Mit Bananen für Menschenrechte und gegen Pestizide

Eine Initiative von „Fairtrade Lëtzebuerg“ versucht Unternehmen dazu zu bewegen, nur noch Fairtrade-Bananen anzubieten.

Foto: Fabrizio Frigeni/unsplash

Bananen sind ein äußerst beliebtes Obst. 2016 wurden weltweit über 113 Millionen Tonnen produziert, damit sind Bananen knapp hinter den Wassermelonen (117 Millionen Tonnen) auf Platz Zwei. Während in Indien die meisten Bananen angebaut werden, kommt die Exportware in der Regel aus Mittel- und Südamerika nach Europa. Wegen ihres hohen Gehalts an Kalium, Calcium, Magnesium und Vitamin C gelten die Früchte, die botanisch gesehen zu den Beeren zählen, als sehr gesund und sind bei Sportler*innen sehr beliebt.

Allerdings haben sehr viele Bananen einen bitteren Beigeschmack: Die Produktionsbedingungen sind mit vielen Menschenrechtsverletzungen verbunden und die Früchte sind oft mit Pestiziden belastet. Laut dem deutschen Magazin „Öko-Test“, das Bananen von 22 verschiedenen Anbietern getestet hat, enthalten alle konventionellen Bananen Pestizidrückstände in der Schale, viele sogar im Fruchtfleisch.

Die Pestizide gefährden aber nicht nur die Gesundheit derer, die sie essen: Die Arbeiter*innen auf den Plantagen in Mittel- und Südamerika sind einem enormen Gesundheitsrisiko ausgesetzt, da die Pestizide oft großflächig vom Flugzeug aus versprüht werden. Dadurch gelangen die Pestizide auch ins Trinkwasser. Die Arbeitsbedingungen sind sowieso mehr als fragwürdig: In Ecuador bekommen viele Arbeiter*innen nie ihren Arbeitsvertrag zu Gesicht, Schwangerschaft ist oft ein Kündigungsgrund. Die NGO Oxfam hat dies in ihrem Bericht „Des fruits au goût amer“ festgehalten.

Woran können sich Konsument*innen orientieren? Das Label der „Rainforest Alliance“ mag zwar vertrauenserweckend wirken, bietet jedoch keine wirkliche Orientierung: Weder ein Mindestpreis für Bananen, noch ein Verbot von Pestiziden ist hier festgehalten (Das Label wird in dem Buch „Die grüne Lüge“ heftig kritisiert, das die woxx an dieser Stelle rezensiert hat). „Öko-Test“ empfiehlt grundsätzlich Bananen aus biologischem Anbau – und vor allem solche mit dem Fairtrade-Siegel.

Das freut die Verantwortlichen von Fairtrade Lëtzebuerg, die im Rahmen ihrer Kampagne „Make Bananas fair“ nun das Programm „Only“ ins Leben gerufen haben.Handel und Gastronomie, aber auch Veranstaltungsorganisator*innen werden dazu aufgefordert, ihren Kund*innen lediglich Fairtrade-Bananen anzubieten. Einige Supermärkte und auch der staatliche Kantinen-Betreiber „Restopolis“ haben sich bereits dazu bereiterklärt, den anderen will Fairtrade Lëtzebuerg bei der Umstellung unter die Arme greifen. Die luxemburgische Regierung hat indessen eine „quinzaine thématique“ angekündigt: Vom 24. September bis 5. Oktober werden Schüler*innen auf die Fairtrade-Bananen im Angebot von Restopolis aufmerksam gemacht, außerdem gibt es jeden zweiten Tag Desserts mit Bananen.

Link: Fairtrade Lëtzebuerg zum „Only“-Programm.

 


Kriteschen an onofhängege Journalismus kascht Geld - och online. Ënnerstëtzt eis! Kritischer und unabhängiger Journalismus kostet Geld - auch online. Unterstützt uns! Le journalisme critique et indépendant coûte de l’argent - en ligne également. Soutenez-nous !
Tagged , , , , . Bookmark the permalink.

Comments are closed.