Best of 2010er: „Gone Home“ von The Fullbright Company

von | 21.12.2019

Das Jahresende gibt Anlass, sich an eines der besten queer-zentrischen Videospiele der 2010er zurückzuerinnern.

© Steve Gaynor, The Fullbright Company

Wir schreiben das Jahr 1995: Seit einem Jahr studiert die aus den USA stammende Kaitlin Greenbriar nun schon in Europa. Nachdem sie ihr Flugticket gekauft hat, um während der Semesterferien ihre Familie zu besuchen, ruft sie ihre Mutter an. Als niemand rangeht, hinterlässt sie eine Sprachnachricht: Sie komme am 6. Juni um Mitternacht am Flughafen an. Einen Rückruf ihrer Mutter erhält sie nicht. Ob wohl zuhause alles in Ordnung ist?

„Gone Home“ beginnt auf der Veranda von Kaitlins Elternhaus, kurz nachdem diese aus dem Flughafen-Shuttle ausgestiegen ist. Gespielt wird aus der Ego-Perspektive. Die Haustür ist verschlossen, niemand ist da um sie zu empfangen. Eine Notiz an der Tür wirft mehr Fragen auf als sie beantwortet. Ab dem Zeitpunkt gilt es herauszufinden, was mit Kaitlins Familie passiert ist.

Auch wenn das große, leerstehende Anwesen sowie der anhaltende Regen eine eher unheimliche Atmosphäre erzeugen, brauchen Spieler*innen keinerlei Spukmomente oder Kampfsituationen zu befürchten: „Gone Home“ kommt gänzlich ohne Metaphysik oder Gewalt aus. Für Spannung sorgen einzig die Suche nach Hinweisen und das, was Kaitlin durch ihr minutiöses Durchstöbern jedes einzelnen Zimmers in Erfahrung bringt. Anhand von Notizen, Tagebucheinträgen, Einkaufszetteln und anderen Gegenständen ist es ihr möglich, nach und nach zurückzuverfolgen, was während ihrer Abwesenheit passiert ist. Nicht nur die Handlungsabläufe stehen dabei im Fokus, sondern besonders der queere Selbstfindungsprozess von Kaitlins jüngerer Schwester Sam wird rekonstruriert.

„Gone Home“, das sich in etwas mehr als zwei Stunden durchspielen lässt, ist eine anrührende Geschichte über Familie, Erwachsenwerden und Coming-out. Auch sechs Jahre nachdem das Erstlingswerk der Fullbright Company auf den Markt gekommen ist, lohnt sich der Kauf also immer noch. „Gone Home“ ist erhältlich für PlayStation 4, Nintendo Switch, Xbox One, Microsoft Windows, Linux, Mac OS und iOS.

Dat kéint Iech och interesséieren

PODCAST

Am Bistro mat der woxx #390 – KI an Aarbecht

All Woch bitt d’woxx Iech an hirem Podcast en Abléck an hir journalistesch Aarbecht. "KI geet d'Aarbechtswelt revolutionéieren" heescht et dacks wenn et um déi Diskussioun um d'Auswierkunge vu KI op eis Liewe geit. Och de Premier Luc Frieden beschreift Lëtzebuerg als eng Land déi "Pro-Tech" an "Pro-KI" ass. Mee wéi gesäit dat Ganzt wierklech...

PODCAST

Am Bistro mat der woxx #388 – Blutspende: Anhaltende Diskriminierung

All Woch bitt d’woxx Iech an hirem Podcast en Abléck an hir journalistesch Aarbecht. Erst im Mai hat das Luxemburger Rote Kreuz erneut Alarm geschlagen wegen niedriger Blutreserven – und das, obwohl potenzielle Spender hierzulande nach wie vor diskriminiert werden. Schwule und bisexuelle Männer müssen nämlich seither 12 Monate zölibatär leben,...

KULTURTIPP

Spieletipp: Blue Prince

Protagonist Simon kann das Erbe einer großen Villa erst dann antreten, wenn er den geheimen Raum Nummer 46 findet. Erschwert wird das dadurch, dass sich der Grundriss des Hauses jeden Tag ändert. Als Spieler*in kann man an jeder Tür aus drei Räumen einen auswählen, sodass bei jedem neuen Versuch ein komplett anderes Haus entsteht, das andere...