Der französische StaatsprĂ€sident Emmanuel Macron versprach die Restitution â und entfachte die öffentliche Diskussion ĂŒber den europĂ€ischen Besitz afrikanischer Objekte aus Kolonialzeiten. Die Debatte ist ein Fass ohne Boden.

Dieser in Frankfurt ausgestellte Kopfschmuck stammt aus Duala, Kamerun. Er gelang durch den Sammler Theodor Christaller in die Sammlung des Weltkulturen Museums. (Foto: Wolfgang GuÌnzel. Copyright: Weltkulturen Museum)
âJe veux que dâici cinq ans les conditions soient reÌunies pour des restitutions temporaires ou deÌfinitives du patrimoine africain en Afriqueâ, verkĂŒndete Emmanuel Macron vor einem Jahr im Amphitheater der UniversitĂ© Ouaga 1 Professeur Joseph Ki-Zerbo in Ouagadougou, Burkina Faso. âLe patrimoine africain ne peut pas eÌtre prisonnier de museÌes europeÌens.â Er beauftragte die Kunsthistorikerin BĂ©nĂ©dicte Savoy und den Ăkonomen und Essayisten Felwine Sarr, die afrikanischen Objekte mit Bezug zur Kolonialzeit, die sich im Besitz des französischen Staates befinden, unter die Lupe zu nehmen.
Noch 2016 lehnte Frankreich eine Anfrage von Benin ab, das die Restitution zahlreicher Kunstobjekte einforderte. Der französische Staat versteckte sich hinter dem Patrimonialrecht in dem es sinngemÀà heiĂt: Objekte aus der staatlichen Sammlung dĂŒrfen nicht weitergegeben werden. Eine MaĂnahme, um finanziell motivierte An- und VerkĂ€ufe zu verhindern. Am 24. November, einem Tag nach der Vorlage des Berichts von Sarr und Savoy, sah sich Macron unter Zugzwang und reagierte. Patrimonialrecht hin oder her: Frankreich sicherte Benin die sofortige Restitution von 26 KulturgĂŒtern zu, die 1892 als Beutekunst der französischen Armee im Zuge der Eroberung des westafrikanischen Landes nach Europa gelangt waren. Ein Tropfen auf den heiĂen Stein. Savoy und Sarr wollen aber mehr.
Sie fackeln in ihrem Bericht nicht lange: Die beiden fordern unter anderem die sofortige RĂŒckgabe der Objekte, die offenkundig illegal auf den Kunstmarkt gelangt sind. Darunter fallen solche, die im Zuge militĂ€rischer Aktionen erbeutet wurden oder aus dem Besitz französischer Kolonialarbeiter und deren Angehörigen stammen. Auch das, was ĂŒber vermeintlich wissenschaftliche Expeditionen vor 1960 ins Land kam, soll zurĂŒck. Nur die Objekte, die legal erworben oder von afrikanischen Staatsbediensteten an Frankreich verschenkt wurden, dĂŒrfen im âpays tricoloreâ bleiben. Vorausgesetzt, es kam nicht zur Verurteilung wegen Missbrauchs öffentlicher Mittel.
Es geht Sarr und Savoy nicht darum, die Museen leer zu rĂ€umen, sondern um ein ganz banales Prinzip: Respekt und Anstand. Wer weiĂ, dass er sich mit fremden, ursprĂŒnglich geklauten Federn schmĂŒckt, soll Haltung beweisen und sie zurĂŒckgeben. FĂŒr Michel Polfer, Direktor des luxemburgischen MusĂ©e national dâhistoire et dâart (MNHA), ist das einfacher gesagt als getan: âDas hĂ€ngt alles auch mit der Frage zusammen: Wem gibt man was wann zu welchem Zweck zurĂŒck? Wie stellt man sicher, dass die restituierten Objekte nicht auf dem Kunstmarkt landen, sondern wirklich den einheimischen Bevölkerungen zugutekommen und dort dauerhaft konserviert werden?â Man solle in jedem Fall nicht âaus der HĂŒfte schieĂenâ. Eine gut strukturierte Restitutionspolitik brauche Zeit und erfordere einen Dialog. Man mĂŒsse die Dinge differenziert betrachten.
