Bildungsbericht 2018: Welche Konsequenzen zieht Meisch?

von | 30.01.2019

Der Bildungsbericht 2018 hat den sozial-selektiven Charakter des Luxemburger Schulsystems erneut bestätigt. In einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage gibt Claude Meisch Auskunft darüber, mit welchen Maßnahmen sein Ministerium versucht, dem entgegenzuwirken.

© Pixabay

Das Bildungsministerium plant die Prozesse, die eine soziale Selektion im Luxemburger Schulsystem bewirken, künftig im Detail unter die Lupe zu nehmen. Genau genommen wird diese Aufgabe vom Observatoire de la qualité scolaire übernommen. Mit diesem Hinweis reagiert Bildungsminister Claude Meisch auf eine parlamentarische Anfrage der CSV-Abgeordneten Martine Hansen. Diese hatte wissen wollen, welche Konsequenzen der Minister aus Erkenntnissen des Ende 2018 veröffentlichten Bildungsberichts ziehen wolle. Insbesondere bezog sie sich auf den Umstand, dass im Bericht der Zusammenhang zwischen schulischem Erfolg und sozio-ökonomischem Status erneut bestätigt wurde. Die Abgeordnete wollte wissen, welche konkreten Maßnahmen dieser Korrelation entgegenwirken könnten und ob geplant sei, in Zusammenarbeit mit der Uni Luxemburg an Lösungsvorschlägen zu arbeiten. Bestandsaufnahmen alleine reichten nämlich nicht aus, so Hansens Einschätzung.

In der Tat stehen, wie Minister Meisch in seiner Antwort erklärte, neben den Forschungen des Observatoires auch Projekte mit der Uni Luxemburg in Aussicht. Nicht jedoch in der handlungsorientierten Grundlagenforschung, sondern „in der wissenschaftlichen Bestandsaufnahme, der Propagation einer informierten Bildungsdebatte, sowie im nachhaltigen Aufbau von nationaler Expertise“ liege hierbei der Schwerpunkt. Der Minister betont, dass es sich bei diesen Elementen keineswegs um reinen Selbstzweck handele. Die empirische Bildungsforschung an der Universität Luxemburg stelle eine Grundlage dar, die „die wissenschaftliche Überprüfung von Lösungsvorschlägen im ökologisch validen Kontext, in sogenannten Interventionsstudien, überhaupt erst ermögliche“. Der Minister verweist in diesem Kontext auf das nationale Bildungsmonitoring „Épreuves standardisées“ (EpStan).

Wie auf der entsprechenden Webseite epstan.lu nachgelesen werden kann, dienen diese landesweit durchgeführten Tests nicht nur der Evaluation von Kompetenzen sowie Unterrichtsqualität, sie berücksichtigen zudem die sozio-ökonomische und kulturelle Herkunft der Schüler*innen. Die daraus gewonnenen Daten werden verwendet, um die „Leistungsfähigkeit, Gerechtigkeit und langfristige Entwicklung des luxemburgischen Schulsystems“ zu analysieren. In seiner Antwort betont Meisch abschließend, dass die entsprechende Datenbank es ermögliche die Nachhaltigkeit vorgenommener Maßnahmen über die gesamte Schullaufbahn zu untersuchen.

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