Buchtipp: Kekeli

von | 31.07.2026

Das Cover des Romans „Kekeli“ von Jessica Mawuena Lawson zeigt einen Ausschnitt einer Person im gemusterten Kleid vor einer Straßenkreuzung.

(© Verbrecher Verlag)

Kekeli hat sich bislang kaum mit der Geschichte ihres Vaters beschäftigt. Erst als ihre Cousine Afi aus Togo zu Besuch kommt, beginnt sie, die Vergangenheit ihrer Familie und Fragen der eigenen Identität neu zu betrachten. Jessica Mawuena Lawson entwickelt in ihrem Debütroman „Kekeli“ daraus eine Coming-of-Age-Geschichte über Zugehörigkeit und das Aufwachsen als Schwarze Jugendliche in Deutschland. Nicht nur durch ihre Cousine bekommt Kekeli eine neue Perspektive auf ihre Identität, sondern auch durch die Teilnahme an einem Filmprojekt über das Leben Schwarzer Menschen in Deutschland, für das sie mit Kwame und dessen Bruder nach Berlin reist. Diese Reise lässt sich auch als Reise zu sich selbst verstehen. Lawson arbeitet gekonnt mit Leerstellen und dem Ungesagten. Gerade dadurch wird schmerzhaft deutlich, welchen alltäglichen Rassismen Schwarze Menschen ausgesetzt sind. Auch der politischen Dimension, etwa durch Abschiebungen, gibt die Autorin Raum. Der Roman entwickelt durch seine klare Sprache einen ganz besonderen Sog. Lawson begegnet ihren Figuren mit großem Feingefühl, und Kekeli wächst den Leser*innen dabei schnell ans Herz. Ein berührendes Debüt über Familie, Herkunft und Identität, das einer in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur noch immer zu selten gehörten Perspektive Raum gibt.

Jessica Mawuena Lawson: „Kekeli“. 246 Seiten. Verbrecher Verlag, 2026.

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