TFA überall: Im Wasser, Wein – und auch im Getreide

von | 05.12.2025

In 16 europäischen Ländern ist die Ewigkeitschemikalie Trifluoressigsäure (TFA) in Getreideprodukten nachgewiesen worden, so auch in Luxemburg. Die NGO Pesticide Action Network (Pan Europe) hat zusammen mit lokalen Umweltschutzorganisationen, darunter der Méco, insgesamt 66 Nahrungsmittel wie Mehl, Frühstücksflocken, Nudeln und Kekse analysiert. Fazit: Die große Mehrheit (fast 82 Prozent) ist mit mindestens zehn Mikrogramm pro Kilo (µg/kg) belastet. Betroffen sind laut Analyse vor allem Weizenprodukte. Der Durchschnitt liegt bei 78 µg/kg – rund hundertmal höher als die im Trinkwasser festgestellte Belastung (woxx 1795) und weitaus mehr als der Grenzwert von 0,1 µg/kg, der für „relevante Metabolite“ wie TFA gelten soll. „Eigentlich müsste der Wert bei null liegen, denn Ewigkeitschemikalien haben nichts in den Lebensmitteln und der Umwelt verloren“, kommentierte der Méco in einem Presseschreiben. TFA ist eine wasserlösliche Chemikalie, die Jahrhunderte überdauert. Hauptquellen sind die sogenannten F-Gase und die PFAS-Pestizide, die sich zu TFA abbauen. Deren Einsatz ist in Luxemburg in den letzten Jahren gestiegen, wie eine woxx-Recherche aufdeckte (woxx 1846, „Unsichtbare Herkunft“). Die gesundheitlichen Folgen sind wegen mangelnder Daten noch ungewiss, bei Tierexperimenten sind jedoch Fehlbildungen an Augen und Skelett festgestellt worden, weshalb die EU-Chemiebehörde vorgeschlagen hat, TFA als fortpflanzungsgefährdend einzustufen (woxx 1856, „Verschleierte Risiken“). Die NGOs fordern seit Jahren Maßnahmen zur Reduktion der Belastung und zum Schutz der Gesundheit. „Jeder weiterer vermeidbarer Eintrag von Ewigkeitschemikalien in die Umwelt und Nahrungskette muss jetzt gestoppt werden“, so der Méco.

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