Standort Livingen: Dem Promotor zu Liebe?

von | 30.09.2011

Die Nähe des Livingen-Promotors Flavio Becca zu Politikern, hohen Beamten und Journalisten sei zwar zu hinterfragen, so Meco-Präsidentin Blanche Weber anlässlich einer Pressekonferenz, doch gebe es weitreichendere Gründe, das Livingen-Vorhaben ad acta zu legen. So habe die „Commission d’aménagement“, obwohl sie genötigt wurde ihr Gutachten abzuschwächen, viele landesplanerische und umweltschützerische Argumente vorgelegt gegen ein Projekt, das im Endstadium über 100.000 Quadratmeter kommerzieller Fläche umfassen soll. Auch sei die Standortwahl weder hinsichtlich der angewandten Kriterien, noch bezüglich der Finanzierungs- und Kostenfrage transparent gewesen. Als einziges Kriterium habe wohl gegolten, dass in Livingen die für den Bau benötigten Flächen bereits zu großen Teilen in der Hand des Promotors waren. Diesen Schluss lässt jedenfalls eine Vergleichstabelle zu, die erst jetzt bekannt wurde. So ergibt sich, neben einem massiven Verstoß gegen landesplanerische Vorgaben, auch der Verdacht einer möglichen Wettbewerbsverzerrung gegenüber anderen möglichen Protagonisten eines solchen Vorhabens. Weshalb gewisse Kreise Flavio Becca so gut gesinnt sind, liege vielleicht auch am Geflecht seiner 84 Gesellschaften, von der keine im Einzelnen so groß ist, dass sie von professionellen „réviseurs d’entreprise“ kontrolliert werden muss. Vielmehr liege die Kontrolle bei einfachen Kommissaren, die zudem selber Mitglied in der einen oder anderen Becca-Struktur sind. In einer der jüngeren Kreationen Beccas, die verschiedene Investitionsvorhaben bündelt, sitzt ebenfalls der Generaldirektor der BCEE, bei der Becca hochverschuldet ist. So stellt der Meco die Frage, ob die staatlichen Stellen nicht deshalb so schnell dem Becca-Vorhaben zustimmten, weil ein wirtschaftliches Scheitern nicht ohne Konsequenzen auch für die Staatsbank geblieben wären.

Dat kéint Iech och interesséieren

NEWS

La CCDH est dans son rôle quand elle critique un parti

La présidente de la Commission consultative des droits de l’homme (CCDH), Noémie Sadler, était parfaitement dans son rôle lorsqu’elle a déclaré qu’il faut « maintenir le pare-feu contre la droite », après le vote du Parlement européen en faveur du nouveau règlement sur les retours des migrant·es et réfugié·es, le 17 juin dernier. Telle est la...

NEWS

HIV-Medikament: Profitstreben tötet

Zwischen dem 26. und 31. Juli fand im brasilianischen Rio de Janeiro die 26. internationale Aidskonferenz statt. Zu diesem Anlass kritisierte die Gesundheits-NGO „Ärzte ohne Grenzen“ (Médecins sans frontieres, MSF) den Pharmahersteller „Gilead“, weil dieser sein HIV-Medikament Lenacapavir nicht als Generika für Länder mit geringem und...

NEWS

Aktion am Flughafen zum Erdüberlastungstag

Der Erdüberlastungstag („Earth Overshoot Day“) fiel dieses Jahr auf den 30. Juli. Dies ist acht Tage später als noch 2025 – was dennoch kein Grund zur Entwarnung ist. Das spätere Datum ergibt sich nämlich aus genaueren Daten, etwa zur CO2-Aufnahmefähigkeit der Ozeane, nicht aus einer nachhaltigeren Lebensweise. Der Luxemburger Overshoot Day...