Die Krux mit der gerechten Autosteuer

(rg) – Im Interview mit der woxx im Januar hatte Transportminister François Bausch keinen Hehl aus seiner Idee gemacht, im Fahrzeugbereich statt einer spürbaren Benzinpreiserhöhung eine an die jährliche Kilometerleistung gekoppelte Steuerreform einzuführen. Er berief sich dabei auf den Automobil-Club, dem die derzeitige Regelung vor allem für Leute mit geringem Fahraufkommen ungerecht erscheint, weil sie sich am mittleren Verbrauchswert des jeweiligen Automodells ausrichtet. „Das wäre wohl die intelligenteste Lösung: Statt den Spritpreis heraufzusetzen, belohnt oder bestraft man je nachdem, wie viel gefahren wird, und mit welchem CO2-Ausstoß“, sagte der Minister gegenüber der woxx und kündigte entsprechende Studien an. Inzwischen scheinen diese angelaufen zu sein, wie dem „Essentiel“ gegenüber bestätigt wurde. Das rief die ADR auf den Plan, die darin einen Eingriff in die freie Lebensgestaltung vermutet. „Eine solche Steuer würde dem Staat nicht nur erlauben, bei den privaten Haushalten und den Betrieben noch mehr Geld einzukassieren, sondern auch durch eine Überwachung der Fahrgewohnheiten das Privatleben noch mehr zu kontrollieren.“ Es mag sein, dass die ADR hier, wie so oft, übertreibt, klar ist aber, dass der bürokratische Aufwand kein geringer sein wird. Ein Spritpreis, der den wahren Kosten des Autogebrauchs entspricht, könnte ohne Kontrolle erhoben werden – allerdings würde die Reaktion seitens Gibéyrien und Co. dann erneut nicht lange auf sich warten lassen.


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