Ehrenamt: Katze beisst sich in den Schwanz

von | 01.04.2011

Viel Aufsehen erregte das europäische Jahr des Ehrenamtes bisher – allerdings weniger mit seinem eigentlichen Anliegen, die Bedingnugen fürs Ehrenamt zu verbessern, als mit allerlei Schwierigkeiten. So erklärte vor kurzem die Leiterin der „Agence du bénévolat” Nicole Reger ihren Rücktritt. Sie hat sich in einem Radio-Bericht nicht nur über die Verwendung der öffentlichen Gelder – rund 65.000 Euro seien für das Jahr des Ehrenamtes vorgesehen gewesen, wovon ein Großteil bislang einzig in die Kassen einer Werbeagentur geflossen seien – beschwert, sondern auch über die zusätzliche Arbeit, die durch das Jahr des Ehrenamtes entstanden sei. Auf eine parlamentarische Anfrage der Abgeordneten Viviane Loschetter und Roger Négri, warum die „Agence du Bénévolat“ nicht personell verstärkt wurde, listete die Familienministerin Marie-Josée Jacobs in ihrer Antwort penibel die alltäglichen Aufgaben der Agence auf, um zum Schluss festzustellen, dass sich die Frage einer Personalaufstockung der zwei Halbtagsstellen der Agence nie gestellt habe, da sie ihren Aufgaben immer gerecht wurde. Auch sei eine befristete Einstellung einer Zusatzkraft schwierig gewesen, da diese die erforderten Qualifikationen benötigt hätte. Sehr engagiert für das Ehrenamt scheint das Ministerium also nicht. Ob die „Agence du bénévolat” nun auf ihre eigenen Kunden zurückgreifen muss und mit „nichtqualifizierten“ Freiwilligen das Jahr des Ehrenamtes gestalten soll? Das Ehrenamt wird’s schon richten.

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