Die Liberalen sind ihres Maskottchens überdrüssig und präsentieren ihren Wahlslogan zu den Kommunalwahlen „Lëtzebuerg zesumme gestalten“ nunmehr auf einem tiefblauen, ozeanähnlichen Hintergrund, der die intelligenten Meeressäugetiere definitiv verschluckt zu haben scheint. Auf einer eigens einberufenen Pressekonferenz war außer diesem neuen „visuel“ und den drei Leitthemen Wohnraum, Kinderbetreuung und Energieproblematik noch nicht viel über die anstehende Wahlkampagne zu erfahren. Das 40-seitige Programm mit seinen 120 konkreten Vorschlägen bleibt noch bis zum Parteitag am 21. Mai unter Verschluss. Bis dahin erhoffen sich die Wahlkampfmanager rege Beteiligung nicht nur der rund 200 gewählten liberalen Gemeinderatsmitglieder – wovon 25 als Bürgermeister und etwa doppelt so viele als Schöffen um ihre Wiederwahl kämpfen werden. Für die DP, die im letzten Vierteljahrhundert nur in einer Legislaturperiode Regierungsverantwortung mittrug, dürfte der Urnengang im Oktober zu einer Art Schicksalswahl werden, um das Image der ewigen Oppositionspartei ablegen zu können. Mit ihrer Forderung nach mehr bezahlbaren Wohnungen für junge Paare, einer qualitativ hochwertigen staatlich finanzierten Kinderbetreuung und einer effizienten und sparsamen Energiepolitik nähert sich die DP dabei nicht nur immer mehr dem Angstgegner „Déi Gréng“ sondern stimmt schon fast linke Töne an.
Europäische Chemikalienpolitik: Giftige Prokrastination
2022 verkündete die EU-Kommission das Ziel „Null Verschmutzung“ und sagte damit giftigen Chemikalien, die Mensch und Umwelt belasten, den Kampf an. Passiert ist seitdem wenig, denn: Die Kommission steht sich selbst im Weg.

