Rock: Dag Nasty

von | 11.10.2002

Can I Say

Eine neue, alte Lieblingsplatte

(ik) – FreundInnen des Underground-Punks, diese Platte ist ein Muss! Mit Can I say, ursprünglich Anfang 1986 veröffentlicht, jetzt re-remastered vom Dischord Label des Fugazi-Sängers Ian MacKaye, setzte die Washingtoner Punkband Dag Nasty neue Maßstäbe im Punkrock. Sie waren Mitte der 80er eine der ersten US-Bands, die statt „nur“ Hardcore zu spielen, ihren Songs mehr Melodie und Gefühl gaben (also lange bevor der Hype um Nirvana, The Vines und Co begann). Ohne dabei an Tempo zu verlieren. Das ist vor allem Brian Bakers Gitarre zu verdanken … und Dave Smalley. Sein Gesang, eine Mischung aus Wut und Verletzlichkeit, passt wunderbar zu den eindringlichen Texten, unvergessen sind seine verzweifelten Schreie auf „Thin Line“ oder dem Titelsong „Can I say“. Auch seine Interpretation des „Dag Nasty“-Klassikers „Under your influence“ bleibt unübertroffen. Als Smalley ein Jahr später die Gruppe verließ, Peter Cortner das Mikro und auf dem 1988 veröffentlichten Album „Field Day“ auch den Song übernahm, klang dessen Version vergleichsweise fade.

Übrigens, Brian Baker, Roger Marbury, Dave Smalley und Colin Sears haben diesen Sommer mit „Minority of One“ nach zehn Jahren Pause ein weiteres Dag Nasty- Album veröffentlicht.

Dag Nasty: Can I Say, Dischord records, 2002, DC 20007, www.dischord.com

Dat kéint Iech och interesséieren

KULTURTIPP

Spieletipp: Blue Prince

Protagonist Simon kann das Erbe einer großen Villa erst dann antreten, wenn er den geheimen Raum Nummer 46 findet. Erschwert wird das dadurch, dass sich der Grundriss des Hauses jeden Tag ändert. Als Spieler*in kann man an jeder Tür aus drei Räumen einen auswählen, sodass bei jedem neuen Versuch ein komplett anderes Haus entsteht, das andere...

KULTURTIPP

Buchtipp: Anstalten

In „Anstalten“, Timo Brandts Nachfolgeroman zu „Oder die Löwengrube“ (woxx 1838), muss die Protagonistin Lynn wieder hinabsteigen: diesmal nicht ins sinnbildliche Tiefland ihrer endenden Beziehung, sondern in eine psychiatrische Einrichtung, die in einem Tal äußerst skurrile Zeitgenoss*innen beherbergt. Im Gespräch mit diesen entfaltet sich...

KULTURTIPP

ΙΣΤΟΣ / WEB – Contemporary Artists’ Books

Istos (ΙΣΤΟΣ) ist griechisch und steht für Geflecht, Netzwerk oder Verbindung. In der gleichnamigen Ausstellung verweben Künstler*innen die textuelle, visuelle und auditive Ebene, um die vielschichtige Beziehung zwischen Kunstschaffenden und (Kunst)buch zum Ausdruck zu bringen