Weltmusik
: Zündet die Sterne wieder an!

Die Kulturfabrik in Esch/Alzette wird am 23. September Besuch von Frankreichs politischstem Musiker und Weltbürger kriegen: Von Kaddour Hadadi und seinem Musik-Kollektiv „HK et les saltimbanks“, das Klänge aus Frankreich, dem Maghreb, der ganzen Welt mit intelligenter Gesellschaftskritik verbindet.

Mit Banken haben „HK et les saltimbanks“ nichts am Hut. (Foto: Wikimedia)

Mit Banken haben „HK et les saltimbanks“ nichts am Hut. (Foto: Wikimedia)

Die fahrenden Sänger lassen sich nicht einfach in eine Schublade stecken, ist ihre Musik doch von zahlreichen Einflüssen geprägt. Auch trügt die fröhliche Fassade der mitunter folkloristischen Klänge, denn die tiefgründigen Texte handeln von Menschenrechten, Toleranz, Gesellschafts-, ja sogar Kapitalismuskritik: „HK et les Saltimbanks“ sind engagierte Künstler, die unterhalten und zum Nachdenken anregen wollen.

Der charismatische Leadsänger HK wurde in Roubaix im Norden Frankreichs geboren, seine Eltern stammen aus Algerien. HK wuchs in einem Viertel auf, das geprägt ist vom Zusammenleben von Menschen aus aller Welt. Seine ersten musikalischen Gehversuche mit dem Rap-Trio „Juste Cause“ fielen in die Blütezeit des Hip-Hop in Frankreich. Der Durchbruch kam einige Jahre später mit dem Hip-Hop-Kollektiv „Ministère des Affaires Populaires“, kurz MAP, für das auch bereits die Kombination von verschiedenen musikalischen Einflüssen (französische Volksmusik, Rap, Raï) typisch war. Nachdem sich MAP aufgelöst hattte, folgte HK seinem Wunsch, seine Musik neuen Einflüssen wie Chanson, Weltmusik und Reggae zu öffnen. Seither tourt er mit seinen „Saltimbanks“ durch die Welt.

Autor von mittlerweile zwei Romanen („J’écris donc j’existe“ und „Néapolis“), ist der Roubaisien HK auch Mitunterzeichner des Manifests „Appel des 58“, das gegen das im Zuge des Ausnahmezustands in Frankreich verhängte Versammlungsverbot protestiert. Er ist seit den 1990er Jahren ein engagierter Linker, Globalisierungsgegner, Menschenrechtler, Citoyen, der seine Überzeugungen eben auch in seinen scharfsinnigen Liedtexten spiegeln möchte. Als 2011 das erste Album von „HK et les saltimbanks“ erscheint, wird das Lied „On lâche rien“ bald zur Hymne der populären Bewegung, die sich gegen Präsident Sarkozys anti-soziale Politik formt. Auch das Folgealbum „Les temps modernes“ folgt einem politischen Impetus und ist unter anderem Stéphane Hessel, dem Widerstandskämpfer, Aktivisten und Autor des Manifests „Indignez-vous!“, gewidmet. Mit dem 2015 erschienenen dritten Album „Rallumeurs d’étoiles“ hoffen HK et les saltimbanks, ein humanistisches Licht in diese dunklen Zeiten des fanatischen Obskurantismus zu werfen. Als Antwort auf die Pariser Attentate vom November 2015 erscheint im März 2016 das Lied „Ce soir nous irons au bal“; das Musikvideo ist nicht nur eine Hommage an die Opfer, sondern auch ein Appell an die Menschen, sich nicht der Angst zu ergeben. Mit der Parole „Ce soir nous danserons de plus belle“ geben auch HK et les saltimbanks den Pariser Kampfgeist weiter, der den Terroristen ein trotziges „Même pas peur!“ entgegenhält.

Im Vorprogramm wird die ebenfalls nordfranzösische Band Lénine Renaud zu sehen sein. Die sympathische Kombo um Sänger Franck Vandecasteele entstand aus der Asche diverser Formationen wie „Marcel et son orchestre“ und „Les VRP“ und brachte 2015 ihr aktuelles Album „6, rue Brûle Maison“ heraus. Mit ihrer mitreißenden musikalischen Mischung aus Folk, Punk und Rock werden sie bestimmt den passenden Ton zum Einstieg in den Abend treffen.

Am Freitag, dem 23. September in der Escher Kulturfabrik.

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