Straßenraum: Besser planen fürs Fahrrad

von | 11.10.2018

Kurz vor dem Ende der Legislaturperiode präsentierte Infrastrukturminister Bausch noch ein spannendes Projekt, das bei der Planung von Radwegen helfen soll.

Mit dem Simulator kann jede*r selbst zur Verkehrsplaner*in werden. (Screenshot: veloplangen.lu)

Fahrradfahren gleicht in Luxemburg immer noch mehr der Bewältigung eines gefährlichen Hindernisparcours als einer simplen Fortbewegung von A nach B. Obwohl ein Großteil der zurückgelegten Wege laut Luxmobil-Studie weniger als fünf Kilometer lang sind, wird nur ein Bruchteil davon mit dem Rad bewältigt. Damit sich das ändert, muss eine angepasste Radinfrastruktur her. Doch welche verkehrsplanerischen Instrumente eignen sich überhaupt für welche Situationen? Während umgangssprachlich jeder noch so schmale Radstreifen als „Vëlospist“ bezeichnet wird, gibt es gewaltige Unterschiede vom baulich getrennten Radweg neben einer vielbefahrenen Straße bis hin zum Mischverkehr in Fußgängerzonen.

Damit soll nun Schluss sein: Am Montag, dem 8. Oktober präsentierte François Bausch das Projekt „veloplangen.lu“. Auf der Website sind technische Dokumente für die Planung von Fahrradinfrastrukturen gesammelt. Mithilfe eines österreichischen Planungsbüros wurden Beispiele aus Deutschland, Dänemark, Österreich und den Niederlanden zusammengefasst und an die luxemburgische Straßenverkehrsordnung angepasst. Zu jeder möglichen Bauart, wie Radstreifen, einseitig befahrbare Radwege, getrennte oder gemischte Fußgänger- und Radwege, usw., gibt es eine ausführliche Dokumentation. Dabei sind immer sowohl eine komfortable Lösung, die Radfahrer*innen viel Platz bereitstellt, als auch eine Minimalversion und Vorschläge für Engstellen beschrieben. In jedem „Fact Sheet“ sind Querschnitte und Beispielfotos enthalten, sodass die Dokumente auch für Laien recht verständlich sind.

Jede*r kann Verkehrsplaner*in sein?

Die Dokumente sollen ergänzt werden. Laut Bausch folgen in den nächsten Monaten Beispiele für die fahrradgerechte Gestaltung von Kreuzungen. Bei Bewilligungen für neue Projekte soll nun immer geprüft werden, ob zumindest die Minimalversion eingehalten wurde, sodass es zu weniger Fehlplanungen, die sowohl für Auto- als auch für Radfahrer*innen Ärger verursachen, kommen soll. Die technischen Dokumente sollen gemeinsam mit einem Onlinetool eine Hilfestellung für kommunale Verkehrskommissionen, Lobbyvereine, aber auch für Privatpersonen bieten. In ein Formular muss man die grundsätzlichen Parameter wie Breite, Verkehrsaufkommen, Anteil des Schwerverkehrs, usw. eingeben. In einem zweiten Schritt kann man dann Gehsteige, Parkplätze und ähnliche Verkehrselemente in die Neugestaltung des Straßenraums miteinbeziehen. Das Tool schlägt dann die möglichen Radinfrastrukturen vor und zeigt die entsprechenden Fact Sheets. Wie die neugestaltete Straße aussehen könnte, verrät die Website leider nicht.

Auf die Frage, ob Privatpersonen die relativ technischen Daten wie Straßenbreite und Verkehrsaufkommen so einfach erfahren können, reagiert der Minister gelassen: „Im Notfall müssen Sie halt im Ministerium anrufen, dann schauen wir das für Sie nach!“ Die Website veloplangen.lu und die entsprechenden Dokumente richten sich jedoch sowieso eher an Planer*innen und Entscheider*innen, die eine gute Grundlage für die Radplanung haben wollen. Ziel sei es auch, dass es künftig keine Entschuldigungen für fehlende Fahrradwege mehr geben solle, so Bausch. Der Wahlkampf verpflichtete ihn natürlich auch zu einer kleinen Spitze gegen die DP-CSV-Koalition in der Hauptstadt: „Man hätte ja den Boulevard de la Pétrusse mal in dem Tool eingeben und eine der Minimal-Lösungen ausprobieren können, statt lediglich ein Schild aufzustellen.“

Mehr Informationen auf veloplangen.lu
Woxx-Tipp: streetmix.net bietet zwar keine Fact Sheets, ermöglicht dafür jedoch einen spielerischeren Zugang zur Straßenraumgestaltung.

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