Lyrische Streifzüge: Lachen, das dem Staunen weicht
Peter Kurzeck kultiviert ein literarisches Genre: den mündlichen Roman. Auch in dem eben erschienenen Mitschnitt "Unerwartet Marseille" weckt er die Sehnsüchte seiner Zuhörer.
Peter Kurzeck kultiviert ein literarisches Genre: den mündlichen Roman. Auch in dem eben erschienenen Mitschnitt "Unerwartet Marseille" weckt er die Sehnsüchte seiner Zuhörer.
Antonio Pennacchis Roman "Canale Mussolini" ist ein Dokument des zeitgenössischen italienischen Revisionismus. Im deutschsprachigen Feuilleton wird seine Aufwertung des Faschismus als literarisches Ereignis gefeiert.
Salvatore Scibona hat einen beeindruckenden Debütroman vorgelegt. Er beschreibt darin nicht nur die innere Zerrissenheit der italienischen Einwanderer in die USA und ihrer Nachfahren. Scibonas Figuren sind Individuen, denen in einer brüchig gewordenen Moderne die Identitätsbildung problematisch geworden ist.
Die italienische Gesellschaft ist tief erschüttert: Nicht nur das Erdbeben, auch die Dynamik von Politik und Verbrechen führt zu großen Problemen, deren weitere Entwicklung nur schwer abzuschätzen ist. Ein Blick in die Geschichte Italiens verheißt jedoch nichts Gutes.
Wer nichts von guter Küche versteht, hat auch keine Vorstellung von Utopie und sozialer Gerechtigkeit. Ein nun auf Deutsch erschienenes Kochbuch zeigt: Die Überwindung der politischen Macht kommt aus den Töpfen.
Noch einmal wird in einem Gerichtsverfahren untersucht, unter welcher Beteiligung Generalbundesanwalt Siegfried Buback 1977 von einem RAF-Kommando erschossen wurde. Doch während bei früheren Prozessen die politische Dimension noch deutlich wurde, sind heute die Perspektiven von Täter und Opfer zentral. Der gesellschaftliche Kontext der Ereignisse kommt nicht mehr in den Blick.
Auch die Krise bei "il manifesto" währt schon länger. Über die Ursachen sprach die woxx mit Ida Dominijanni. Sie gehört seit 1982 dem Zeitungskollektiv an. Mit ihren politischen Kolumnen zählt sie zu den originellsten Stimmen des italienischen Journalismus. Dominijanni lehrte mehrere Jahre Sozialphilosophie an der Universität RomaTre.
Wie in Luxemburg können auch in Italien viele Zeitungen nur dank staatlicher Pressehilfe überleben. Die wurde nun jedoch ausgesetzt. Nicht nur für die linke Tageszeitung "il manifesto" bedeutet dies wohl das Aus.