Suizidrisiko im Alter: „Prévenéieren, intervenéieren, op kee Fall ignoréieren“

von | 21.11.2019

Am Freitag und Samstag wird anlässlich einer Veranstaltungsreihe in Hesperingen für die Problematik der Suizidprävention bei älteren Menschen sensibilisiert.

@ www.prevention-suicide.lu

Das Thema Suizid hat mittlerweile mehr Präsenz im gesellschaftlichen Diskurs. Wenn es um ältere Menschen geht, ist und bleibt es aber ein Tabu. Dabei ist ein Viertel aller Menschen, die sich umbringen, über 60 Jahre alt.

Wie die Psychologin Martine Hoffmann am Mittwoch der Presse gegenüber erklärte, würde Suizid Senior*innen gemeinhin nicht zugetraut; Anzeichen von Suizidgefährdung würden bei dieser Bevölkerungsgruppe oft verkannt. Um dafür zu sensibiliseren, haben die Ligue luxembourgeoise d’hygiène mentale, das RBS – Center fir Altersfroen, Servior sowie die Gemeinde Hesperingen die zweitägige Veranstaltung „(Un)Endliche Lebenslust – Suizidprävention im Alter“ organisiert. Im Zentrum stehen dabei die Fragen „Wie kann ich erkennen, dass jemand suizidal sind und was sind die Ursachen dafür?“, „Wie kann ich einem Suizidrisiko vorbeugen?“ und „Wie kann ich einer Person helfen, die suizidgefährdet ist?“. Menschen, die sich umbringen wollen, so Hoffmann, haben nicht den Drang zu sterben, sondern vielmehr den, ihr Leiden zu beenden. Genau darum gehe es deshalb bei der Suizidprävention.

Am Freitag, dem 22. November, ist der Leiter der Abteilung Gerontopsychologie am Insitut für Psychologie der Technischen Universität Braunschweig, Jürgen Howe, in Hesperingen zu Gast, um über die Prinzipien der Suizidprävention zu sprechen. „Dabei werden Unterschiede zwischen Beweggründen zu suizidalen Handlungen bei Jugendlichen, Erwachsenen und älteren Menschen aufgeführt, sowie auf die besondere Problematik von pflegebedürftigen älteren Menschen in Altenpflegeheimen eingegangen“, heißt es im Einladungstext.

Am Samstag, dem 23. November, erwarten Interessierte zahlreiche Workshops zu Themen wie „Reise zu den eigenen Ressourcen“, „Coaching für Angehörige“ oder „Sicher Auto fahren im Alter?“. Für die Workshops ist eine Anmeldung unter info@prevention.lu erforderlich. Den Abschluss des Workshoptags bildet um 18 Uhr die Vorführung des Films „Livre d’heures“, in welchem Künsterin Suzan Noesen das Leben in einer Wohngemeinschaft mit ihrer Großmutter thematisiert. Sowohl die Regisseurin als auch ihre Großmutter werden an dem Abend anwesend sein.

Die Veranstaltungen richten sich sowohl an Senior*innen und Angehörige wie auch Professionelle und alle anderen Interessierte. Sie finden im Celo in Hesperingen (476 Route de Thionville) statt.

Weitere Informationen unter www.prevention-suicide.lu.

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