Biodiversitätsforschung: Luxemburg verstärkt Zusammenarbeit

von | 03.01.2018

Luxemburg ist seit zwei Wochen Vollmitglied bei der Global Biodiversity Information Facility (GBIF), einer weltweiten Datenbank über das Leben auf unserem Planeten.

Über 5000 Beobachtungen von Parus Major, der Kohlmeise, wurden in der Datenbank eingetragen. (Foto: cc by-sa Kristjan Osbek)

Seit dem 19. Dezember hat das Großherzogtum seinen Mitgliedschaftsstatus bei der GBIF geändert. 2005 ist Luxemburg der Organisation beigetreten, die Koordination erfolgt seitdem über das Nationale Museum für Naturgeschichte (MNHN). Mit der Vollmitgliedschaft kommt nicht nur das Wahlrecht in den Gremien der Organisation, sondern auch eine Rechnung. Luxemburg muss nun einen finanziellen Beitrag zur GBIF leisten, der „proportional zur Größe seiner Wirtschaft“ ist. Wie hoch der Betrag ist, wird nicht verraten, im Regierungsbudget, das 8,1 Mio Euro für das MNHN vorsieht taucht der Posten nicht gesondert auf.

Die GBIF wurde 2001 gegründet und hat ihren Sitz in Kopenhagen. Sie sammelt Biodiversitätsdaten – vor allem Beobachtungen in der freien Wildbahn, aber auch Einträge aus Herbarien, Sammlungen präparierter Tiere, Fossilien, usw. – also alles, was Rückschluss darauf gibt, wo und wann eine bestimmte Art anzutreffen war. Die Daten werden nach dem „open data“-Prinzip lizenziert, es können also alle Interessierten und Forscher*innen kostenlos darauf zugreifen. Luxemburg hat bisher sehr viele solche Beobachtungsdaten in der GBIF gespeichert. Mit 375 Einträgen pro Quadratkilometer ist die Dichte der Daten die dritthöchste in der Datenbank. Die 1,5 Mio Einträge des MNHNs beziehen sich allerdings nicht alle auf Luxemburg: Auch Beobachtungsdaten aus 62 anderen Ländern sind eingetragen. Wer ein wenig in der Datenbank gräbt, findet zum Beispiel heraus, dass 5770 Sichtungen der Kohlmeise auf luxemburgischen Territorium eingetragen sind.

Die Daten im GBIF dienen vor allem dazu, den Rückgang der Biodiversität zu dokumentieren und vergleichen zu können. So können Naturschutzbemühungen evaluiert werden. Auch das Aufkommen neuer Arten (sogenannter Neobiota), die zum Beispiel durch den Klimawandel in neuen Regionen heimisch werden, lässt sich aus den Daten herauslesen. Neben den Daten, die es an die GBIF gibt, unterhält das nationale Museum für Naturgeschichte allerdings auch ein eigenes Datenportal.

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