Lange Bank
Das tun Savoy und Sarr. Sie reden eben Tacheles â und das ist nach Jahren der UntĂ€tigkeit bitter nötig. Sie öffnen das von Macron vorgegebene Zeitfenster von fĂŒnf Jahren. FĂŒnf Jahre, um verstĂ€rkt Provenienzforschung zu betreiben, das GesprĂ€ch mit afrikanischen Museen und verantwortlichen Institutionen zu suchen sowie Komitees und Organisationen auf die Beine zu stellen, die ĂŒber die Restitutionsprozesse wachen. Ist das âaus der HĂŒfte schieĂenâ? Vielleicht, weil die Rechtsgrundlage noch fehlt. Anders als bei der Restitution von NS-Raubkunst handelt es sich im Fall der Kunst mit Bezug zum Kolonialismus nĂ€mlich nicht um die RĂŒckgabe an Privatpersonen, sondern um die an einen Kontinent. Hinter geschlossenen TĂŒren werde das Thema, so Polfer, schon lange diskutiert. Auch die Ethnologie beschĂ€ftigt sich seit ĂŒber zwanzig Jahren mit Objekt-Biografien.
Nur wurde das Ganze nach AuĂen nicht breitgetreten. Es war mehr das Steckenpferd verschiedener Kunst- und Kulturwissenschaftler*innen. Erst seit letztem Jahr wird der europĂ€ische Besitz afrikanischer Objekte vermehrt und öffentlich diskutiert. Ist er moralisch vertretbar? Wie kam er zustande? Wer hat die Objekte eingeschleust? Und gehören die nicht woanders hin? Etwas spĂ€t, wenn man bedenkt, dass beispielsweise ein GroĂteil der afrikanischen Kolonien Frankreichs schon seit den 1960er-Jahren unabhĂ€ngig sind.
Es gab genug Zeit, die Hausaufgaben zu erledigen. Der französische Staat trĂ€gt aber nicht die alleinige Verantwortung fĂŒr die verpatzte Aufarbeitung. EuropĂ€ische Staaten besitzen schĂ€tzungsweise 80 bis 90 Prozent des afrikanischen Kulturerbes. Restituiert wurde bisher wenig. âEn Afrique, certains pays ou communauteÌs reÌclament depuis preÌs dâun demi-sieÌcle le retour dâobjets disparus pendant la peÌriode colonialeâ, schreiben Sarr und Savoy dazu. âDu coÌteÌ europeÌen et malgreÌ ces revendications, on eÌvite dans les anneÌes 1960 dâaborder le sujet en face. Aucune neÌgociation dâenvergure nâest engageÌe sur la question par les anciennes puissances coloniales. Aucune reÌflexion structureÌe deÌdieÌe au roÌle que pourraient jouer le patrimoine et les museÌes dans lâeÌmancipation des pays dâAfrique anciennement coloniseÌs.â
Das sind die Nachwehen einer fehlgeleiteten Geschichtsschreibung. âBis zu den 1940er-, 1950er-Jahren galt afrikanische Kunst nicht als Kunst. Sie wurde als ethnografisches Zeugnis wahrgenommen. Europa hat die MaĂstĂ€be fĂŒr Ăsthetik und Kunst festgelegt und bestimmtâ, erklĂ€rt der Historiker RĂ©gis Moes. âAus diesem Grund fand die historische Aufarbeitung der afrikanischen Geschichte verzögert statt.â Und dann auch noch mit TrugschlĂŒssen, wie Moes hinzufĂŒgt. Die ausgegrabenen Objekte seien oft jĂŒnger als etwa in europĂ€ischen Regionen, was an den organischen Materialien, dem Klima und der Bodenbeschaffung liege, die eine regelmĂ€Ăige Neuanfertigung der Objekte erforderten. Lange schlossen die Historiker*innen jedoch daraus, die afrikanische Geschichte reiche nicht weit zurĂŒck. Das legitimiert keinesfalls, dass den Objekten ihre Bedeutung fĂŒr die kulturelle IdentitĂ€t Afrikas abgesprochen wurde. Es ist bloĂ eine ernĂŒchternde ErklĂ€rung, die die langjĂ€hrige Ignoranz Europas gegenĂŒber Afrika vorfĂŒhrt.
