévoile rien de ses intentions, ajoutant au flou ambiant.

PODCAST

Am Bistro mat der woxx #392 – Wat bedeit d’Urteel géint d’Marine Le Pen?

All Woch bitt d’woxx Iech an hirem Podcast en Abléck an hir journalistesch Aarbecht. Dës Woch war den Dag vun der Entscheedung a Frankräich: De Cour d'Appell zu Paräis huet d'Strof fir d'Marine Le Pen zwar konfirméiert, mä an engem wichtegen Detail ofgeännert. Am Podcast diskutéiere mir, wat der rietsextremer Politikerin Marine Le Pen...