Seitenstreifenfreigabe: Mit dem Bus über die Pannenspur

von | 07.05.2019

Die temporäre Seitenstreifenfreigabe für Fahrgemeinschaften ist in Planung. Das Ministerium für Mobilität und öffentliche Arbeiten präsentierte gestern erste Details und Sofortmaßnahmen.

Bildquelle: Wikipedia

„Zu den Hauptverkehrszeiten und an Engpässen im Verkehrsnetz gilt es“, betonte Transportminister François Bausch, „möglichst viele Personen zu befördern und nicht unbedingt möglichst viele Fahrzeuge.“ Eine Lösung des Ministeriums für Mobilität und öffentliche Arbeiten? Fahrgemeinschaften und Busse sollen auf dem Pannenstreifen fahren. Der hat dann allerdings einen verbreiterten Querschnitt, der genug Raum für die Bildung einer Rettungsgasse erlaubt. Die Nutzung wird nur zu den Morgen- (A6: 6:15-9:15; A1: 6:15-9:45) und Abendspitzen (zwischen 15 und 19:15 Uhr) möglich sein. Die bereits vor Monaten angekündigte temporäre Seitenstreifenfreigabe konkretisiert sich.

Die entsprechenden Arbeiten auf der 11 Kilometer langen Strecke zwischen Arlon und Sterpenich in Belgien sind abgeschlossen – ein Anlass für Luxemburg, zu reagieren. Die optimierte Weiterführung des belgischen Pilotprojekts auf Teilbereichen der A6 steht auf der Agenda des Ministeriums für Mobilität und öffentliche Arbeiten. Auf luxemburgischer Seite, wird das Projekt auf 6,5 Kilometern fortgesetzt: zwischen Sterpenich und Mamer. Die Begrenzung auf diesen Streckenabschnitt erklärt das Ministerium mit der hohen Anzahl der Knotenpunktdichte auf dem luxemburgischen Autobahnnetz, den Verflechtungsvorgängen und „dem somit einhergehenden Konfliktpotential“. In einer ersten Phase wird dementsprechend nur die temporäre Umfunktionierung des „außenliegenden Fahrgemeinschaftsstreifen“ in Fahrtrichtung Luxemburg-Stadt in Angriff genommen.

Die Standspur zwischen Sterpenich und Mamer soll demnächst zu Hauptverkehrszeiten Fahrgemeinschaften und Bussen zur Verfügung stehen.

Neue Notfallbuchten, dynamische Beschilderung und Kameras

Grundsätzlich stehen auf dem besagten Streckenabschnitt die sicherheitstechnische Anpassung der Mittelinsel sowie die Grundinstandsetzung der Fahrbahn an. Das Ministerium sieht vor, die Optimierungselemente zur Priorisierung von Fahrgemeinschaften in die Arbeiten zu integrieren. Neben dem Ausbau der Standspur ist die Einrichtung von insgesamt neun Notfallbuchten (etwa alle 500 bis 1.000 Meter) geplant. Pannenfahrzeuge können außerhalb der durchgehenden Fahrstreifen dort abgestellt werden. Darüber hinaus sieht das Ministerium die Einführung von sechs dynamischen Schilderbrücken und vier separaten, dynamischen Beschilderungen vor, die in Seitenlage zu Beginn des Fahrgemeinschaftsstreifens, an Autobahnauffahrten und am Ende des Fahrgemeinschaftsstreifens stehen. Zur Überwachung des Seitenstreifens werden 20 Videokameras eingesetzt, um nach eigener Aussage „möglichst schnell Gefahrenstellen zu erkennen“. Die Kameras werden durch ein System zur automatisierten Unfallerkennung ergänzt. Außerdem geplant: noch zu entwickelnde Kontroll- und Sanktionssysteme zur Detektion des Besetzungsgrades und Anpassungen im Code de la route (Befugnisse des „Contrôle et information du trafic sur les autoroutes“, Definition der Fahrgemeinschaft, Beschilderung, Änderung der Gesetzgebung in Bezug der Pannenstreifen und Nothaltebuchten). Der Gesamtkostenpunkt beläuft sich schätzungsweise auf 60 Millionen Euro. Voraussichtlicher Baubeginn ist 2021.

Sofortmaßnahme: 90 km/h zu Spitzenzeiten

In einer ersten Testphase kommt es bereits nächsten Monat zu Geschwindigkeitsmodulationen. Zu den Hauptverkehrszeiten wird die Maximalgeschwindigkeit auf der A6 und auf der A1 (Richtung Anschlussstelle Grünewald) auf 90 km/h begrenzt. Dies soll bei der Inbetriebnahme der Fahrgemeinschaftsspur zu Spitzenzeiten dauerhaft beibehalten werden. Die Testphase dauert voraussichtlich bis zu den Schulferien im Sommer an.

Dat kéint Iech och interesséieren

ËMWELTPODCAST

Am Bistro mat der woxx #376 – Directive de la vigilance

Chaque semaine, le podcast de la woxx vous offre un regard en coulisses sur notre travail journalistique et explore les enjeux derrière nos articles. Cette semaine-ci, les journalistes Fabien Grasser et María Elorza Saralegui se centrent sur une directive européene concernant le devoir de vigilance. Considérablement affaiblie lors des...

PODCAST

Am Bistro mat der woxx #375 – Wéi hëtze mir an der Zukunft?

All Woch bitt d’woxx Iech an hirem Podcast en Abléck an hir journalistesch Aarbecht a beliicht d’Hannergrënn vun engem Artikel. Gas a Masutt ginn de Moment erëm méi deier, well Krich am noen Osten ass. Dat wier nieft dem Klimaschutz e weidere Grond, fir esou séier wéi méiglech op aner Methode fir ze Hëtzen ëmzeklammen. Bis 2050 wëll Lëtzebuerg...

PODCAST

Am Bistro mat der woxx #373 – Geschlechtersensibel behandelen

All Woch bitt d’woxx Iech an hirem Podcast en Abléck an hir journalistesch Aarbecht a beliicht d’Hannergrënn vun engem Artikel. Laang Zäit gouf de männleche Kierper als medezinesche Standart ugesinn – an dat mat konkrete Konsequenzen: Frae ginn heefeg méi spéit diagnostizéiert, leiden dacks ënner méi staarken Niewewierkunge vu Medikamenter a...