JAZZ: Mal anders

Randi Tytingvåg platzierte sich mit einigen Alben auf Anhieb in der europäischen Jazz-Crossover-Szene im oberen Drittel. Gerade weil ihre Musik nicht wirklich in eine Schublade passt.

Ein Lachen, rote Lippen, blondes Haar. Das verschmitzte Gesicht von Randi Tytingvåg erinnert an die lebendigen Geschichten aus dem „Büllerbu“ der schwedischen Autorin Astrid Lindgren. Und ihr Vorname „Randi“, ein alter Wikingername, der so viel wie „Die Entschlossene“ bedeutet, passt offenbar zu ihr: Entschlossenheit bewies die junge Jazzmusikerin Randi Tytingvåg aus Norwegen die ganzen letzten zehn Jahre über, in denen sie nicht weniger als vier Alben veröffentlichte. Von „Heavenly Attack“ über „Let Go“, „Red“ hin zum neuen Werk „Grounding“ verstand jedes Album auf seine Art, die Zuhörer zu begeistern.

Die Sängerin, Songwriterin und Komponistin Tytingvåg gilt als eine der großen Entdeckungen Norwegens. Sie braucht sich nicht hinter ihren berühmten Kolleginnen wie Silje Nergaard, Beady Belle oder Rebekka Bakken zu verstecken. Am Wochenende wird sie nun in Opderschmelz zu hören sein.

Verspielt und andersartig klingen ihre Produktionen. Zusammen mit ihrem vorwiegend akustischen Quartett – Juhani Silvola an der Gitarre, Jo Berger Myhre an Bass und Synthesizer sowie Christian Skaugen am Schlagzeug – bewegen sich ihre Kompositionen fließend zwischen den verschiedensten Stil- und Genregrenzen.

Tytingvåg weiß zu flirten, ob mit klassischem Jazz, Tango, Folk oder Weltmusik. Ihre Songs sind mal jazziger, mal rockiger, und gehen zuweilen auch in Richtung Kammermusik. Teils sind sie aufgeladen und sehr verdichtet –
etwa wenn die eindringlichen Gitarrenläufe vom Keyboard unterstützt werden – teils reduziert in eher zurückgenommenen, melodischen Arrangements.

Randi Tytingvåg hat eine Stimme, die man sofort erkennt, sehr eigenständig und nuancenreich. Sie haucht, aber phrasiert zugleich mit enormer Akzentsetzung, wie zum Beispiel in dem sinnlichen Tangostück „Ghost“. Die 1978 in Stavanger geborene Künstlerin gilt jedoch vor allem als Geschichtenerzählerin. Vom Entstehen und Vergehen der Liebe, von großen Träumen und von der Verletzlichkeit erzählen ihre Songs. Ihre Musik ist irgendwie anders, aber unverkennbar sehr skandinavisch.

Randi Tytingvåg ist an diesem Freitag, dem 22. März um 20 Uhr im Düdelinger Kulturzentrum Opderschmelz zu erleben.


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