ROCK: Moving Units

Spätestens seit dem Erfolg von Franz Ferdinand im letzten Jahr ist die Retro-Post-Punk-Wave-Welle mächtig am Rollen. Das Trio Blake Miller, Johan Boegli und Chris Hathwell war bis 2001 in der Hardcore-Band „Festival of Dead Deer“. Nach deren Auflösung entschieden sie sich für den Namen „Moving Units“ und eine andere musikalische Richtung. Die Band aus Los Angeles vermischt auf ihrem Debut-Album Dangerous Dreams gekonnt Post-Punk mit New-Wave-Elementen, und macht diese mit einem anständigen Schuss Funk äußerst tanzbar. Die Rhythmus-Sektion der Band harmoniert perfekt und sorgt dafür, dass die zum Teil schrägen Gitarrensounds den Hörgenuss nicht stören. Die zwölf Tracks auf „Dangerous Dreams“ bieten über rund 40 Minuten viel Abwechslung und vor allem keine Schwächen. mehr lesen / lire plus

POP: Morrissey

Mit „You are the quarry“ und der Single „Irish blood, English heart“ hat der frühere „The Smiths“-Sänger Morrissey 2004 ein großartiges Comeback gefeiert. Nun bedankt er sich bei seinen Fans mit dem Live-Album Live at Earl’s Court, das an fünf Abenden im Dezember 2004 aufgezeichnet wurde. Der Sänger aus Manchester ist in bester Form und integriert, neben einigen Solo-Hits und Material von seinem letzten Album, sogar fünf Stücke von seiner Ex-Band, die von seinen aktuellen Musikern makellos interpretiert werden. Die Auswahl der Songs ist überzeugend und auch an der Soundqualität gibt es nichts zu bemängeln. Es ist jedoch bedauernswert, dass die Dialoge mit dem Publikum größtenteils herausgeschnitten wurden. mehr lesen / lire plus

POP: I Am Kloot

Gods and Monsters ist der Titel des dritten Albums der Band „I Am Kloot“ aus Manchester. Zusammen mit den Norwegern von „Kings of Convenience“ und einigen anderen Gruppen, surften sie vor ein paar Jahren auf der „Quiet is the new loud“-Welle, und schufen damals mit ihren akustischen Chillout-Klängen eine Alternative zum allgegenwärtigen Techno-Rummel. Fans der ersten Stunde werden von der neuen Scheibe vielleicht enttäuscht sein, da diese nicht so spärlich instrumentiert ist und daher auch ein wenig rockiger daher kommt als die beiden Vorgänger. John Bramwells Songwriting birgt aber nach wie vor einige tolle Überraschungen, die Mischung aus ruhigen und aufwühlenden Stücken passt und die limitierte Auflage des Albums, die mit einer umfangreichen Bonus-DVD (8 Live-Tracks, 3 Videos und ein Band-Interview) ausgestattet ist, sollte man nicht im Regal des Fachhandels verstauben lassen. mehr lesen / lire plus

Rock: Cohen Leonard

Pas neuf, ni onze

Son dernier album-studio datait de 1992, s’appelait „The Future“ et faisait preuve d’une grandiloquence sur orgue électronique plutôt révoltante. Puis, il a monté un certain mont Baldy pour s’y faire moine zen. Entre-temps, sa collègue, chanteuse et multi-instrumentaliste, Sharon Robinson a composé, joué et produit dix morceaux. Après quoi, Leonard Cohen est redescendu de sa montagne pour enregistrer sa voix grave et chuchotante par-dessus. Le résultat: un Cohen très introspectif, s’adonnant exclusivement à l’art de la ballade pour un album sans grands tops, ni véritables flops. (Parmi les morceaux les plus réussis: „In My Secret Life“, „Alexandra Leaving“, „The Land of Plenty“.) Et en cinq ans de méditation zen, le poète-pop n’a rien trouvé de mieux que de titrer ces dix nouvelles compositions de la manière la plus banale qui soit: Ten New Songs. mehr lesen / lire plus

Rock: Björk

Vespertine

Abendlich

(nicope) – Im zarten Alter von 12 Jahren, das war 1977, veröffentlichte die unkonventionelle Musikerin Björk 1977 ihre erste Platte. Nach dem Rummel um ihre Person entschied sie nie wieder eine Platte aufzunehmen. Sie stieg nach der Teilnahme an einigen Punkprojekten Mitte der 80er Jahren bei den „Sugarcubes“ ein, deren Erfolg auf den britischen Inseln und in der europäischen Indieszene der Sängerin später bei ihrer Solokarriere behilflich sein sollte. Drei Soloplatten (inklusive des Remix-Albums „Telegram“) und ein Film („Dancer in the Dark“) später meldet sich die Ausnahmemusikerin mit Vespertine überraschend introvertiert in der Musikwelt zurück. Diesmal hat Björk fast alle Stücke selber geschrieben und produziert. mehr lesen / lire plus

Rock: New Order

Get Ready

Feiner Inselpop

Wie ein guter Wein scheinen auch New Order mit dem Alter zu reifen … Vor 21 Jahren wurde die Formation nach dem tragischen Tod von Ian Curtis aus den Aschen von „Joy Division“ geboren. Die verbleibenden Mitglieder der Manchester Kultband gingen Pop-orientierter zu Werk und landeten mit ihrer 83er Maxi „Blue Monday“ einen Dancefloor-Knaller und den grössten Hit ihrer Karriere. Nach dem letzten, äußerst kommerziellen Werk „Republic“, das vor sieben Jahren erschien, ist die Wartezeit endlich vorbei. Auf der neuen Scheibe Get Ready präsentieren sich die Popper von den britischen Inseln in Höchstform und vermischen Elektronik und Rock perfekt. mehr lesen / lire plus

rock: My Vitriol Quartett

Finelines

Aus dem Bauch heraus

(nicope) – „The next big thing“ bekommt man des öfteren aus Großbritannien angeboten. Im Fall vom Quartett My Vitriol könnte sich diese abgedroschene Phrase ausnahmsweise bewahrheiten. Deren Debüt Finelines strotzt förmlich vor Intensität und vermischt gekonnt britische und amerikanische Einflüsse des härteren alternativen Rock. Wie ein Wirbelwind schießen die Kompositionen der jungen Engländer einem in die Ohren. Irgendwie kann man es sich nicht verkneifen an die „Smashing Pumpkins“, „Nirvana“ oder „Sonic Youth“ zu denken, wenn man diese Musik hört – das jedoch im positiven Sinn! Harte Gitarrenriffs und melodisch-melancholischer Gesang sind die Zutaten dieser höchst explosiven Mischung. mehr lesen / lire plus

mixed: collection

25 Years of Rough Trade Shops

Label- und Laden-Retrospektive

(nicope) – Im Februar 1976 eröffnete Geoff Travis in London den ersten Rough Trade Laden. Kurze Zeit später wurde das gleichnamige Label gegründet, das leider 1994 Konkurs anmelden musste. 25 Jahre nach der Eröffnung des ersten Ladens erscheint nun ein 4-CD-Boxset, das die musikalische Vielfalt des Labels auf gelungene Weise reflektiert. Die Laden- und Labelpolitik ließen nie zu, dass die Musik in eine bestimmte Schublade gezwängt wurde. Kein Wunder also, dass dem Fan (auch auf dieser Retrospektive) ein umfangreiches Angebot von alternativen Subgenres geboten wird. Punk, 70er elektronische Spielereien, Indie, Grunge und 90er Alternative vereinen sich heterogen, aber passend auf dem „25 Years of Rough Trade Shops“-Boxset. mehr lesen / lire plus