Hinterfragt und ausgestellt
Macrons Worte geben dem Gesinnungswandel Ausdruck, den Moes derzeit beobachtet. In den letzten Jahren habe sich die Wahrnehmung afrikanischer Geschichte verĂ€ndert â und damit auch die der Kunstobjekte und ihrer HintergrĂŒnde. Es ist ein Bewusstwerden, ein spĂ€tes Erwachen. Sarr und Savoy halten die psychologische, politische sowie historische Aufarbeitung der kolonialen Vergangenheit fĂŒr eine der gröĂten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, der sich Europa und seine Museen jetzt stellen mĂŒssen. Die Sammlungen afrikanischer Kunstobjekte sind groĂ.
Im Weltmuseum in Wien befinden sich 37.000 afrikanische Kunstobjekte, im British Museum sind es deren 69.000. Das Pariser MusĂ©e Quai Branly besitzt 70.000 Artefakte aus Subsahara-Afrika. Das Africamuseum in Tervuren (Belgien), das ĂŒbrigens kĂŒrzlich wiedereröffnet wurde, setzt noch einen drauf: Dort sind 180.000 gelagert. Nicht alles davon ist Beutekunst. Bei vielen Objekten fehlt die Auskunft ĂŒber die Provenienz. Andere wurden legitim erworben. Die kritische Auseinandersetzung der europĂ€ischen Museen mit ihren eigenen Sammlungen ist trotzdem dringend erforderlich. Besonders dann, wenn ein GroĂteil davon von weit her, in schweren Reisekisten, in die eigenen Hallen kam.

Kriegsbeute? Niemand weiĂ, wem das WehrgehĂ€nge aus SĂŒdafrika ursprĂŒnglich gehörte. (Foto: Wolfgang GuÌnzel. Copyright: Weltkulturen Museum)
Genau deshalb hĂ€lt sich das Frankfurter Weltkulturen Museum den Spiegel vor. Es prĂŒft nicht, ob das Image stimmt, sondern schaut genauer hin. Die Kuratorinnen Julia Friedel und Vanessa von Gliszczynski machen das heiĂe Eisen zum Dreh- und Angelpunkt der aktuellen Ausstellung âGesammelt. Gekauft. Geraubt? Fallbeispiele aus kolonialem und nationalsozialistischem Kontextâ (16. August 2018 bis 27. Januar 2019). âUns ist es ein zentrales Anliegenâ, heben sie im GesprĂ€ch mit der woxx hervor, âdie Thematik Raubkunst und ethnologische Provenienzforschung sachlich und differenziert zu vermitteln.â In der Sammlung des Weltkulturen Museum befinden sich immerhin 60.000 Objekte aus Afrika, Amerika, Ozeanien und SĂŒdostasien.
Die Ausstellung besticht nicht durch die ExklusivitÀt ihrer Objekte. Auch wenn der rote Kopfschmuck aus Duala, vermutlich aus den 1890er-Jahren, mit seinem rötlichen Federkleid und dem hellen Fell-Strunk in der Mitte, schön anzusehen ist. Interessanter, wenn auch unbefriedigend, weil oft unvollstÀndig, sind die Objekt-Geschichten, die fernab der AusstellungsrÀume der Villa am Mainufer ihren Lauf nahmen. Manche Reiserouten lassen sich nicht nachzeichnen. Sie hÀngen grob skizziert, in wenigen SÀtzen zusammengefasst, neben den Vitrinen.
Das Museum legt die Karten auf den Tisch und gibt zu: âJa, in der Sammlung befinden sich Objekte aus dem Kolonialismus. Und ja, es gibt WissenslĂŒcken.â Doch das kehrt man hier nicht unter den Teppich. Man hĂ€ngt es vielmehr an die groĂe Glocke. Die Ausstellung ist ein Statement. Es ist eine von vielen Möglichkeiten, Objekte zu zeigen, die eine heikle Geschichte erzĂ€hlen. Durch die Kontextualisierung gewinnt das Ganze eine tiefere Bedeutung. Es ist kein schieres Zurschaustellen der ReichtĂŒmer, sondern vielmehr die bewusste und öffentliche Auseinandersetzung mit der Thematik.
