Realjournalismus

von | 29.11.2007

Jetzt ist es also soweit: Luxemburg hat seine zweite Gratis-Tageszeitung und die meist frequentierten Bürgersteige sind entsprechend mit jeweils zwei Verteilerkästen verbarrikadiert. Während beim „L’Essentiel“ das Wesentliche, sprich die weniger verhüllten Damen auf der Seite Eins erscheinen, gibt sich das Pendant der Bistumspresse etwas zurückhaltender: Hier muss mann schon einige Seiten weiter suchen, um die Kylies, Shakiras usw. in Augenschein nehmen zu können. Wagemutiger ist der „Point24“, wenn es um publizistische Scoops geht. So wurden in der ersten Ausgabe, die am Dienstag erschien, erstmals die vollen Namen der beiden als Bombenleger verdächtigten Polizisten veröffentlicht. Die seriöse Wort-Redaktion konnte so genüsslich auf die – gratis mitverteilte – Schwesterzeitung verweisen, ohne gleich beim Hauspfarrer zur deontologischen Beichte erscheinen zu müssen. Anders als noch im Sommer in einem Paperjam-Interview versprochen, musste sich der Sankt-Paulus-Chef dem Dikta der ökonomischen (Un-)Vernunft, beugen. Bei Gratiszeitungen entscheidet nicht die journalistische Qualität, sondern die ökonomische Durchsetzungsfähigkeit. Ob die grauen oder die blauen Kästen als erstes abmontiert werden, darüber darf nach Lust und Laune spekuliert werden.

Dat kéint Iech och interesséieren

NEWS

Weibliche Genitalverstümmelung in Luxemburg

Im Nachgang einer UNICEF-Studie zu weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) in Luxemburg, die im April 2026 veröffentlicht wurde, hatten die LSAP-Abgeordneten Claire Delcourt und Mars Di Bartolomeo eine parlamentarische Anfrage zum Thema gestellt. Vergangenen Montag erfolgte die Antwort, der sich neben den drei adressierten Minister*innen der...

NEWS

Wenn „ChatGPT“ parlamentarische Fragen beantwortet

Am vergangenen Montag veröffentlichte die Chamber die Antwort des Außenministers Xavier Bettel (DP) auf eine parlamentarische Frage der beiden LSAP-Abgeordneten Mars Di Bartolomeo und Yves Cruchten. Thema war der „Luxemburgplan“, den die saarländische Regierung Anfang Mai veröffentlichte. Die Antworten sind relativ nichtssagend und unkonkret –...

NEWS

Foot, fric et répression

Le coup d’envoi de la Coupe du monde de foot 2026 a été donné ce 11 juin au stade Azteca de Mexico, pour une édition « qui s’annonce la plus lucrative jamais vue », selon Amnesty International. La FIFA prévoit de réaliser 11 milliards de dollars de recettes au fil des 104 matchs qui se joueront pendant six semaines aux États-Unis, au Mexique...