Nestlé sorgt dreifach für Schlagzeilen. Der weltgrößte Lebensmittelkonzern hat kürzlich Patente auf die Verwendung von Rooibos und Honeybush aus Südafrika angemeldet. Der Konzern verstößt damit gegen südafrikanisches Recht und die internationale Biodiversitätskonvention (CDB), meldete jetzt die Schweizer Organisation für Entwicklungspolitik „Erklärung von Bern“. Die genetischen Ressourcen nutzt der Konzern um sein Kosmetikgeschäft mit Markennamen L’Oréal zu erweitern. Die zweite Meldung kam von Greenpeace Deutschland, dessen Recherchen ergeben haben, dass aus den USA importierte Schokoriegel von Nestlé positiv auf gentechnisch veränderte Pflanzen getestet wurden, aber nicht als Gen-Food gekennzeichnet waren. Damit verstößt der Konzern gegen EU-Recht. Maurice Losch, Gentechnikexperte bei Greenpeace Luxemburg, schließt nicht aus, dass die Produkte auch hierzulande verkauft wurden. Eine dritte Nachricht kam von Nestlé selber: Als Reaktion auf die Greenpeace-Kampagne „Nestlé, give the Orang Utan a break“ hat das Unternehmen mitgeteilt, seinen Lieferanten in Zukunft kein Palmöl aus Urwaldzerstörung mehr abzukaufen. Ein Sprung vor, zwei zurück – damit bleibt Nestlés Umweltbilanz immer noch im Rückwärtsgang.
Europäische Chemikalienpolitik: Giftige Prokrastination
2022 verkündete die EU-Kommission das Ziel „Null Verschmutzung“ und sagte damit giftigen Chemikalien, die Mensch und Umwelt belasten, den Kampf an. Passiert ist seitdem wenig, denn: Die Kommission steht sich selbst im Weg.