Restitutionsanfragen hat das Haus im Zuge der Ausstellung noch keine erhalten. Nur in der Afrika-Abteilung ist ein WehrgehĂ€nge aufgefallen, offenbaren die Kuratorinnen, das vermutlich als Kriegsbeute nach Frankfurt kam. Bisher konnten im Austausch mit sĂŒdafrikanischen Museen jedoch keine Vorbesitzer oder Nachfahren ausfindig gemacht werden.
GlaubwĂŒrdigkeit
Jörg HĂ€ntzschel zeigte derweil in der SĂŒddeutschen Zeitung vom 21. November mit dem Finger auf Museen und sprach von einer stillschweigenden Rollenverteilung nach zahlreichen, unproduktiven Debatten, Hearings und VortrĂ€gen zum Thema: âDanach kommt der Politik die Aufgabe zu, moralische Appelle auszusprechen, wĂ€hrend man die praktischen Schritte den Museen ĂŒberlĂ€sst, die wenig Interesse daran haben, âeigenenâ Besitz abzugeben und ansonsten auf Vorgaben höherer Instanzen warten.â Damit fĂ€llt HĂ€ntzschel ein pauschales Urteil ĂŒber die Museen. Dabei gibt es Gegenbeispiele, wie das Weltkulturen Museum, das sich â wie bereits erwĂ€hnt â aus freien StĂŒcken um Nachforschungen zum eigenen Besitz bemĂŒhte. Und auch Guido Gryseels, Direktor des Africamuseums, sprach sich bei der Wiedereröffnung fĂŒr eine Wende aus und beteuerte, man sei offen fĂŒr konstruktive Debatten und RestitutionsansprĂŒche.
Es liegt ohnehin sehr wohl im Interesse der Museen, fragliche Objekte zu restituieren und durch Kopien zu ersetzen, wie es Sarr und Savoy vorschlagen. Warum HĂ€ntzschel Gegenteiliges behauptet, ist fragwĂŒrdig. Die Restitution illegitimer BesitztĂŒmer zementiert schlieĂlich die GlaubwĂŒrdigkeit öffentlicher Institutionen. Es stiftet Vertrauen zum Publikum oder, wie Polfer sagt: âEin Museum lebt als öffentliche Institution von seiner GlaubwĂŒrdigkeit und diese beruht vor allem darauf, dass die Sammlungen legal erworben wurden, wissenschaftlich relevant und legitim sind. Die Besucher mĂŒssen sich auch auf diese LegitimitĂ€t verlassen können.â
Das Warten auf die politischen Vorgaben, die der Journalist erwĂ€hnt, ist stellenweise wohl auch ein Warten auf die Finanzspritze. Oft fehlt es Museen an finanziellen Mitteln und personellen Ressourcen, um die Arbeit in puncto Provenienzforschung und Restitution zu leisten, wie die Kuratorinnen aus dem Weltkulturen Museum erklĂ€ren: âDie Museen haben zu wenig finanzielle UnterstĂŒtzung und zu wenig Stellen, um diesen vielseitigen Anforderungen gerecht zu werden.â
Bevor man sich auf eine europĂ€ische Restitutionspolitik einige, mĂŒsse man eine Grundlage schaffen, so die Kuratorinnen aus Frankfurt weiter. âFĂŒr die Museen könnte das politische Bekenntnis zur Restitution eine Chance sein: nĂ€mlich in Form von Förderung und Finanzierung internationaler Vernetzung, Forschung und gemeinsamer Programmeâ, sagen sie. âDies wird bislang von den unterschiedlichen MuseumstrĂ€gern viel zu wenig unterstĂŒtzt und finanziert.â Waren sich die Museen ihrer Sache zu lange zu sicher? Hat Europa jahrelang zu wenig in Museen und die Forschung investiert? Das ist der Eindruck, den die Worte der Kuratorinnen erwecken. Umso wichtiger ist es, in der Zwischenzeit die vorhandenen Mittel zur Aufarbeitung der Geschichte zu nutzen. Auch, wenn nur wenige Objekte vorhanden sind, die einen Bezug zum Kolonialismus vorweisen, wie etwa in Luxemburg.
