Medien und Frauen: Patriarchale Verhältnisse

von | 21.12.2015

Welcher Platz wird den Frauen in den luxemburgischen Medien eingeräumt? Eine vom CID-Femmes in Zusammenarbeit mit dem Conseil national des femmes du Luxembourg durchgeführte Studie gibt Aufschluss darüber – und sollte aufrütteln. Männer machen in den diversen Medien über drei Viertel aus. Ein Fortschritt von gerade einmal 4,3 Prozent gegenüber der letzten, 2010 durchgeführten Studie dieser Art. Luxemburg liegt damit lediglich im weltweiten Durchschnitt. Auffallend sind die Unterschiede zwischen den verschiedenen Medien in Bezug auf Repräsentation von Frauen: Während das Radio mit gerade einmal 18 Prozent Frauen das Schlusslicht bildet, sind es vor allem die „neuen“ Medien wie Twitter, die die Tendenz etwas ausgleichen. Der Journalismus scheint also allgemein – vorerst noch – eine Männerdomäne zu sein: nur 39 Prozent der luxemburgischen JournalistInnen sind Frauen. Und während internationale Themen vor allem von Männern behandelt werden, konzentrieren sich die Frauen – gezwungenermaßen? – eher auf Themen von nationaler Tragweite. Das CID-Femmes gibt einige Empfehlungen, wie dem Missstand begegnet und mit den patriarchalen Verhältnissen der Kampf aufgenommen werden könnte: Unter anderem durch eine verstärkte Sensibilisierung von Medientätigen, aber auch durch Projekte wie die Internet-Datenbank www.expertisa.lu.

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