Cargolux entverstaatlicht

Trotz eines warnenden Briefes seitens der Föderation der europäischen Transportgewerkschaften (ETF), der ihr Anfang der Woche zugegangen war, unterzeichnete die Luxemburger Regierung gestern ein Abkommen mit dem Minsterpräsidenten von Katar, wonach „Qatar Airways“ ein Einstieg in die Luxemburger Cargolux in Höhe von 35 Prozent ermöglicht wird. Dafür machen die Investitionsgesellschaft BIP Investement Partners und der Luxemburger Staat Platz und geben ihre Anteile ab. Auch der Anteil der Luxair, die bislang die absolute Mehrheit hatte, reduziert sich auf etwa 42%. Da die Luxair ihrerseits mehrheitlich dem Luxemburger Staat gehört käme diese Aktion eigentlich einer Privatisierung gleich – wäre die katarische Airline nicht zur Hälfte im Besitz des dortigen Monarchen und zur anderen in der Hand der katarischen Staates. Die ETF sieht den sozialen Frieden in Gefahr, denn der neue Referenzeigner ist ein Staat, der weder Parteien noch Gewerkschaften toleriert. Katar stehe nicht nur in Sachen Korruption am Pranger, sondern sei auch beim Dachverband der europäischen Fluggesellschaften in Verruf geraten, weil die Expansionspolitik der Gesellschaft als sehr aggressiv eingestuft wird und ihr Dumpingmethoden vorgeworfen werden. Daran wird auch ein neu berufener Verwaltungsratsvorsitzender, der den Regeln für „gute Unternehmensführung“ verpflichtet sein soll, kaum
etwas ändern.


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