Blut in Luxemburg?
âIn Luxemburg lĂ€uft das Blut nicht aus den Vitrinenâ, scherzt Michel Polfer. In seinem Haus stellen die Objekte aus kolonialen Kontexten ein RandphĂ€nomen dar. Es sind nicht-kultische Objekte, wie etwa Lanzen, Speere oder andere Waffen, vereinzelt auch kleine Statuen oder Trommeln. Die meisten, verrĂ€t Polfer, sind Schenkungen an das âInstitut grand-ducal. Section historiqueâ und keine staatlichen AnkĂ€ufe.
Luxemburg hatte GlĂŒck, wenn man so will: Der luxemburgische Staat war als solcher nicht direkt in den Kolonialismus verwickelt. Die Objekte mit Bezug zum Kolonialismus gelangten ĂŒber private Sammlungen der BĂŒrger*innen ins Land und durch die besagten Schenkungen in die staatlichen Sammlungen. Moes, der Polfer zunickt, kann das nur bestĂ€tigen. Luxemburg habe in dem Kontext noch keine Anfragen zur Restitution erhalten oder selber verordnet. Auf die Frage, ob sich das Blatt nach den regen, europaweiten Diskussionen wenden könnte, schĂŒttelt er den Kopf. Das scheint ihm unwahrscheinlich. Der GroĂteil der Schenkungen von ehemaligen luxemburgischen Kolonialisten sei sicherlich ganz legal erworben worden.
Moes relativiert seine Aussage allerdings kurz spĂ€ter, wenn er zugibt, dass der Wissensstand bei einigen Objekten, die Ende des 19. Jahrhunderts in die Sammlung der âSection historiqueâ gelangt sind, lĂŒckenhaft sei. Die vorangehenden Konservator*innen der Sammlungen sollen wenig ĂŒber die Herkunft der Objekte niedergeschrieben haben. Hat das MNHA also doch Leichen im Keller? Weder Polfer noch Moes gehen davon aus, arbeiten aber seit einiger Zeit an der Provenienzforschung und versuchen, die Objekte nach und nach zu kontextualisieren. Sollten sie dabei auf ethisch nicht vertretbare ObjektzugĂ€nge stoĂen, wollen sie die Objekte selbstverstĂ€ndlich restituieren. Es geht ihnen dabei um die zuvor erwĂ€hnte GlaubwĂŒrdigkeit der Institution.
Bei Privatpersonen fĂ€llt die jedoch grundsĂ€tzlich flach, was mit sich bringen könnte, dass illegitim erworbene Objekte weiterhin auf dem Kunstmarkt kursieren. âEs gibt Privatsammlungen, bei denen unklar ist, inwiefern der Besitz der Objekte ethisch vertretbar ist.â Moes faltet die HĂ€nde zusammen und beugt sich vor. âIm Nachlass des Luxemburgers Fritz Wenner (1889-1965), der zu Kolonialzeiten im belgischen Kongo Gouverneur der Provinz Kasai war, wurde beispielsweise der Thron eines afrikanischen Machthabers gefunden und von seinen Erben verkauft. Auf die Weise ist das Objekt auf den Kunstmarkt gelangt.â Moes, der 2011 fĂŒr seine Diplomarbeit âCette colonie qui nous appartient un peu: la communautĂ© luxembourgeoise au Congo belge: 1883 â 1960â von der Fondation Robert Krieps mit dem âPrix du meilleur mĂ©moireâ ausgezeichnet wurde, hĂ€lt es fĂŒr denkbar, dass vergleichbare Objekte in luxemburgischen Privatsammlungen schlummern. Genaueres, weiĂ man darĂŒber zur Zeit noch nicht.

