Metalcore: From Down Under


Als ersten Pitstop ihrer europäischen Tour hat sich die australische Metalcore-Band Parkway Drive das Atelier in Luxemburg ausgesucht.

(Foto: Sven-Sebastian Sajak / CC-BY-SA 3.0)

(Foto: Sven-Sebastian Sajak / CC-BY-SA 3.0)

Fans des Genre wissen genau, auf wen sie sich da freuen dürfen: Das Quintett aus dem ostaustralischen Byron Bay zählt zu den renommiertesten Bands des härteren Registers. Auch über 10 Jahre nach ihrer Debüt-EP „Don‘t Close Your Eyes“ haben Parkway Drive in keinster Weise an Elan verloren, auch wenn sie nun auf ihrem aktuellen Album mitunter neue Töne wagen. Sie sind dem Metalcore verpflichtet, dieser energiegeladenen Mischung aus Extreme Metal und Hardcore Punk, die sich bei ihnen durch einen für das Genre eher ungewöhnlichen, fast vollständigen Verzicht auf sogenannte „Clean“-Vocals auszeichnet. Weltweit können die Australier auf eine solide Fangemeinschaft zählen, die sie auf ihrem Erfolgsweg von Anfang an begleitet hat.

Aller Anfang ist normalerweise schwer, doch es geht auch anders: Der Band um Frontmann Winston McCall gelang bereits kurze Zeit nach Veröffentlichung ihrer Debüt-EP der karrierefördernde Coup, vom kultigen Indie-Label Epitaph Records unter Vertrag genommen zu werden. Dies eröffnete den Australiern die Möglichkeit, den immer zahlreicher werdenden Fans außerhalb der Terra Australis nun auch geografisch näher zu kommen. 2006 erschien der erste Longplayer „Killing with a Smile“, den sie mit zahlreichen Festivalauftritten, die ihren Ruf als umtriebige Live-Band festigten, unters Volk brachten. Mit dem nächsten, 2007 erschienen Album „Horizons“ gelang ihnen eine erste beachtliche Top-Ten-Platzierung in den australischen Charts, und nicht allein der beträchtliche kommerzielle Erfolg bekräftigte ihren Status als Senkrechtstarter der Metalcore-Szene. So fügte sich der nächste Meilenstein ihrer Karriere reibungslos in den Lebenslauf: 2010 nahmen sie mit keinem Geringeren als dem legendären Produzenten Joe Barresi (Kyuss, Queens of the Stone Age, The Melvins, u.v.m.) ihr drittes Studioalbum „Deep Blue“ auf. Das bis dato härteste Album der Band, das nun zu Klassiker gewordene Songs wie „Home Is for the Heartless“, „Unrest“ oder„Deliver Me“ enthält, schaffte es auf Platz 2 der australischen Charts. Auch das Nachfolge-Album „Atlas“, 2012, im Jahr einer besonders erfolgreichen Europa-Tournee erschienen, überzeugte KritikerInnen, Fans und Musikmarkt gleichermaßen.

Im September 2015 erschien dann das aktuelle Album „Ire“, womit Parkway Drive eine signifikante Erschütterung in der Szene verursachten. Zum ersten Mal seit Jahren sind nun doch „Clean-Vocals“ zu hören, und auch ruhigere Töne fanden den Weg in die Veröffentlichung. Die Reaktionen waren anfangs gespalten, gab es doch zahlreiche Fans, die diese als fatalen Stilbruch empfundenen Klangexperimente ablehnten. Andere Stimmen lobten die Band gerade für ihre Bereitschaft, musikalische Weiterentwicklung zuzulassen, und begrüßten die Experimentierfreude der Australier in diesem Stadium ihrer Karriere. Die pragmatischen Zahlen sprechen auch für sich: Platz 1 der australischen Charts, Top Ten in Deutschland und Verkaufszahlen, die erneut Gold für die Platte erwarten lassen.

Die New Wave-Hardcore-Aufsteiger Burning Down Alaska aus dem nachbarländlichen Recklinghausen, deren Debüt-EP „Values & Virtues“ sowohl in der Szene als auch in der Fachpresse überschwänglich gelobt wird, werden den Abend eröffnen.

Wem also noch nicht warm genug ist, der sollte sich den schweißtreibenden Termin merken.

Am 4. August im Atelier

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