Grün gegen grün

von | 06.04.2012

Ob aus der Umweltbewegung eine Öko-Partei entstehen solle, diese Frage wurde vor drei Jahrzehnten leidenschaftlich diskutiert. Heute gibt es den – nochmals 15 Jahre früher gegründeten – Mouvement écologique immer noch, und die Partei „Déi Gréng“ steht an der Schwelle zur Regierungsbeteiligung. Der erfolgreiche Marsch durch die Institutionen verleitet immer wieder NGO-AktivistInnen dazu, aus der Bewegung in die Partei hinüber zu wechseln. Dass der Mouvement aber keineswegs überflüssig geworden ist, belegt das jüngste Kommuniqué seiner Süd-Regionale. Es ist provozierend überschrieben mit einem „Earth Hour schön und gut, aber wo bleibt das Energie- und Klimaschutzprogramm der Escher Gemeinde?“, und kritisiert die Unzulänglichkeiten der Energiepolitik des lokalen Schöffenrats – an dem neben der LSAP die grüne Partei beteiligt ist. Dabei fordert die NGO keineswegs Revolutionäres, sondern Dinge, die für einen grünen Energie- und Bauschöffen eigentlich selbstverständlich sein müssten. Unter anderem geht es darum, die aktuelle öffentliche Beleuchtung durch die effizientere LED-Technologie zu ersetzen und, in Zusammenarbeit mit „Südstroum“, den Bereich der Fotovoltaik zu fördern durch die Erstellung eines Solarkataster sowie die Errichtung von Gemeinschaftsanlagen auf öffentlichen Gebäuden. Das Kommuniqué klingt, als habe die Beteiligung der rot-grünen Escher Gemeindeführung an der Earth Hour am 31. März bei der NGO das Fass zum Überlaufen gebracht: „Nur die Lichter symbolisch am Gemeindehaus auszuknipsen stellt keine zukunftsweisende Energiepolitik dar.“ Pikant ist, dass der Präsident der Süd-Regionale, der Escher Francis Hengen, 2004 bei den Landes- und 2005 bei den Gemeindewahlen für die Grünen kandidierte. Vielleicht war es ja für die Öko-Bewegung und die Umweltinteressen ein Glück, dass er seinerzeit nicht gewählt wurde.

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