Rock: Chokebore

von | 25.10.2002

Ein Wunder?

(pk) – Irgendwann werden die grauen Wolken über einem weiterziehen und wieder Wärme in den Alltag einkehren. Genau diese Stimmung verbreitet die Indie-Band Chokebore. Obwohl ihr neuestes Werk It’s a Miracle etwas weniger dunkel ausgefallen ist als der Vorgänger „Black Black“, bleiben „Chokebore“ ihrer Linie treu. Es handelt sich noch immer um die vier hawaiianischen Schrammelrocker, die sich mit unnachahmlichen Melodien nach mehrmaligem Hören ins Großhirn vorarbeiten und so genügend Zündstoff zum Nachdenken geben. Dank der morbiden Ausdrucksweise und dem schwermütigen Gesang von Troy Bruno von Balthazar, taucht der Hörer ein in eine Welt voller Melancholie. „Chokebore“ kann man nicht mit anderen Bands vergleichen, sie sind mit ihrer intimen, kraftvoll krachenden Gitarrenmusik einzigartig. Der richtige Soundtrack für graue Herbsttage.

Am 31. Oktober spielen „Chokebore“ in der Escher Kulturfabrik.

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