Kommerzieller Walfang ist seit 1986 verboten, trotzdem haben Island, Norwegen und Japan die Jagd auf geschützte Großwale nicht eingestellt. Bei der diesjährigen Konferenz der Internationalen Walfangkommission vom 20. bis 25. Juni in Marokko sollte die Rechtslage erneuert werden. Auf dem Tisch lag ein Kompromisspapier, das den drei Walfangnationen den kommerziellen Walfang für einen Zeitraum von zehn Jahren wieder erlauben, aber kontrollierte, „nachhaltige“ Fangquoten einführen sollte. Die Verhandlungen sind vorerst gescheitert und werden frühes-tens in einem Jahr wieder aufgenommen. Darüber haben sich die grünen Parteien in Europa und mehrere Umweltorganisationen gefreut. Skandalös fanden sie den Kompromiss vor allem, weil er den Walfang auch in Schutzgebieten wieder zugelassen hätte. Zudem ist unklar, ob die Fangzahlen durch den Kompromiss verringert werden und ob nicht auch andere Länder Fangquoten erhalten wollten. WWF bedauert hingegen, dass der Walfang nun außerhalb eines rechtlichen Rahmens unkontrolliert weiter verfolgt würde. Das könnte jedoch im Fall Japan bald vorbei sein. Australien hat Anfang Juni eine Klage beim internationalen Gerichtshof eingereicht: Japans kommerzieller Walfang unter dem Deckmantel der Wissenschaft sei illegal. Auch Island gerät unter Druck: Die EU hat ein Walfangstopp zur Beitrittsbedingung gemacht.
Europäische Chemikalienpolitik: Giftige Prokrastination
2022 verkündete die EU-Kommission das Ziel „Null Verschmutzung“ und sagte damit giftigen Chemikalien, die Mensch und Umwelt belasten, den Kampf an. Passiert ist seitdem wenig, denn: Die Kommission steht sich selbst im Weg.

