Wer dieser Tage die Stadtgalerie Saarbrücken besucht, mag verunsichert sein: Hat das Publikum sich an der Tür geirrt und ist in einem Labor statt in der Ausstellung „[Un]Earthing“ der slowenischen Künstlerin Saša Spačal gelandet? Nein, denn Spačal ist Wissenschaftlerin und Künstlerin zugleich, verknüpft dementsprechend beide Bereiche in ihrem Werk. Sie bedient sich wissenschaftlicher Erkenntnisse, Prozesse und Gegenstände für ihre ausgefeilten Installationen, die gleich mehrere Sinne ansprechen. Bei der Schau in Saarbrücken steht das Erdreich, die Lebendigkeit dieser Materie, im Mittelpunkt. Spačals künstlerische Herangehensweise an Wissenschaft, aber auch ihre Interpretation von Kunst als Sprachrohr akademischer Inhalte ist nicht nur lehrreich, sondern auch am Puls der Zeit: Der Kultursektor bleibt schließlich nicht Außen vor, wenn es um Nachhaltigkeit, Klimakrise und die Zerstörung des Planeten geht. Neben dem Inhalt lädt aber auch die interaktive Aufmachung der Ausstellung zu einem Abstecher nach Saarbrücken ein.
Buchtipp: Kekeli
Kekeli hat sich bislang kaum mit der Geschichte ihres Vaters beschäftigt. Erst als ihre Cousine Afi aus Togo zu Besuch kommt, beginnt sie, die Vergangenheit ihrer Familie und Fragen der eigenen Identität neu zu betrachten. Jessica Mawuena Lawson entwickelt in ihrem Debütroman „Kekeli“ daraus eine Coming-of-Age-Geschichte über Zugehörigkeit und...

